Das Manager-Spiel in der Hinrunde »
Wie schon erwähnt, spiele ich in dieser Saison nur Bundesliga, und die Reduzierung aufs Wesentliche hat meinen Mannschaften gut getan. Auch die Entscheidung Classic und Interactive auf 15 Positionen identisch zu besetzen, also das Classic-Team als Grundlage für Interactive zu nehmen, hat sich ausgezahlt.
Bei der Classic-Variante konnte ich am 17. Spieltag mit Platz 613 das bisher beste Tagesergebnis erzielen und in der Gesamtwertung auf Platz 4800 (bei 120000 Teilnehmer/innen) nach oben klettern. Wesentlich dazu beigetragen hat Raul mit seinen drei Toren gegen die gerupften Bremer (oder sagt man bei Fischköpfen: geschuppt?), aber auch Wollscheid ist nach seinem kleinen Durchhänger wieder bei seiner Normalform angekommen. Abräumer Nummer Eins war Reus, der mit 112 mehr als die Hälfte meiner 221 Punkte eingespielt hat. Hoffnung macht, dass die Spieler, die schwächeln – als da wären – Rodnei mit -26, Johnson mit -4 und Feulner mit -2 – allmählich besser in Form kommen. Dass eine Mannschaft mit drei Nürnbergen und drei Schalkern so weit oben steht, ist in jedem Fall erste Sahne.
Bei den Interaktiven sieht es nicht ganz so gut aus. Mein bestes Ergebnis hatte ich am siebten Spieltag. Mit 60 Punkten als Tagesergebnis stand ich auf Platz 4100, um parallel zur Nürnberger Krise nahezu ungebremst und quälend langsam bis auf Platz 38000 abzurutschen. Das Finale der Hinrunde führte mich auf Platz 28000 (von 234000) zurück. Ergänzend zu den Classic-Spielern sind im Interactive-Kader noch Pander und Tiffert hervorzuheben, auch die beiden mit tendenziell leicht aufsteigender Formkurve.
Bleibt die Frage, ob ich neue Spieler holen soll. Manch einer hat sich zu weit aus dem Transferfenster gelehnt und ist dabei böse auf die Nase gefallen. Meine Spieler kommen aus Schalke, Hoffenheim, Kaiserslautern, Gladbach, Köln, Bremen, Hamburg und vom Club. Und bis auf die billigen Füllkäufe ohne Einsätze und Problembär Arnautovic sehe ich bei all diesen Vereinen noch Luft nach oben. Nun gut, Reus und Raul spielen schon am Limit. Aber wenn alle anderen noch ein bißchen besser werden, dann könnte es am Ende für die oberen Zehntausend reichen.
Ich wünsche allen Leserinnen und Lesern ein gesundes und erfolgreiches Jahr 2012. Vielen Dank fürs Lesen, Diskutieren, Klugscheißern, Korrigieren und Widersprechen in den vergangenen zwölf Monaten.
Konsolidierung auf leisen Sohlen »
Schade, dass Wollscheid geht, aber die mindestens 5,5 Millionen Euro, die der Club von Leverkusen erhält, sind mehr als nur ein schwacher Trost. Der notorische Pleitekandidat, der es in den neunziger Jahren bis zum Punktabzug wegen Verstoß gegen die Lizenzauflagen brachte, ist kurz davor, schuldenfrei zu werden. Das Nachwuchsleistungszentrum wurde bei der letzten Zertifizierung von der DFL mit drei von drei möglichen Sternen bewertet. Mit Plattenhardt, Chandler und Wollscheid aus der U23 sowie Mendler und Wießmeier wurden gleich fünf Spieler über den Umweg der eigenen Nachwuchsmannschaften bei den Profis eingebaut. Und die Späher um Manager Bader werden zu Beginn der neuen Saison bestimmt den einen oder anderen weiteren Überraschungskandidaten aus dem Hut zaubern. Die Zeit, in der der Club das Wärmestübchen für alternde Stars von Uli Hoeneß bis Jan Koller war, scheint endgültig vorbei.
