Liverpool ist pleite, goddammit. »
Wenigstens hat es John Lennon nicht mehr miterlebt. Obwohl, die Chinesen hätten ihm wahrscheinlich gefallen. Carrying pictures of Chairman Mao to the match, warum nicht. You’rr nevel wark arone. In Rivelpoor gibt es die glößte chinesische Gemeinde in ganz Eulopa.
Und in Deutschland wollen sie 50+1 einführen. Der Manchester-Kapitalismus war schon kein Ruhmesblatt, aber der Liverpool-Kapitalismus ist keinen Deut besser. Tragödie und Farce, jaja. Erst wird British Rail privatisiert und es gibt eine nie gekannte Kette von Unfällen, dann soll die Bahn verstaatlicht werden und prompt geht die Berliner S-Bahn vor die Hunde. Und weil die Briten wissen, wie es geht, folgen wir ihrem Beispiel und ruinieren als nächstes die Bundesliga.
Ich hoffe, dass Mainz mit seinem Etat des Platzwarts von Real Madrid gleich mal die Champions League gewinnt, damit dieses Geschwafel von der Wettbewerbsfähigkeit dank Investoren endlich ein Ende hat. Besser wäre ein Gesetz, das es reichen Leuten aus Ländern, in denen Fußball Randsportart ist, verbietet, von einem Verein mehr als nur eine Dauerkarte zu erwerben. Na gut, zwei Würstchen kriegen sie meinetwegen auch noch. Eins in der Hinrunde, eins in der Rückrunde, aber ohne Senf. Und einen Schal erst, wenn sie mindestens zehn Spiele gesehen haben. Und alle Spieler kennen, bis zum letzten A-Jugendlichen auf der Bank. Und nicht mehr fragen, ob das jetzt Hand ist, wenn es Einwurf gibt.
Lassen Sie uns über Geld reden »
5,1 Milliarden hat der Profifußball Wert geschöpft in der Saison 2007/2008 und 1,7 Milliarden an Steuern und Abgaben bezahlt. So schreibt der kicker in seiner Ausgabe vom gestrigen Donnerstag, und die DFL präsentiert die McKinsey-Studie gut getimed auf ihrer Website. Das sind gewaltige Summen. Die Idee, die Vereine sollten für die Polizeieinsätze extra bezahlen, wirkt da plötzlich kleinkariert. Wahrscheinlich geht es den kommunalen Polizeipräsidenten und Innenverwaltungen auch nicht so sehr ums Geld, es ist wohl eher das Gefühl, allein gelassen worden zu sein, als in den letzten Jahren die gewalttätigen Zwischenfälle und Ausschreitungen deutlich zunahmen. Der DFB feierte sein Sommermärchen, die Liga stellte jedes Jahr einen neuen Zuschauerrekord auf, und nebenbei wurden die Polizeieinsätze bei Fußballspielen zunehmend gefährlicher. Wahrscheinlich liegt es aktuell auch am Krisenspieltag 1. Mai mit Neonaziaufmarsch und Gegendemo in Berlin sowie Maifest in Kreuzberg, zusammen mit endlich wieder mal neun Spielen amSamstag wie einst im…
Vielleicht könnten die 54 Profivereine ja eine Stiftung einrichten, die es ermöglicht, deeskalierende Fanarbeit bis hinunter in Liga sechs zu finanzieren, dort, wo keine Fernsehkameras stehen und wo nach Herzenslust geprügelt und gepöbelt wird, wo Fußball kein Standortfaktor ist, sondern Frustventil, Vorwand fürs Saufen, Kalte Heimat, der kulturelle Höhepunkt der Woche. Was würde es wohl kosten, 100 hauptamtliche Fanbeauftragte für die Ligen vier bis sechs (mit) zu finanzieren? 5 Millionen Euro? Das sind 840000 FCN-Schweißband-Sets auf Wunsch auch in der Angstschweiß-Rekordabsteiger-Edition erhältlich, 386000 Geldbörsen Lady “weiß-grün” frisch aus dem Werder-Fanshop für die sparsame hanseatische Hausfrau, 167000 Schulrucksäcke vom FC Schalke 04 für die neuen Neuers oder 50000 Hertha-Herren-Chronographen mit einer programmierbaren Weckfunktion für den Wiederaufstieg 2017. Also eigentlich Peanuts. Die Vereine hätten gegenüber den meist männlichen Haudraufs eine wesentlich höhere Überzeugungskraft als die Polizisten. Denn auch wer gerne mal in der Oberliga eine Runde kloppen geht, hat doch meist ein Herz für einen höherklassigen Verein. Wer sieht, wie es in England vor 25 Jahren war und wie es jetzt in Italien ist, sollte für gepflegte Fankultur bis in die entlegensten Winkel auch etwas investieren. Dann können Polizisten sich in Ruhe das Spiel ansehen, anstatt im Kampfanzug Spalier stehen zu müssen.
