Rob AlefFür die einen ist Fußball das Geschäft ihres Lebens, für die anderen die schönste Nebensache der Welt. Läge ich wie einst Isaac Davis [weiterlesen ...]


« Spätzle in der Krise

Mir schwante schon Übles, als Mario Gomez in der Sommerpause im kicker das “Tagebuch” seiner Vorbereitung veröffentlichte. Dass derartiger Mumpitz jetzt auch Platz in einer seriösen Fachpublikation bekommt, ist ärgerlich. Was soll der Bub denn schreiben, außer dass alles super ist. Ähnlich wie Lars Ricken für seinen legendär blöden Nike-Spot ist auch Super-Mario II. bestraft worden. Nehmen wir ihn als Primus inter Paralysierten, können wir feststellen, dass sich der VfB zu sehr mit Nebensächlichkeiten befaßt hat. Seine große Stärken, Heimlich, Still und Leise, konnte er als Meister nicht mehr ausspielen. Außerdem hat er diesmal ein mehr als nur gut gerüttelt Maß an Verletzungen mitbekommen und sich – zumindest bis jetzt – auf der Torhüterposition drastisch verschlechtert. Hildebrand spielte zuletzt sein solidestes Jahr, Schäfer könnte nach Kampa der zweite Club-Torhüter sein, für den der Wunsch nach Veränderung mit einem drastischen Karriereknick einhergeht. Die jungen Wilden sind entwicklungszyklengerecht nach dem tollen ersten Jahr alle in einer Wachstums- und Verpuppungskrise. Trainer Veh hat anders als Meyer beim Überraschungspokalsieger Nürnberg sehr ehrgeizige Ziele ausgegeben. Jetzt den Rückwärtsgang einzulegen und den Abstiegskampf auszuloben, fällt entsprechend schwer. Wie es wohl immer schwer ist, vom Abstiegskampf zu reden, wenn man noch Champions League spielen darf, und sei es auch nur als Zwischenmahlzeit. Dass die Schicksalsdeuter bisweilen jetzt gleich den Abstieg des Meisters beraunen und beschwören, erscheint allerdings übertrieben. Aber Extrem sells. Stuttgart wird sich demnächst bei Platz 10 eindümpeln und ähnlich wie die Schalker 2001/02, nach ihrem Superjahr eine fade, aber krisenfreie Saison absolvieren. Wenn Staudt et. al. die Nerven besitzen, Veh zu behalten, wird es 2009 wieder besser werden. Anders als Magath halte ich die Transferpolitik nach dem grandiosen letzten Jahrgang für wenig gelungen. Vor allem, dass man Streller abgegeben hat, war ein Fehler. Er kam gegen Cacau und Gomez zurecht nie in die Stammelf, war aber immer da, wenn er gebraucht wurde. Als Typ ist er ein Brecher, der gerade nach Standardsituationen gut zu gebrauchen wäre, wenn spielerische Armut herrscht. Dafür hat man jetzt diesen Schluck Wasser namens Ewerthon an der Backe, der schon in Dortmund trotz der guten Torquote immer so spielte, als würde er bloß auf den nächsten Flieger warten.

PS: Das Pokal-Halbfinale der Clubberer gegen Frankfurt fand natürlich am 17. April statt, nicht am 15. Aber dem Glücklichen schlägt bekanntlich keine Stunde.

Ein Kommentar zu “Spätzle in der Krise” (1)

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23.10.2007

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