Rob AlefFür die einen ist Fußball das Geschäft ihres Lebens, für die anderen die schönste Nebensache der Welt. Läge ich wie einst Isaac Davis [weiterlesen ...]


« Tolle Bremer, Rot für Galasek

Alle Prognosen über den Haufen geworfen. Werder zeigt es seinen Kritikern, auch dem Verfasser dieser Zeilen. Hut ab, Frings hat es schon gesagt. Hertha Barcelona ist eben noch lange nicht Espanyol Berlin. Klaus Allofs hat – trotz Stefan Kuntz und Martin Bader – immer noch das beste Transfernäschen der Liga. Rosenberg heißt der Kerl. Nie gehört bis vor zehn Wochen. Und mit Vornamen? Vermutlich Trondheim. Das Positive: Schalke braucht diesen Doppeldruck, um überhaupt ans Leistungslimit zu gehen. Ein Verfolger allein reicht nicht für diese Mannschaft. Das führt wieder zum Schlendrian von 2001. Und jetzt das Derby gegen Dingenskirchen. Kein Rahmen wäre würdiger – für die Blamage oder die Unsterblichkeit.

Die Rote Karte für Galasek wird hier in den Beiträgen heiß diskutiert. Der kicker ist dazu erstaunlich eindeutig. Galasek zieht voll durch, Altintop kann sich durch einen Sprung gerade noch retten. Nun ist der kicker angenehm überpeinlich bemüht, jede Art von Lokalpatriotismus zu vermeiden, obwohl die Zeitschrift in Nürnberg erscheint, aber für mich, der die Szene nicht gesehen hat, klingt das ziemlich plausibel, war ja auch Rot für grob brutal und nicht für Notbremse. Ist natürlich ein wenig bizarr nach dem Ellebogencheck von van Bommel gegen Stuttgart, aber den hat der Schiedsrichter im Spiel eben auch nicht gesehen.

Merkwürdigerweise sind die Spieler mit den vielen Roten Karten nicht unbedingt die Unfairen. Nowotny hat diesen unglücklichen Rekord inne, weil er derjenige war, der es noch als Einziger zurück geschafft hat beim gegnerischen Konter. Die wirklich fiesen Fouls passieren im Mittelfeldgeplänkel. Auch der, der “das entscheidende Duell” verliert – Wolf gegen Kuranyi am Samstag – kann immer noch wesentlich besser sein als ein Lucio, der vierzig Meter vor dem eigenen Strafraum rumturnt und dann Lahm das Kopfballduell gegen Frei verlieren läßt (Bayern 2:3 in Dortmund). Es gibt eine sehr akribische Bewertung verlorener Zweikämpfe, statistisch und individuell, Stellungsfehler werden weniger genau geprüft. Das hat auch damit zu tun, dass sich die Trainer bei Standardsituationen nicht in die Karten schauen lassen, was die Zuordnung angeht. Ebenso damit, dass taktische Schlamperei hierzulande immer noch viel zu wenig kritisiert wird. Wer die beiden Halbfinals ManU – Milan gesehen hat, wird festgestellt haben, wie sehr die Italiener den Engländern taktisch überlegen waren. Diese Tempowechsel, dieses Variieren zwischen quer und steil, kurz und lang, das war eine Augenweide. Liverpool kann das durch seine überragende Laufarbeit und seinen Team Spirit vielleicht ausgleichen, aber wer italienische Spitzenmannschaften (oder auch die gut eingespielten Azzuri) spielen sieht, kann den Eindruck gewinnen, der Raum sei wichtiger als der Ball. Vielleicht so ein bißchen wie bei “Blow Up”, die Schlußszene. Es reicht, sich vorzustellen, der Ball sei da, dann ploppt es bald ganz von allein. Dass ein Gattuso jeden Zweikampf gewinnt und nur ein Foul im ganzen Spiel begeht (gegen Scholes), gehört natürlich auch dazu.

Schön, dass Bochum und Frankfurt gerade rechtzeitig zu echter Spielfreude gefunden haben, das wird ein ganz heißer Tanz am nächsten Samstag, mit und ohne Ball.

Kommentare zu “Tolle Bremer, Rot für Galasek” (2)

Hias
09.05.2007

Nur als Tipp:
Bei youtube.com einfach “FCN Schalke” eingeben und man bekommt eine englische Zusammenfassung des Spiels. Die fragliche Szene wird da auch aus drei verschiedenen Szenen gezeigt.
MIch ärgert an der ganzen Sache weniger die Entscheidung des Schiedsrichters, sondern vielmehr die Aussage von Altintop nach dem Spiel und die Entscheidung des DFB. Mal wieder wird ne (in meinen Augen eine klare) Schwalbe belohnt und der Falsche gesperrt, wenn auch nur für ein Spiel.

Da ist es fast wie Hohn, wenn ein Simunic oder ein Böhme, die schwerste Verletzungen in Kauf nehmen, gar nicht, oder nur mit relativ geringen Strafen davonkommen.

Heinz Wäscher
12.05.2007

So ein Tag, so wunderschön wie heute…

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