Außerdem untersucht der kicker in der gleichen Ausgabe, was im Falle eines Abstiegs bei den fünf heißesten Kandidaten finanziell passieren wird. Freiburg hat jetzt den kleinsten Etat, danach kommt Nürnberg. Gestaunt habe ich, dass Bochum immerhin 37 Millionen ausgeben durfte, fast doppelt so viel wie Nürnberg. Klingt eher nach Blaufuchs als nach Grauer Maus. Hertha hat sage und schreibe 78 Millionen in dieser Höllensaison verbraten. Die Berliner müßten um 40 Prozent abspecken und hätten in der Zweiten Liga mit 30 Millionen immer noch mehr zur Verfügung als Nürnberg und Freiburg zusammen. Höchste Zeit, ein paar Chronometer zu verkaufen.
“Ich bin Hauptkommissar Pachulke von der Mordkommission.” – “Na und, meinste vielleicht, ich mache mir deswegen ins Hemd. Komm zeig mal, was du drauf hast. 25. Mai 1968, MSV gegen Bayern. Hör ich was von dir, du Rotzlöffel?” – “Drei zu Drei”, sagte Pachulke und näherte sich langsam dem Schreibtisch. “Blindes Huhn legt auch mal’n Ei. Das war Glück.” Bert Roth spie in seinen Spucknapf. (Rob Alef, Das magische Jahr, 2008)
Abwarten und Jogi-Tee trinken »
Oh weh, gibt es jetzt etwa eine Führungskrise beim DFB? Das ist ja, wie wenn bei Toyota die Bremsen versagen.
Nachdem uns die schwarz-gelbe Koalition über Nacht neue Dimensionen eröffnete, Hoffnung implantierte und eine konservative Wertegesellschaft buk – nur aus ein bißchen Eischnee und dem, was im Shredder der Hypovereinsbank übrig blieb – scheint sich Deutschland auf seinem Weg zurück zur Weltgeltung die Adduktoren gezerrt zu haben.
Am Donnerstag war alles noch harmonisch bis an die Kitschgrenze – Theo, wir fahren nach Lodz, gab sich Manager Bierhoff optimistisch bezüglich der EM-Teilnahme 2012. Mit einem Mal gibt es möglicherweise häßliche nicht zu überbrückende Differenzen bezüglich der künstlerischen Arbeit, wie das damals auch schon hieß, bei der Scheidung von Pat und Patachon, bei der Trennung von AC und DC, bei all diesen gescheiterten Traumbeziehungen. Solche Widersprüche zwischen ausdrucksstarken Persönlichkeiten sollte man nicht hochsterilisieren, sie lassen sich aber auch nicht einfach wegondulieren. Wahrscheinlich hat einer der erfolgsorientierten jungen Sportstrategen sich im Konferenzraum auf den Boden geworfen und geschrien: Ich kann so nicht arbeiten, ich kann so nicht arbeiten. Und Zwanziger hat gesagt: Probier’s doch mal mit hinsetzen.