Der Verein hat einen Stil gefunden, der zu seinen Möglichkeiten passt. Dazu gehört immer wieder eine Saison, die vorwiegend in der unteren Tabellenhälfte stattfindet, dazu gehören Durststrecken wie die mit acht sieglosen Spielen gerade eben, dazu gehören auch Verkäufe von Schlüsselspielern, wobei Ekici und vor allem Gündogan im stärksten Mittelfeld der Liga sich ähnlich schwer tun wie Schäfer bei seinem annus horribilis in Stuttgart. Aber auch eine Rückkehroption gibt es im Nürnberger Modell. Nicht erst, seit Andy Köpke an den Valznerweiher zurückkehrte. Sogar Vittek hat nach seiner tollen WM 2010 laut vom Club geträumt.
Natürlich wird nicht jeder Nobody so groß einschlagen wie Wollscheid. Und die permanente Leihökonomie, die Didavi und Hegeler wahrscheinlich zu ihren Stammvereinen zurückwandern läßt, ist ist nicht ohne Risiken. Außerdem wird Schlüsselspieler Simons zum Ende der Saison wahrscheinlich aufhören. Trotzdem hat der Club ganz andere Möglichkeiten als früher. Bunjaku, Mak, Nilsson, Judt sind alles keine Überfliger, können aber Leute aus der ersten Elf adäquat ersetzen. Und die Entscheidung, Maroh nicht an Cottbus abzugeben, hat sich als richtig erwiesen. Man braucht heute drei gleichwertige Innenverteidiger, Lüdenscheid ist hier das Musterbeispiel. Maroh muss sich “Black Magic Woman” (Santana) und “Der dritte Mann” (Anton Karas) auf den iPod laden und sich in Geduld üben, um dann in der neuen Saison zusammen mit Klose zu voller Form aufzulaufen.
Nebenbei: Nachdem das 1-0 in Berlin die Spielnote 5,5 erhielt, hat der Club am Samstag wieder ein 1-0, diesmal mit einer glatten 5, gegen Kaiserslautern nach Hause geschaukelt. 15 Punkte mit 14 Toren, das ist auch eine neue Qualität, auch wenn es gerne immer wieder spektakulär, torreich und offensiv sein darf.
===
Auf www.robalef.de sind die neuesten Kritiken zu Kleine Biester zu finden, außerdem war am vorletzten Samstag die Gala zu 20 Jahren Wahrheit.
Die Totgesagten schlagen zurück »
Der HSV 2-0, Wolfsburg 4-1, Leverkusen 2-0. Drei Mannschaften, von denen viel zu selten Gutes zu sehen war im ersten Drittel der Saison, haben sich am Wochenende eindrucksvoll zurückgemeldet. Und Guerrero, Benaglio und Ballack geben den Siegern ein Gesicht. Alle drei galten vor der Saion als Problemfälle beziehungsweise Wackelkandidaten, alle drei haben ihre Bestform wieder gefunden. Das wird ein großes Gedrängel geben. Jede dieser Mannschaten hat das Zeug zu einem Durchmarsch in der Rückrunde, wie Stuttgart ihn schon ein paar Mal geschafft hat. Sogar der HSV ist nur acht Punkte von einem Platz im europäischen Wettbewerb entfernt.
