Rob AlefFür die einen ist Fußball das Geschäft ihres Lebens, für die anderen die schönste Nebensache der Welt. Läge ich wie einst Isaac Davis [weiterlesen ...]


« Drei Jahre war die Unke krank

jetzt kämpft sie wieder, gottseidank. Gemeint ist natürlich die vom Aussterben gefährdete Gelbbauchunke (Bombina variegata), die diesmal nicht ob ihres klagenden Tonfalls, sondern wegen ihrer Färbung – “Die Unterseite inklusive der Innenseiten der Gliedmaßen und der Finger und Zehen ist intensiv hellgelb bis orange gefärbt und mit grauen bis schwarzblauen Flecken oder Flächen durchsetzt.” – zwanglos an dieser Stelle eingeflochten wird (Schon mal ‘ne Unke zwangslos eingeflochten? Eine Fisselarbeit, kann ich euch sagen). Gemeint ist natürlich Borussia Dortmund, die einen herzerfrischend schönen Rückrundenauftakt hingelegt haben. Sogar spielen tut die Unke wieder. Steilpässe und Flanken, lange Jahre vom Aussterben bedrohte Arten in der Hagel- und Feuerversicherungsarena, wurden heute Abend wieder gesichtet. Angeleitet von einem umsichtigen Metzelder und einem abgezockten Frei, ließen Röbers rennende Recken die Ölgötzen von der Isar kaltgepreßt aussehen. Dazu noch ein Mensch namens Tinga, dessen Künstlername frei übersetzt ungefähr bedeutet: Kleiner Büffel, der aber sowas von dazwischennietet und das meistens fair.

Ein Wort zum Gegner? Wäre das hier ein Bildzeitungsblog, könnte ich jetzt schreiben: “Van Bommel kriegt auf die Mütze.” So schnell kann’s gehen. In Dubai und gegen die Lullis vom HSV noch in bestechender Frühform, seit heute Nacht stramm auf Uefa-Cup-Kurs. Auch an dem sympathischen Jahrhunderttalent Roque Santa Cruz lief das Spiel vorbei, nicht zuletzt deshalb, weil er 90 Minuten auf der Bank saß. Podolski dagegen fügt sich immer besser in die Offensivstaffetten seiner Mannschaft ein, heute wurde er sogar einmal von Pizarro angeschossen. Fachleute nennen das auch blindes Verständnis.

Nur dumm, dass die Bayern ein knüppelhartes Auftaktprogramm erwischt haben. Am Dienstag zu Hause gegen Bochum, dann in Nürnberg. Offensichtlich Teil eines abgekarteten Spiels, um dem Verein die Meisterschaft zu stehlen.

Ein Kommentar zu “Drei Jahre war die Unke krank,” (1)

Torsten
27.01.2007
Das Einflechten von Unken stelle ich mir wirklich schwierig vor. Aber die Fisselsarbeit hat sich gelohnt und verdient hat sich dieses possierliche Tierchen das allemal. Schon beeindruckend, wie sie sich gegen das Aussterben zur Wehr setzen konnte.
Die Bayern indes zeigten schon das, was sie in der Hinserie stark machte. Altbackene Taktik und Aufstellung von Trainergott Magath sollten doch letztlich dazu verhelfen, den so beliebten UEFA-Cup zu erreichen. Jetzt bleibt nur noch abzuwarten, wie sie das schwere Auftaktprogramm bewältigen. Mit ein bisschen Glück dürfte ja ein Punktgewinn gegen Bochum drin sein. Der Kampf um Platz 5 hat begonnen.

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