Löw gegen Sammer, Ballack gegen Bierhoff, und dieser Flick, war mit dem nicht auch mal was, was ganz Fieses, in den Achtzigern? Dabei sieht er noch so jung aus. Was es wohl für unerfüllbare Forderungen waren, die da laut wurden? Pocher ins DFB-Präsidium? Lebenszeitvertrag für Bierhoff? Dass die beide Oliver heißen riecht ja schon mal verdammt nach Verschwörung. Hat es jemals einen Oliver beim DFB gegeben? Oliver Vogts, Oliver Herberger? Und jetzt gleich zwei. Oder war es ein lukrativer Werbevertrag von Marlboro für Joachim Löw? Aber RAUCHEN GEFÄHRDET IHRE LAKTATWERTE.
Auch wenn mir Bierhoff nicht besonders sympathisch ist, einen Teamchef Sammer brauchen wir am allerwenigsten. Dann doch lieber Magath, selbst wenn er beim Gepäck nachzahlen muss, mit den ganzen Medizinbällen im Flugzeug nach Johannesburg. Borussia Dortmund mahnt uns alle. Nach der Zufallsmeisterschaft haben die schwarz-gelben sechs Jahre gebraucht, um sich von Sammer zu erholen. Löw könnte in der Zeit so viel Gutes tun. Warten wir mal ab, wann Ballack die Schnauze voll hat. Erst wird sein Kumpel Frings gemobbt, und jetzt diese miesepetrige Zwischeneinlage. Darauf erst mal ein Schlückchen von dem echten Jogi-Tee, mit der Kraft der zwei Herzen und dem Karma der acht Chakren.
Als Kevin Kuranyi gehört hat, dass es Stunk gibt beim DFB, hat er übrigens gleich einen Südafrikanisch-Kurs gebucht an der Volkshochschule Gelsenkirchen: Afrikaans, iek kanns, Dankje voor de Flankje. Man weiß ja nie.
Wir sind alle Manager (1) – Schnäppchenjäger sucht Punktesammler »
Durch die verschobenen Fristen hat das kicker-Managerspiel viel von seinem Reiz verloren. Einerseits will man natürlich einen guten Riecher beweisen und seine Teams vom ersten Spieltag an ins Rennen schicken, andererseits läuft die Transferfrist bis zum 31. August. Da sind dann schon vier Spieltage vorbei. Mangels Online-Verbindung musste ich diesmal an den ersten beiden Spieltagen der 3. Liga auch pausieren.
Die abgelaufene Saison war eher durchschnittlich. Am meisten enttäuscht hat meine B-Mannschaft. In der 3. Liga habe ich in der interaktiven Variante (Spielerwechsel in der ersten Elf sind von Spieltag zu Spieltag möglich) mangels besseres Wissen lauter Spieler genommen, die mit B anfangen. Und obwohl ich mit Bemben, Benyamina (beide Union), Bindnagel (Sandhausen) Bröker (Dresden) und Bambara (Regensburg) gleich fünf Spieler mit über 100 Punkten dabei hatte, erzielte ich meine schlechteste Saisonplatzierung am letzten Spieltag und landete auf Platz 21439 von 31178. Bei 20 Vereinen entsprechen 1559 Plätze im Interaktiv-Spiel einem realen Tabellenplatz, ich bin also auf einem schlechten 14. Platz gelandet.
Auch in der Classic-Variante (die erste Elf ist für die ganze Saison festgelegt) bedeutete Platz 17742 von 27781 gerade noch Platz 13 in einer 20er-Liga. Diesmal waren es Spieler mit R, wobei Rauw (Emden), der mit 147 Punkten eine sagenhaften Wert für die Classic-Variante erzielte, durch Leute wie Rapp (Stuttgarter Kickers) mit -30, Reinsch (Paderborn) und Torwart Reus (Aalen) mit jeweils Null Punkten auf dem Boden der Tatsachen gehalten wurde.
In der 2. Liga Classic erreichte das H-Team mit Hain, Hoogland und Hoilett, leider auch mit Hennings (- 40), Hickl und Heithölter Platz 20630 von 39512 umgerechnet Platz 10, stand also etwas schlechter da als St. Pauli, das Achter wurde und die meisten Spieler stellte. Selbst für eine Verlegenheitslösung waren diese Platzierungen eher mittelmäßig.
