Rob AlefFür die einen ist Fußball das Geschäft ihres Lebens, für die anderen die schönste Nebensache der Welt. Läge ich wie einst Isaac Davis [weiterlesen ...]


« Kahn auf Schalke

Das verspricht mindestens so viel Spass und Erfolg wie Stevens bei Hertha. Die aufmüpfigen Fans werden das Bayern-Urgestein spontan in ihr Herz schließen, der Novize wird den schwierigsten Verein der Liga aus dem Handgelenk in die Erfolgsspur zurückführen, Rudi Assauer wird dem Nachfolger auf seinem Thron mit liebevoller Kolportagekritik Tag für Tag den Rücken stärken. Was für ein Wahnsinn, diese Variante ernsthaft in Erwägung zu ziehen, so es denn stimmt, was gemunkelt wird. Wobei der kicker selten nur ins Blaue hinein Personalien verkündet. Mir hat es nicht gefallen, dass Müller entlassen wurde. Man schaue sich mal an, in welches Loch Bremen gefallen ist, als Rehhagel ging, das hat Jahre gedauert, bis der SVW diese Ära verdaut hatte. Müller hat den Übergang von Assauer nahtlos vollzogen, dass es mit der Meisterschaft nichts wurde, ist am allerwenigsten sein Fehler. Dass man bei Südamerikanern im Transfer mal daneben greift, ist schon jedem Verein passiert, selbst Leverkusen, die überdurchschnittlich viel Erfolg mit Südamerikanern haben. Außerdem spielt Farfan kein schlechtes erstes Jahr. Der einzige Mißgriff war in meinen Augen Streit, aber nicht als Transfer, sondern als Bankdrücker. Streit hätte phantatisch zu Schalke gepaßt, eine Art Jermaine Jones, der auch Außenristpässe spielen kann, ein Charakterkopf, der auch mal das Maul aufmacht. Wie Jones, wie Asamoah, wie Wilmots, Höwedes… Aber selbst wenn Müllers Entlassung richtig war, hätte man sich vorher konkrete Gedanken über die Nachfolge machen müssen. Magath ist als Kandidat wesentlich interessanter als Kahn. Dieter Hoeneß ist demnächst zu haben, oder vielleicht Bernd Schuster. Als Sportlicher Direktor könnte er den ruhigen königsblauen Trott der letzten Jahre etwas aufpeppen, dazu Lothar Matthäus als Trainer, wuahahahaharhar.

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3 Kommentare zu “Kahn auf Schalke”

  • 19. März 2009
    Herr Wieland schrieb

    Mag sein, dass der Übergang von Assauer zu Müller nahtlos war, nur ging es danach nicht weiter. Müller hat die weitestgehend von Aussauer zusammengestellte Mannschaft um die Häuptlinge Bordon / Krstajic, Ernst, Lincoln und Kuranyi ausbluten lassen. Es mag ihm – nach der dicke-Taschen-Ära-Assauer – an Geld gefehlt haben, in jedem Fall fehlte es ihm an Kreativität. Man konnte sich des Eindrucks kaum erwehren, dass er sich eher bei Spielerberatern nach Verstärkungen erkundigt hat, statt sich auf ein wie auf geartetes Scoutingsystem verlassen zu haben.
    Und was Darstellung und Medienkompatibilität angeht war der Übergang von Assauer zu ihm natürlich nicht nahtlos. Und der ganze Rest.

    „Aber selbst wenn Müllers Entlassung richtig war, hätte man sich vorher konkrete Gedanken über die Nachfolge machen müssen.“

    Das sehe ich allerdings auch so.

  • 20. März 2009
    admin schrieb

    Sehr interessante Diskussion zu Müller etc auf dem Königsblog. Was die miese Aussendarstellung angeht, kann ich dir zustimmen. Nur markig allein genügt nicht. Müllers vermutlich größtes Problem: er war zu lange im Verein, um kühl gegen Spieler vorzugehen und vom Präsidium genug Repekt zu erfahren. Ähnliches Schicksal erlitten Karl-Heinz Körbel als Trainer bei Frankfurt und Falko Götz bei Hertha.
    Olympia: die Vereine hätten die Spieler auf Goodwillbasis nach Peking fahren lassen sollen, einfach so, ohne Geldforderungen an den Verband, ohne Nachkarten, ohne Strafgelder. Ich bin kein Olympiafan, aber es ist etwas Besonderes, und Diego und Rafinha sind beide Anfang zwanzig. Spielen sie eben keine Vorbereitung, das war extrem kleinkariert von allen Vereinen.
    Transfers: Es sei nur mal daran erinnert, dass Assauer solche Perlen wie Victor Agali, Edi Glieder und auch Kevin Kuranyi an Land gezogen hat. Also die Transferbilanz spricht nicht gegen Müller. Und Pander, Neuer, Höwedes kamen in die erste Mannschaft.
    Rakitic: Mag sein, dass er eine verschmollte kleine Tusse ist. Aber ist das Problem nicht eher, dass die Schalker nicht wissen, was ein Zehner ist. Ist scho merkwürdig, dass gleich drei Spieler auf dieser Position – Özil, Lincoln, Rakitic – angeblich schwierig sind. Zehner sein heißt auf Schalke Kampfsuse sein, Möller hat das im reifen Alter begriffen, die Jungschen Supertechniker wollen wirklich nur spielen, aber keiner läßt sie. Und alle reden von der fehlenden Kreativität. Auch nicht wirklich Müllers Problem.

  • 20. März 2009
    Herr Wieland schrieb

    Richtig übel fand ich an der Olympia-Sache, dass es Rafinha zunächst erlaubt war. Als dann in der Bildzeitung von einer Geburtstagsparty die Rede war, wurde diese Erlaubnis gestrichen – zwischen diesen beiden Entscheidungen war Schalke auf Platz 3 der Bundesliga gerutscht, und es war klar, dass Schalke zur Zeit der Olympischen Spiele die Champions League Qualifikation spielen muss …

    Ob es an den vielen Jahren im Verein lag oder vielleicht auch am fehlenden Rückhalt; Andreas Müller hatte keine gerade Linie.

    Und über schlechte Transfers braucht man auch kaum zu diskutieren. Jeder Manager muss auch mal daneben liegen dürfen. Das besondere Problem in diesem Fall ist aber natürlich offensichtlich: Während zwischen Agali > Glieder > Kuranyi jeweils 2 Jahre lagen, kamen Großmüller, Zé Roberto, Streit und Sanchez innerhalb von 6 Monaten, wodurch eine Mannschaft, die es dringend nötig gehabt hätte, eben keine Verstärkung erfuhr … und bis heute darunter leidet, denn die mit diesen Spielern eingekauften Positionen wäre schließlich die richtigen gewesen (Zè Roberto „10er“, Großmüller „8er“, Sanchez und Streit offensive Flügelspieler).

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