Rob AlefFür die einen ist Fußball das Geschäft ihres Lebens, für die anderen die schönste Nebensache der Welt. Läge ich wie einst Isaac Davis [weiterlesen ...]


« Die klugen Fische fressen die dummen

Sandhausen in Liga Zwei, Augsburg, Freiburg und Fürth ganz oben, Paderborn kommt vielleicht noch dazu. Man braucht keine großen Namen, keinen großen Etat und schon gar kein großes Ego, um oben mit dabei zu sein. Man braucht einen klaren Plan, Geduld und ein gutes Funktionsteam. Wer jetzt darüber jammert, dass die Liga durch die No-Names weniger attraktiv wird, der soll erklären, was an dem „Klassiker“ Hertha gegen Kaiserslautern vor einer Woche attraktiv war. Es war ein Grottenkick wie so viele andere auch, die die letzten Drei aus dem Oberhaus in dieser Saison gezeigt haben.Wobei man da noch differenzieren muss zwischen dem FCK, der mit Kuntz und Kurz in den Jahren davor tolle Arbeit geleistet hat und dann am Verletzungspech und den nur mittelprächtigen Transfers scheiterte, während in Köln und Berlin diverse Hofintrigen und Selbstüberschätzung an den Rand des Abgrunds führten.

Fürth hat im Pokal vor Millionenpublikum bewiesen, dass es gegen die Mannschaft mit dem attraktivsten Fußball in Deutschland spielerisch mithalten kann. Freiburg wird im kommenden Jahr das neue Gladbach und Augsburg bleibt das schwäbische Cottbus, ein Alptraum für jede Mannschaft, die nur spielerisch an die Sache rangeht. Wenn man sich so blöd anstellt wie die Verantwortlichen an Rhein und Spree, dann ist das Legendenfegefeuer Zweite Liga halt um ein paar Attraktionen reicher.

Sollte Paderborn tatsächlich aufsteigen, hätten lediglich die Aufsteiger aus der Dritten Liga, Aue, der FSV Frankfurt, Union und Ingolstadt keine Erstligaerfahrung. Das wird den Einschaltquoten am Montag Abend gut tun, aber von München, Düsseldorf und Duisburg kann man dann nur staunend und neidisch nach oben blicken und wieder mal den Vorschlag aufwärmen, dass Traditionsvereine bei der Geldvergabe bevorzugt werden müssten. Geld, das dringend benötigt wird, um geschassten Trainern oder Managern ihre horrenden Abfindungen zu bezahlen.

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3 Kommentare zu “Die klugen Fische fressen die dummen”

  • 30. April 2012
    1ng0 schrieb

    „legendenfegefeuer“ ist ein wunderbares wort.

  • 3. Mai 2012
    Elias schrieb

    Ich muss gestehen mir sind die kleinen Teams mitlerweile auch lieber als Köln Hertha oder Hamburg. Diese sogenannten Traditionsvereine sind selber schuld an ihrer Lage. Sie wollten alle wie der FC Bayern sein aber haben dabei nicht verstanden das auch Bayern Jahrzehnte gebraucht hat um dort zu stehen wo sie sind. Auch muss man ein cleveres Management besitzen was alles voran treibt. Ich als Hertha und Köln Fan bin diese Saison ein wenig zerstört. Es finden nur Machtkämpfe statt und was ist mit dem Fan? Könnte mich Stunden darüber aufregen aber das würde hier den Rahmen sprengen. Ich hoffe alle Kleinen die in die Bundesliga kommen auch da bleiben so wie Augsburg 😉

  • 3. Mai 2012
    Johannes schrieb

    Ich bin bei diesem Thema ein wenig hin- und hergerissen.

    Einerseits stimme ich dem Autor zu. So viel Dummheit (und so viel schlechter Fussball) wie sie Hertha und der EFFZEH zeigen, gehört mit dem Abstieg bestraft. Für beide. Sofort. Ohne Relegation. So wird einer von beiden die Chance haben, sich tatsächlich doch noch in der Liga zu halten. (Meine bescheidene Prognose: Beide verlieren am Samstag, Köln bleibt Dritter und spielt dann gegen DüDo.)

    Andererseits dieses „Traditions-“ oder meinetwegen auch „Legendenargument“. Bei Lichte besehen oftmals nur Nostalgie. Nur weil Darmstadt 98, Offenbacher Kickers, Wormatia Worms, der FC, Hertha BSC oder der Freiburger FC (!) wie selbstverständlich zur 1. bzw. 2. Liga gehörten, als ich Anfang der 80er Jahre anfing, mich als kleiner Junge für den Fußball zu interessieren, gehören sie nicht wie selbstverständlich dazu. Es gibt nunmal Auf- und Abstieg.

    Tradition schießt keine Tore, aber Experimente wie RB Leipzig müssen auch nicht sein. Tradition, die weitergegeben wird und das Feuer der Begeisterung für den Fußball am Lodern hält, kann man aber auch nicht einfach so „implementieren“.

    Zu RB Leipzig hat Christoph Biermann in der letzten 11Freunde das Passende zu geschrieben. (Und das Problem scheint sich bis auf weiteres sportlich zu lösen …). Tradition muß einen aber auch nicht an vernünftiger Vereinsarbeit und -politik hindern. Siehe Greuther Fürth. Und immer mehr auch der Club.

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