In der Classic-Variante Bundesliga wurde ich (wieder einmal) vom Verletzungspech verfolgt. Ibisevic, Hartmann (Hertha), Tasci und Kobiashvili waren alle längere Zeit nicht dabei, Risikospieler Simak lief neben der Spur, die KSC-Spieler Eichner und Aduobe waren auch keine gute Idee. Unterm Strich blieb dank Lehmann, Kuranyi und vor allem Misimovic Platz 66072 mit 55 Punkten. Bei 159771 Teilnehmern also ein tapferer achter Platz, genau so schlecht wie Schalke.
Die Bundesliga Interaktiv-Version bescherte Rang 38318 von 212690 Teilnehmerinnen und Teilnehmern. Das bedeutete Platz 4, wobei man bei all der Rechnerei nicht verschweigen sollte, dass die Punktekurve sich stark verflacht und hinter den ersten 200 Tausende von Spielern mit der gleichen Punktzahl kommen. Mit Tremmel (ab Rückrunde Hildebrand), Valdez, Olic, Hajnal wieder Misimovic, Grafite, Gentner, Celozzi (diesmal war der KSC die richtige Wahl), Bordon (Rückrunde Höwedes) landete ich am ersten Spieltag auf Platz 108, der bisher besten Tagesplatzierung. Von da an ging’s bergab, bis ich am 23. Spieltag etwa bei Platz 100000 stand. In einem formidablen Schlussdrittel konnte ich dann noch einmal 60000 Plätze gut machen. Flops wie Schlaudraff, Ljuboja, der leider verletzte Chris und Alberman verhinderten eine bessere Platzierung. Auch ein mit Wolfsburger gespickter Kader schaffte es nicht bis ganz nach oben.
In der zweiten Liga Interaktiv gelang mit Platz 2606 von 48472 die beste Platzierung, ein sehr guter zweiter Platz. Hier waren Toprak, Amedick, Mintal und Terranova die Punktelieferanten. Der Schlußspurt des letzten Aufsteigers Nürnberg trug natürlich auch zum guten Ergebnis bei.
Fazit: Das mit den Buchstabensuppen lasse ich in Zukunft sein, auch Sternzeichen sind kein gutes Kriterium. In der neuen Saison wird alles anders, aber Kuranyi, Mintal und Terranova sind wieder dabei.
Saubermann Sammer und der Sittenverfall »
Dieser Sammer kann einem wirklich auf den Geist gehen mit seinem permanenten Gerede von Vorbild und Jugend und Werte blablablub. Heute schwadroniert er im kicker vom Sittenverfall und nimmt die bösen Trainer aufs Korn, die angeblich ihre Verträge nicht einhalten.
Bei Martin Jol könnte man vom Wegfall der Geschäftsgrundlage sprechen, die mithin eine alsbaldige Vertragsauflösung ermöglicht. Jol wurde geholt, um Titel zu holen. Als der HSV beste Voraussetzungen dafür hatte, entschloß sich das Management, doch lieber Geld zu verdienen und verkaufte Kompany für geschätzte 6 Mio Euro und de Jong für bestätigte 19 Millionen Euro an Manchester City. Hätte der HSV mit den beiden gegen Bremen nur zwei Gegentore kassiert? Wäre eine UEFA-Cup-Sieg 25 Millionen Euro wert gewesen? Das sind nach 5 Jahren Glück, Glanz, Ruhm 5 Millionen Euro pro Jahr also 13700 Euro pro Tag. Zu viel? Für den Briefkopf? Für den Fan? Aus dem Verkauf von van der Vaart hat Jol zu Saisonbeginn noch das Beste gemacht, aber das permanente 0-2-Aufholen in den ersten Spielen zeigte schon, dass der Mannschaft das ganz große Format fehlt. Für drei Hochzeiten war die Substanz nach der Winterpause dann endgültig zu dünn.Und Jol hat im Stillen wohl begriffen, dass der HSV den wirtschaftlichen Erfolg höher einschätzt als den sportlichen.
