Die Hofschranzen des Bayerischen Rundfunks konnten es sich tatsächlich nicht verkneifen, dem Club nach dem 1:1 gegen starke Bochumer eine “Krise” einreden zu wollen. Dabei standen mit Saenko und Schroth wenigstens zwei Spieler auf dem Platz, die beim kicker bereits als Ausfall eingestuft waren. Die beiden Stürmer irrten auf dem Platz herum, als suchten sie den Weg zur nächsten Apotheke. Und Dominik Reinhardt stand 90 Minuten neben sich und zu weit weg von seinem Gegenspieler. Falls es von Meyer geplant war, Nürnberg die Last der Tabellenführung abzunehmen ohne deswegen gleich zu verlieren, war es ein taktischer Geniestreich. Jetzt darf sich die Hertha am Spitzenplatz erfreuen und lernen, wie es heißt, den heißen Atem der Verfolger im Genick zu spüren.
Sowohl Aachen als auch Hannover scheint der Trainerwechsel gut bekommen zu sein. Chapeau für Hecking und Frontzeck. Wenn die Bayern gegen Aachen und ohne ihren besten Mann der letzten Wochen Hargreaves auch so rumstümpern wie gegen die tollen Bielefelder (Wichniarek hat die Chance mit einer ganz starken Partie genutzt), dann wird vermutlich das Oktoberfest als Ausrede herhalten müssen.
Noch ein Wort zum Pokal: Könnte man nicht den unterklassigen Vereinen grundsätzlich Heimrecht geben? Warum sollen Zweitligisten gegen Erstligisten nicht auch den Heimvorteil und die Erfahrung eines proppenvollen Stadions haben? Das würde den Wettbewerb noch attraktiver machen und die Erstligisten würden die Fußballbasis ein bißchen besser kennen lernen, anstatt vor 6000 gelangweilten Fans zu Hause zu spielen. Paderborn gegen Nürnberg ist als Pokalpartie attraktiver als Bayern gegen Kaiserslautern, das zwanghaft wieder übertragen werden wird. Dabei ist der Knaller der zweiten Runde doch Köln gegen Schalke.
Für die einen ist Fußball das Geschäft ihres Lebens, für die anderen die schönste Nebensache der Welt. Läge ich wie einst Isaac Davis...
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