Rob AlefFür die einen ist Fußball das Geschäft ihres Lebens, für die anderen die schönste Nebensache der Welt. Läge ich wie einst Isaac Davis [weiterlesen ...]


« Käptn Klinsmann in schwerer See

Selbst wenn Barca im Hinspiel nullnull gespielt hätte, wären sie weitergekommen, ich finde, das macht den Klassenunterschied noch einmal deutlich. Und die Radioreportage von Andre Siems und Edgar Endres war grenzwertig. Siems auf dem Anti-Italien-Verschwörungstrip, Endres sprach mehrüber die pfeifenden Fans als über das Spiel.

Dass die Südkurve den Trainer auspfeift kam wahrscheinlich zuletzt mit Jupp Heynckes vor, und gellt in der prachtvollen Quartalsverluste-Arena besonders prächtig. Jetzt muss Uli Hoeneß halt das Festgeldkonto abräumen und auf elegante Weise Kim Il McRummenigge beseitigen, damit Otti den Doppelverdiener machen kann. Dann käme Frei zu den Bayern und die Welt wäre beinahe gerettet.

Dass sich Klinsmann die taz auch noch aufbürdet, zeigt, wie sehr er von der Rolle ist.  Am Osterdienstag wäre die Sache vergessen gewesen. Die Klinsmann- und Bayernfreundliche taz hat jetzt das Problem, eine Klage abzuschmettern, mit der sie nie gerechnet hat.

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2 Kommentare zu “Käptn Klinsmann in schwerer See”

  • 16. April 2009
    Jan schrieb

    Ähm … die taz ist Bayern-freundlich? Der inkriminierte taz-Artikel – na gut, eigentlich geht es um den Aufmacher, nicht um den Artikel – stammt von Daniel Theweleit, der sich durch eine distanzierte, neutrale, aber dennoch pointierte Schreibweise auszeichnet – egal, um welches Thema es geht. Von solchen Sportjournalisten gibt es in Deutschland nicht viele. Sehr wenige. Sehr sehr wenige.

    Aber ein Artikel von Theweleit macht die taz (aus Berlin!) doch nicht generell Bayern-freundlich. Da ist meine Wahrnehmung eine ganz andere.

    Und Klinsmann-freundlich? Zwar begrüßte man auf Seiten der taz sicherlich Klinsmanns Ansatz, den stockkonservativen DFB mal „auseinanderzunehmen“. Gleichzeitig war der taz aber diese tatsächlich oder scheinbar McKinsey-inspirierte Klinsmann-Rhetorik auch verdächtig, weil tendentiell unter Neoliberalismus-Verdacht stehend.

    So meine Wahrnehmung.

    Jetzt müßte man mal die taz-Berichterstattung über Klinsmann in Nationalmannschafts- und Bayern-Zeiten analysieren. Freiwillige? Der Fritsch hat doch bestimmt noch ein bißchen Zeit zwischen zwei Online-Kolumnen? 😉

  • 16. April 2009
    tafelrunde schrieb

    Zugegeben: Nachfolgende Ausführungen haben mit den o.a. Zeilen nicht ganz so viel zu tun. Aber es muss auch mal gepostet werden!
    Zur Zeit scheint es nur noch extreme Pro-Klinsmann oder Contra-Klinsmann Positionen zu geben.
    Was mich an der ganzen Klinsmann-Debatte überrascht, ist dass viel von Philosophie – und die dafür nötige Zeit zur Umsetzung – gesprochen wird, ohne nach der Philosophie von Klinsmann konkret zu fragen. Meist wird nur der Satz „jeden Spieler jeden Tag besser zu machen“ als Kern der Klinsmann-Philosophie angeführt. Mit Verlaub: Das ist der Job eines jeden Trainers, ob Kreisklasse oder CL.
    Barca hat eine eindeutige, auch in kurzen Statements vermittelbare Philosophie („Der Ball muss immer laufen“, „Ständig, auch in Gegners Hälfte, gegen den Ball arbeiten“, „Ball kurz, präzise und hart spielen“, „Jede Mannschaft des Clubs spielt das gleiche System“, und was-weis-noch-alles). Auch viele andere Spitzenclubs haben eine eindeutige, klare, erkennbare Philosophie. Aber Klinsmann?
    Warum fragt kein Journalist mal wirklich ganz hart nach bei Klinsmann, für was für eine Art von Fußball (=Philosophie) er denn eigentlich steht? Und komme mir keiner, der sich mit vertikalem Spiel, schnell in die Spitze spielen und ähnlichen Phrasen abspeisen lässt.
    Also, wo will Klinsmann eigentlich hin? Welche Vision hat er?
    Wenn das endlich geklärt wäre, könnte man ihm dafür auch die nötige Zeit geben. Ansonsten: Ab in die Tonne mit dem Geschwafel.

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