Hans Meyer hat wie der Pokal seine eigenen Gesetze. Wer glaubt, einen 66jährigen Kommunisten mit einem kapitalistischen Vertragswerk binden zu können, der muss zur Nachschulung in den MEW-Lektüre-Kurs. Beim Club hatte Meyer zunächst die Verabredung getroffen, dass beide Seiten die Zusammenarbeit ohne finanzielle Forderungen vom einen Tag auf den anderen beenden können. Meyer wurde Pokalsieger. Danach erhielt er einen zeitlich befristeten Vertrag, der Club stürzte ab. Meyer wurde entlassen, es folgten Streitereien vor dem Arbeitsgericht, die des Trainers Nimbus bei den fränkischen Fans zum Glück nicht schmälern konnten.
Wäre jemand wie Daum für Köln zu haben gewesen ohne Ausstiegsklausel? Wurde der Messias nicht in einer herzzerreißenden Zeremonie ohne Wenn und Aber inthronisiert? Wäre Podolski ohne Daum zurück gekommen? Hat Magath die für ihn gemachten Vorgaben nicht zu hundert Prozent erfüllt? Professioneller als Magath in den letzten zwei Jahren kann man nicht arbeiten. Wenn jetzt die Langzeittrainer Ferguson, Wenger und Schaaf als leuchtende Beispiele genannt werden, sollte man auch einmal sehen, welche unumstrittenen Kompetenzen diese Leute haben. Mir ist nicht ein Fall bekannt, bei dem das Bremer Präsidium oder sonstige fußballfernen Honoratioren des Vereins Schaaf öffentlich in die Parade gefahren wären. Glaubt denn jemand, Ferguson ließe sich vom CEO des Trikotsponsors AIG in sportlichen Frage hineinreden? Nicht einmal von Obama, obwohl AIG faktisch längst verstaatlicht ist. Sowohl Magath als auch Daum sahen sich einem permanenten Störfeuer innerhalb ihres fachlichen Bereichs ausgesetzt. Wenn man langfristig mit einem starken Trainer zusammen arbeiten will, sollte man vielleicht einfach Ruhe geben (wie es sich in Wolfsburg angeboten hätte), oder die Mannschaft selbst trainieren, was ich Overath jederzeit zutraue. Aber der müsste natürlich erst mal seinen Trainerschein machen, weil Vorbild, Jugend, Extrawurst, Sittenverfall.
Ich bin nicht gegen die Einhaltung von Verträgen, gerade bei jungen Spielern, die von allen möglichen Seiten beeinflußt werden und bestimmte Konsequenzen in der Lebensplanung weniger gut einschätzen können als alte Säcke wie Jol etc. Dass Demba Ba nicht einfach so mal weg kann, dass Gomez noch zwei Jahre beim VfB geblieben ist, dass Diego nicht im Winter zu Juve ging und am Ende der Saison DFB-Pokal-Sieger wurde, das ist schon nicht verkehrt. Es sollte einmal ein Verein kommen, der den tief im Selbstfindungsprozeß verstrickten Spieler (…will Barca…) so lange vor die Wahl Tribüne oder Amateure stellt, bis die vertraglich vereinbarte Leistungswilligkeit wieder her gestellt ist, dann würde diese Lotterie und Lotterei schnell zu Ende sein. Das macht man natürlich nicht, weil 35 Millionen auf dem Konto besser sind als der in der Dritten Liga zum Krüppel getretene Topscorer, aber mir hat die Zivilcourage der HSV-Oberen bei van der Vaarts erstem Abwanderungsversuch 2007 gut gefallen. Wenn sie 2008 nicht umgefallen wären, hätten sie jetzt einen Titel und Martin Jol wäre noch da.
Apropos umfallen: Saubermann Sammer hat im November 2008 Dieter Eilts geschaßt, nachdem dieser die Quali zur U21-EM erreicht hatte. Eilts’ Vertrag wäre noch bis Juni 2009 gelaufen, bis nach der EM, um genau zu sein. Grund für die Entlassung waren “unterschiedliche Auffassungen”. Ja, holla, potztausend, das nenne ich vorbildlich.
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Fabian Ernst über seine Erfolge in der Türkei heute im kicker: “Das Double soll keine Eintagsfliege bleiben.”
Ich hoffe, David Cronenberg macht die Verfilmung.