Es fragt sich, wer eigentlich gegen den Abstieg spielt, außer Nürnberg natürlich. Nürnberg hat sich mit dem 0-4 auf Schalke eindrucksvoll in seiner Königsdiziplin zurückgemeldet und gleich einmal den heiß begehrten Relegationsplatz gesichert. Ob da schon auf die Frankenderbys zwei und drei gegen Fürth neben dem Pokalspiel im Dezember spekuliert wird? Ansonsten werden sich ganz am Ende Kaiserslautern, Augsburg, Mainz, Freiburg und noch ein oder zwei Mannschaften tummeln, mit denen jetzt noch keiner rechnet. Vielleicht geht Hertha doch irgendwann die Luft aus. Leider kann Eintracht Frankfurt nicht jedes Jahr aus der Bundesliga absteigen. Nürnberg hat mit dem Restprogramm Kaiserslautern, HSV, Hoffenheim, Leverkusen noch drei direkte Konkurrenten vor der Winterpause, noch steht der HSV nicht auf Platz sechs. Wenn es an Weihnachten 18 Punkte wären, könnte sich keiner beklagen. Die Hinrunde erfüllt bisher meine Erwartungen. Dafür, dass er vier wichtige Spieler verloren hat und zahlreiche Verletzungen zu beklagen hatte, schlägt sich der Club erstaunlich gut. Auch beim 4-0 auf Schalke fiel die Mannschaft nicht auseinander, sondern war lediglich zu brav. Der kicker hat bei den Transfers Tomas Pekhart übrigens als Mitläufer eingestuft. Das ist mir völlig unverständlich, sagt die Redaktion doch ausdrücklich, es komme auf den relativen Wert eines Spielers für einen Verein an. Für den Club ist Pekhart ein Volltreffer.
Die Bayern schrauben ihre Bilanz gegen Mannschaften auf Platz 2 bis 9 auf 3 Niederlagen 2 Unentschieden und 2 Siege. Wie Mainz in der vergangenen Saison war die Gastmannschaft aus Lüdenscheid taktisch überlegen. Eigengewächs Hummels war bester Spieler bei gelb-schwarz, Königstransfer Boateng machte den entscheidenden Fehler. Bremen und Stuttgart kommen noch. Beiden traue ich wenigstens ein Unentschieden zu. Wenigstens hat die zweitbeste Mannschaft Europas im unteren Tabellendrittel mal so richtig gezeigt, wo der Hammer hängt. Dieser Flirt mit Reus kann eigentlich nur heißen, dass Robbens Zeit in München bereits angefangen hat, zu Ende zu gehen. Oder wird sich der Timo ein Jahr lang auf der Bank wiederfinden, was er dann den Rest seiner jäh unterbrochenen Laufbahn als “unglaublich wichtige Erfahrung” verkaufen kann?
Das Märchen von den Über-Bayern »
Zu den beliebten Phrasen zur Einschüchterung der Konkurrenz gehört der Satz: Die Bayern können sich nur selbst schlagen. So, als ob es egal sei, wer da sonst noch auf dem Platz steht. Wenn Gomez in Neapel einen Elfmeter nicht verwandelt, Tollpatsch Badstuber sich einen Ball selbst reinsemmelt oder zwei Spieler ausrasten, weil Pinto von Hannover 96 nach einem Foul auf der Höhe der Mittellinie behandelt wird, könnte man auch sagen: Die Mannschaft ist dem Druck nicht gewachsen.
Eigentlich hätten Boateng und Kroos beide vom Platz fliegen müssen, denn bereits der Schubser von Kroos gegen den 96er-Betreuer war eine rotwürdige Tätlichkeit. Beide Spieler haben an diesem Ort nicht das geringste verloren, sie hatten mit dem Zweikampf nichts zu tun, Pinto liegt draußen und verzögert das Spiel nicht, der Auftritt war völlig überflüssig und in keiner Weise professionell. Über eine rote Karte von Schulz kann man nachdenken, allerdings versucht der, seinen Betreuer zu schützen und Boateng schubst gegen Schulzens Hals und weitaus heftiger als dieser.
