Rob AlefFür die einen ist Fußball das Geschäft ihres Lebens, für die anderen die schönste Nebensache der Welt. Läge ich wie einst Isaac Davis [weiterlesen ...]


« Die Leiden des jungen L.

Falls es jemand interessiert: Ich glaube,Benny Lauth hat Heimweh nach Bayern. Zu den besonders falschen Glücksversprechungen der Globalisierung gehört, dass alles überall gleich gut funktioniert und jeder jeden Job machen kann. Zum Glück ist dem nicht so und gerade bei künstlerischen Berufen wie Fußballprofi ist das deutlich zu merken. Würde Benny Lauth bei Unterhaching spielen, wäre er Torschützenkönig der zweiten Liga und könnte sogar Edi Kirschners Rekord aus der alten 2. Liga Süd gefährden.  Lauth sollte zurückkehren in den Süden, am besten zu den Sechzgern, gerne auch zum Club, der außergewöhnliche Stürmer zum Schnäppchenpreis immer gerne nimmt. Was wäre Uwe Seeler ohne den HSV, Gary Neville ohne Manchester United, Thomas Schaaf ohne Werder Bremen? Nur Durchschnitt oder noch schlechter. Die Wechsel von Bremen zu Bayern –  Herzog, Frings, Rehhagel, Ismael – sind das beste Beispiel dafür, dass Bodenständigkeit ein entscheidender Erfolgsfaktor im Fußball ist. Basler taugt als Gegenbeweis nur bedingt, weil er als pfälzer Weltbürger überall zu Hause ist. Fußball ist mehr als jede andere Sportart autochthon. Schalke hat mehr als fünf Jahre gebraucht, um sich an das neue Stadion zu gewöhnen. Sicher, auch Schumi hatte seinen Heimgrandprix jedes Jahr, auch Boris Becker hatte sein Wohnzimmer. Aber das war nie die Hälfte einer Saison, und wo die Tennisspieler und Formel-Eins-Piloten leben, trainieren, arbeiten, steht auf einem ganz anderen Blatt. Man sollte als Spieler also nicht immer nur nach dem Spielsystem schauen, dem Trainer und dem Salär, sondern sollte auch die Luft schmecken, das Gras riechen, sich die Stadt anschauen. Und dann vielleicht doch bleiben, wo man ist. Weitere Beispiele gefällig? Wichniarek (Hertha – Bielefeld), Bobic (Dortmund – Hannover), Cardoso (Freiburg – HSV). Wer glücklich ist, sollte nicht wechseln.

Das Gegenbeispiel zu Benny Lauth ist Rafael van der Vaart. Der galt als Problemfall, abgehalfterter Jungstar, zu schnell groß geworden, außerdem Holländer. Er ist genau im richtigen Verein. Bei Unterhaching würde er eingehen wie eine Primel.

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