Hoffenheim und Bayern – Wer hat den längsten…Kontoauszug? »
Bin gespannt, was The Next Uri Geller in der Säbener Straße noch alles so hinbiegt. Insgesamt wirkt die Mannschaft nach wie vor recht volatil. Knackpunkt für die nicht völlig verhunzte Hinrunde war das 4:2 gegen Wolfsburg nach 0:2. Da haben sie gut dagegen gehalten. Borowski hat sich als wichtiger Neuzugang gezeigt. Warum der in Bremen gehen mußte, verstehe ich so wenig wie Hamits Abgang auf Schalke. Mit Arsenal, Barca oder ManU hat der FCB trotzdem nichts zu tun, aber dass Klinsmann ein guter Einpeitscher ist, wissen wir ja durch Sönke Wortmann. Ich halte es für völlig ausgeschlossen, dass man mit dieser Abwehr (und diesem Torwart) die CL gewinnt. Nicht zuletzt, weil jetzt die Auswärtstoreregel greift. Und die Meisterschaft? Es wird enger als letztes Jahr, und die große Abhängigkeit von einem Spieler, nämlich Froonck, findet man ansonsten nur bei deutlich schlechteren Vereinen. Bei Bielefeld und Wichniarek, Hertha und Pantelic, bevor Favre kam. Das 2:2 gegen Stuttgart zeigt, dass man die Big Points in der Hinrunde immer wieder nicht gemacht hat, das letzte Quantum fehlt.
Die Vorbehalte gegen Hopp kann ich nicht verstehen. Er ist der Gegenentwurf zu den Großinvestoren, die mal eben so einen Verein kaufen. Regional engagiert seit vielen Jahrzehnten hat er mit Schindelmeiser, Peters und Rangnick drei hervorragendene Fachleute angeworben und ihnen Zeit gegeben. Die permanenten Stänkereien von Hoeneß und Rummenigge gegen die angeblich zu hohen Transfersummen sind Ausdruck tiefsitzender Verunsicherung. Hoffenheim ist ein Team von Nobodys und ehemalig Gescheiterten. In der Winterpause hat der Verein den einzigen Schwachpunkt verbessert und mit Hildebrand einen hervorragenden Torhüter ablösefrei verpflichtet. Sanogo kostet 250000 Euro Ausleihe. Beide sind kluge und präzise Verstärkungen. Klar, dass Bayern da von Wettbewerbsverzerrung redet. Die Eigengewächse Breno und Oddo werden dort seit zwanzig Jahren behutsam aufgebaut. Die Verletzung von Ibisevic ist für die Statistikfreaks schlimmer als für die TSG. Ich behaupte, im schnellen Systemfußball der Hoffenheimer kann jeder andere Offensivspieler die Tore machen, die Ibisevic gemacht hat. Die meisten fielen zwangsläufig, aus struktureller Überlegenheit heraus. So ähnlich wie beim SC Freiburg in seinem besten Jahr. Weshalb ich auch das Prädikat Weltklasse in der kicker-Rangliste für Ibisevic nicht verstehe. Weltklasse ist ein Tor wie das 1:1 von van Niestelrooy gegen Deutschland bei der EM 2004. Wörns klebt an seinem Rücken, Van the Man steht mit dem Rücken schräg zum Tor. Und blind und an Kahn vorbei im Synchronsprung mit Wörns schießt RVN den Ball über seine Schulter ins Eck. Tore machen, die man eigentlich nicht machen kann, das zeichnet einen Ausnahmestürmer aus. Wenn Sanogo die Streicheleinheiten bekommt, die er braucht, wird er die Laufwege bald so verinnerlicht haben wie sein Vorgänger. Und Tore machen wie Ba und Obasi. Unterm Strich ist Hoffenheim mit Hildebrand und ohne Ibisevic stärker als in der Hinrunde. Ein 5:4 wird es nicht mehr geben. Ein 1:0 wird öfters reichen. Der Rest ist Nervensache.
Für die einen ist Fußball das Geschäft ihres Lebens, für die anderen die schönste Nebensache der Welt. Läge ich wie einst Isaac Davis...
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