Bayern hat gegen die Mannschaften auf Platz 2 bis 9 in der Tabelle bisher fünf Spiele bestritten: gegen Gladbach und Hannover haben sie verloren, gegen Hoffenheim ging es 0-0 aus, gegen Leverkusen und Schalke haben sie gewonnen. Von ihren bisher 26 Toren haben sie sieben geben Freiburg (18.), fünf gegen den HSV (17.), drei gegen Kaiserslautern (14.) und vier gegen den Aufsteiger Hertha erzielt. Das ist keine Bilanz für die man sie pflichtschuldigst zur Übermannschaft ausrufen muss. Dortmund, Stuttgart und Bremen stehen aus der oberen Hälfte noch auf dem Programm.
Es gibt auch andere Mannschaften, die 5-0 gewinnen können. Die tapferen Lüdenscheider Duracell-Häschen zum Beispiel, die sich immer besser in die unheimliche erste Saison nach der Überflieger-Saison reinbeißen, auch wenn sie in der Champions League vermutlich weitherhin kein Land sehen werden. Die haben mit ihrem Verletzungspech und den Nackenschlägen auf europäischem Parkett schon eine Menge wegstecken müssen und sind trotzdem Zweiter. Oder Schalke. Die haben ihren Wunschtrainer durch Krankheit und ihren etatmäßige Torhüter durch Verletzung verloren und sind trotzdem Dritter. Oder Hannover. Die haben die Doppelbelastung der Europa League, weil sie zwei Schlüsselspiele gegen Sevilla mit Bravour absolviert haben, spielen faktisch ohne ihren wichtigsten Stürmer und sind trotzdem Vierter. Oder der HSV. Der ist der HSV und hat trotzdem einen Punkt gegen Wolfsburg geholt.
Apropos Nackenschläge: Für die Bayern gäbe es keinen besseren Moment, sich im Pokal zu blamieren, als gegen den frischgebackenen Tabellenletzten der Zweiten Liga, Ingolstadt. Und am Samstag kommt dann der Club nach München. Zeit für einen Underdogday Afternoon.
===
Und niemals vergessen:
Mein neuer Krimi Kleine Biester erscheint im November bei Rotbuch.
Kaufen und lesen: http://www.hammett-krimis.de/
Die Premierenlesung steigt am 11.11. um 20 Uhr in der Buchhandlung Otherland am Marheinekeplatz in Kreuzberg.
Kommen und zuhören: http://tinyurl.com/3tlkzjy
Viertelbilanz, Teil 2 »
Und hier die weltweisen Anmerkungen zu den Mannschaften auf Platz 10 bis 18.
Hertha BSC: Dank des bodenständigen Babbel und des sympathischen Preetz präsentiert sich Hertha vollkommen flausenfrei und wird den Abstiegskampf weiträumig umfahren können. Der Warnschußarrest in Liga Zwei hat funktioniert. Größte Überraschung: Platz 10 nach acht Spieltagen. Wichtigste Frage: Geht Babbel zu den Bayern, wenn Heynckes dort gescheitert ist?
1. FC Nürnberg: Mit dem 3-3 gegen Mainz hat die Mannschaft bereits die zweite Bewährungsprobe nach dem 1-1 gegen Angstgegner Bremen bestanden und einen Rückstand nervenstark gedreht. Bader hat wieder fantastisch eingekauft. Klose Stammspieler, die neuen Pekhart und Feulner mit wichtigen Toren, jetzt kommt auch noch Mak. Angesichts der Theorie: “Wer Rückstände dreht, wird Meister” und der Ausgeglichenheit des Kaders – sogar Schäfer ist adäquat ersetzbar – wäre Nürnberg eigentlich Meisterschaftsfavorit Nummer Eins. Aber an Spieltag Acht gibt es noch keinen Grund, überzuschnappen. Größte Überraschung: Niemand vermißt Ekici und Gündogan. Wichtigste Frage: Halten die Fans dem psychischen Druck Stand, als Geheimfavorit in die letzten 26 Spieltage zu gehen?
