Rob AlefFür die einen ist Fußball das Geschäft ihres Lebens, für die anderen die schönste Nebensache der Welt. Läge ich wie einst Isaac Davis [weiterlesen ...]


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Na bitte, es wird eine Saison der Außenseiter. Hapoel Tel Aviv und Maccabi Haifa beide glatt und deutlich weiter. Was sich in der EM-Qualifikation bereits andeutete, setzt sich auf Vereinsebene fort. Wenn sich Israel tatsächlich für die EM qualifiziert, wird die UEFA (das F steht im Moment für feige) das Turnier vermutlich in Österreich, der Schweiz und auf Zypern austragen lassen.

Hertha raus, wie nach dem Hinspiel nicht anders zu erwarten. Wer schon immer wissen wollte, was Vestenbergsgreuth auf Dänisch heißt, kann jetzt unter O wie Odense nachlesen.

Betrüblich, wenn auch nicht unverdient, das Ausscheiden des S 04. Hamit Altintop hatte einen unterirdisch schlechten Tag erwischt, der ansonsten hervorragende Schiedsrichter gab ein Tor der Schalker nicht und stellte Slomka vom Platz, weil der die Stirn in Falten legte. Asamoah wurde ungewollt und unbeholfen das Bein gebrochen. Es gibt so Tage, da wäre man besser nicht nach Nancy gefahren. Übrigens haben es die Schalker im Hinspiel verloren. Totale Dominanz erst ab der 86. Minute reicht heutzutage nicht mehr.

Frankfurt schmeißt Bröndby raus und spielt sehr, sehr gut anzuschauenden Fußball. Leverkusen macht aus 351 Großchancen satte drei Tore und gewinnt somit sogar sorgenfrei gegen Sion, immerhin eine Mannschaft aus der, jawohl, der Schweiz höchstpersönlich. Ich sag’s ja: mit Leverkusen in der Gruppenrunde wird es bestimmt eine Saison der Außenseiter.

Das eigentliche Problem: Mittlerweile gibt es zu viele Vereine, die internationale Einnahmen vorab fest einkalkulieren.  (Löbliche Ausnahme: Bremen) Warum? Weil die Garantieeinnahmen aus der Gruppenphase der Champions League alle anderen Ligakonkurrenten immens unter Druck setzen. Aber niemand, nicht einmal Arsenal, Real, Manchester, haben die Garantie, jedes Jahr Europapokal zu spielen. Man kauft teure Spieler, um international dabei zu sein, man muß international dabei sein, um teure Spieler kaufen zu können. Klappt das nicht, kommt es zum Zusammenbruch wie in Dortmund (die zweimal die CL vergeigten) oder zum Verkauf von Leistungsträgern wie beim HSV (van Buyten, Barbarez). Eine solide Kalkulation darf Einnahmen aus dem Europacup zunächst gar nicht enthalten. Ein Zweitligist kann ja auch nicht mit dem Zuschauerschnitt für die erste Liga planen. Selbst der VfL “YoYo” Bochum nicht.

Ergo: Extrem dumm gelaufen für Schalke, Hertha und den HSV, der Mühe haben wird, Platz drei in seiner CL-Gruppe zu erreichen. Hertha wird in der Liga davon profitieren, den UEFA-Cup nicht auch noch an der Backe zu haben, auch wenn jetzt gejammert wird in Berlin. Aber Hoeneß ist nicht gleich Hoeneß und ein Spitzenclub war Hertha seit dem Wiederaufstieg nie, dazu braucht es mehr als einmal Platz drei, wie der HSV gerade lernt. Bei Schalke scheint alles möglich. Trotzreaktion, Absturz ins Bodenlose, Trainerwechsel, das Platzen des Knotens. Ich finde, die Spieler sollten auf den Teil des Gehalts verzichten, der durch diese Katastrophenvorstellung jetzt im Budget fehlt. Müssen sie bis Weihnachten eben ohne Prämien auskommen. Selbst schuld. Nur Bordon und Rost genügten internationalen Ansprüchen. Alle anderen: komplett neben der Spur.

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