1. FC Köln: Guru Solbakken hat dem Treibauf EffZee die Innere Mitte geschenkt. Auch Podolski meditiert brav über die Epistel: Der Laufweg ist das Ziel. Trotz der dauernden Leistungsschwankungen wird Köln eine erfreuliche Saison spielen und seine Fans auch zu Hause nur noch selten gegen sich aufbringen. Größte Überraschung: Novakovic und Podolski. Wichtigste Frage: Wie wird Solbakken eigentlich korrekt ausgesprochen? Sulbbäcken? Saalbuken? Skolbloggen?
VfL Wolfsburg: Als Untoter schleicht der Meister von 2009 durch die Niederungen der Liga. Für Erfolge zu wenig, für den Abstieg zu viel. Ein Mandzukic allein macht noch keinen Spitzenverein. Magath wird noch die ganze Hinrunde brauchen, um die bösen Geister zu verscheuchen. Benaglio hat er bereits wieder in die Spur gekriegt, Nervensäge Diego abserviert. In der Rückrunde wird es dann deutlich freundlicher aussehen. Größte Überraschung: Das 2-3 im Pokal gegen RB Leipzig, bei dem ich erfreulicherweise live dabei war. Wichtigste Frage: Kriegt Magath auch Helmes wieder hin?
1. FSV Mainz 05: Dafür, dass die drei wichtigsten Spieler weg sind, spielt Mainz eine überragende Saison. Sie sollen froh sein, dass sie die Europa League verpaßt haben, es wird auch so schon schwer genug. Tuchel erweist sich weiterhin als überragender Tüftler und Bastler. Größte Überraschung: Alle Experten, die Mainz eine weitere Spitzensaison prophezeit haben. Wichtigste Frage: Wann hat sich die Mannschaft im neuen Stadion eingewöhnt (vier Spiele, drei Heimniederlagen)?
SC Freiburg: Im Rahmen der Möglichkeiten bisher sehr solide Arbeit. Im Rahmen der Freiburger Selbstversorger-Fruchtfolge steht diesmal wieder eine durchwachsene Saison im Kalender. Marcus Sorg hat sich unspektakulär eingefügt, niemand verliert trotz des holprigen Starts die Nerven. Es könnte auf den Relegationsplatz hinauslaufen. Größte Überraschung: Die Abhängigkeit von Cissé ist kleiner geworden. Wichtigste Frage: Wann erreichen die Neuverpflichtungen Bundesliga-Niveau?
1. FC Kaiserslautern: Entschlossene Grimmigkeit herrscht am Betzenberg: Käptn Kuntz und Steuermann Kurz trotzen der schweren See mit stoischer Ruhe. In der Rückrunde werden die Neulinge endlich auch wirklich an Bord sein. Es würde mich sehr wundern, wenn Kuntz nicht wieder ein überragendes Näschen gehabt hätte. Augsburg und der HSV garantieren, dass Kaiserslautern mindestens auf dem Relegationsplatz verbleiben wird. Größte Überraschung: Die mehr als dürftige Abwehrleistung. Wichtigste Frage: Wer schießt die Tore?
FC Augsburg: Es wird ein toller, aber nur einjähriger Ausflug in die Bundesliga, aber dieser Kader ist nicht erstligatauglich. In Nürnberg hat Augsburg 90 Minuten lang Fußball verweigert. Wenn sich ein Torwart beim Abschlag Zeit läßt, ist das gelegentlich nervig. Wenn er das ab Spielsekunde dreißig tut wie Jentzsch gegen den Club, ist das ein Offenbarungseid. Größte Überraschung: Mit dem Kasperletheater um Thurk wechselt die Puppenkiste das Genre. Jos und Michael, nehmt euch ein Beispiel an Robin und Michael. Wichtigste Frage: Gelingt mit Luhukay der sofortige Wiederaufstieg?
HSV: Seit Dick Advocaat* in Gladbach verbrannte Erde hinterlassen hat, ist kein Verein mehr so derartig umgepflügt worden wie der HSV von Frank Arnesen. Und es sieht alles verdammt nach Hertha in der Saison 2009/10 aus. Wichtige Spieler weg, eine völlig verpeilte Transferpolitik einschließlich der Trainerfrage, niederschmetternde individuelle Fehler, zu hohe Ansprüche. Wenn es blöd läuft für die Hanseaten, spielt der HSV nächste Saison unten und St. Pauli oben. Lustig. Größte Überraschung: Hrubesch wurde immer noch nicht verpflichtet. Wichtigste Frage: Reicht die Zeit, wenn der HSV Beiersdorfer erst in der Winterpause zurückholt?
*und nicht wie fälschlich behauptet, Martin Jol, der ein Supertrainer war. (Danke, Johannes. Das kommt davon, wenn man nur einmal im Monat bloggt.)
Und nicht verpassen:
Rob Alefs neuer Kriminalroman “Kleine Biester” erscheint im November 2011.
Das war super, das war elegant »
Das 3-2 gegen Brasilien, das schönste Länderspiel der deutschen Mannschaft seit dem 4-o gegen Argentinien. Götze macht Spass. Er hat Spielfreude und zwei fixe Füßchen, die zu jeder positiven Überraschung fähig sind. Nicht nur das 2-0 war toll. Da wundert es nicht, dass sein Vorbild Zidane gewesen ist.
Genauso macht es Spass, Lahm zuzusehen. Seit sieben Jahren spielt er auf der schwierigsten taktischen Position, die es gibt, konstant internationale bis Weltklasse. Auch wenn er aussieht wie everybody’s Schwieger- oder Enkelsohn, ist das einfach überragend. Und er ist nach wie vor mit vollem Herzen dabei.
Anders dagegen Gomez. Der kann auch 40 Tore in einer Saison schießen, er wird immer nur ein langweiliger Verrichter bleiben. So wie Amoroso. Der schoß den BVB zwar zur vorletzten Meisterschaft und wurde Torschützenkönig, war ansonsten aber völlig belanglos. Der Konrast zwischen Klose und Gomez war unglaublich. Klose ist einer der großartigsten Spieler, die je in Deutschland einen Ball bewegt haben, hoffentlich ist er bei der nächsten WM noch einmal dabei. Schade, dass er nicht zu Kaiserslautern gegangen ist. Gut, dass er nicht mehr bei den Bayern versauern muss.
In einer Einstellung waren kurz “Helmut” Cacau und “Illy” Gündogan nebeneinander auf der Ersatzbank zu sehen. Zwei ehemalige Clubberer in der Nationalmannschaft, und Didavi und Esswein in der Startelf der U 21. Da zwickt sich der Fachmann doch und der Laie reibt sich die Augen.
Die Arbeit am Mythos »
In dieser Saison dürfte die Zweite Liga prominenter besetzt sein als die Bundesliga, was Mythologie und Historiographie angeht. Oben Augsburg, Hoffenheim, Hertha, Leverkusen, Wolfsburg, Freiburg und Mainz, eine Etage tiefer 1860 München, Dynamo Dresden, Eintracht Braunschweig, St. Pauli, Eintracht Frankfurt, Fortuna Düsseldorf und Union Berlin. Da kann man jetzt natürlich trefflich streiten, wessen Mythos mythischer ist. Der Eigenausbau der Alten Försterei oder die Breisgau-Brasilianer, der Kiez-Klub oder der Karnevalsverein, das Hackentor von Grafite oder Fußball 2000 mit Yeboah-Bein-Okocha, das Bundesligaspiel mit den meisten Zuschauern Hertha – Köln oder die Fans von Jägermeister Braunschweig. Der schönste Mythos kann nicht an gegen eine vogelwilde Vereinspolitik, wie die Sechzger seit Jahren ein ums andere Mal zeigen. Aus den Talenten, die sie deshalb abgeben mussten, könnte man eine EM-taugliche Nationalmannschaft bauen. Umgekehrt kann man sich fragen: Was wäre die Bundesliga ohne Ulf Kirsten, die Tore des Jahres von Bernd Schuster, Reiner Calmund und den großen Ze? Ohne Haching am letzten Spieltag? Die Werkself hat zwar nicht die Aura einer Südtribüne oder eines Betzenbergs, aber wer will bestreiten, dass Vizekusen in der Hall of Fame, Shame and Game sich seinen Platz längst redlich verdient hat?
Männer ohne Nerven »
Früher, da ging es echt übel ab auf dem Reichsparteitagsgelände. Die Nazis waren an der Macht, und immerzu wurde die Volksgemeinschaft mit “Kraft durch Freude” zusammengelockt. Am Samstag war alles ganz anders. Da holten Cohen, Simons & Co. verdient einen Punkt gegen das Festgeld Conto Bayern München, und der sportliche Erfolg stand unter dem Motto “Freude durch Kraft”. Es waren nicht die zwei verlorenen Punkte, die das Fäßchen Hoeneß zum Überlaufen brachten, sondern die einsame Entscheidung, den soliden Butt durch den flatterhaften Kraft zu ersetzen. Wäre van Gaal zu diesem Zeitpunkt nicht in Katar gewesen, wer weiß, man hätte ihn wohl schon im Winter in die Wüste geschickt. Das sympathische Jahrhunderttalent Kraft hat das FCB schon wenigstens acht Punkte gekostet – drei die Hannover gemacht hat, drei die Bayern dort nicht gemacht hat, und zwei in Nürnberg – und das war’s dann auch schon mit dem Ärachen van Gaal. Jonkers und Gerland haben jetzt die schwierige Aufgabe, ihre Männer elegant auf Platz sechs durchzuschleusen, damit sie nicht in der verhaßten Europa League enden, in der ein CL-Sieger wie Porto groß aufspielt.
Soll man sich den Club in der Europa League wünschen? Ich weiß nicht so recht. Die Mannschaft wird wieder wesentliche Spieler verlieren, selbst bei einem Abstieg von Stuttgart gibt es lukrativere Adressen für Schieber. Gündogan und ich fürchte Wollscheid könnten auch verschwinden. Soll man wegen eines Auswärtssiegs bei BATE Borisov den Klassenerhalt aufs Spiel setzen? Wenn wir mal unterstellen, dass sie aus den letzten fünf Spielen noch sieben Punkte holen (darunter einen kleinen, aber gemeinen Punkt in Dortmund), dann hätten sie fünfzig am Ende. Der gemeine Clubfan wäre sicherlich nicht traurig, wenn die Mannschaft nächste Saison elfmal statt neunmal zu Hause gewinnt, und fünfmal statt dreimal auswärts. Oder wieder schon am 25. Spieltag den Klassenerhalt sicherstellt. Diesmal wurden bereits Schalke und Stuttgart bezwungen, Köln und St. Pauli begeisternd besiegt, van Gaal wurde mit einem typischen Eigler-Tor verabschiedet. Gegen Freiburg, Gladbach, Kaiserslautern muss man es zu Hause besser machen, gegen Dortmund und Bremen darf man. Also noch viel Luft nach oben im neuen Jahr und dann am besten gleich Platz vier in 2012 anpeilen und gegen Borisov die CL-Quali schaffen. Für ein Auswärtsspiel in Barcelona kann man 2013 wieder mit dem Relegationsplatz kokettieren.
Froh und dankbar muss man sein, dass der Club mit diesem nervenzerfetzenden Abstiegskampf nichts mehr zu tun hat. Selbst Hoffenheim, die vor Wochen noch von Platz fünf sprachen, kann es noch erwischen. Es ist wie in einem Zombiefilm. Die Totgesagten wie Gladbach und Kaiserslautern kehren zurück, dem Schicksal scheinbar Entronnene wie Stuttgart und Bremen werden von den lebenden Leichen mit in den Abgrund gezogen.
Weit weg von jedem Abgrund ist das erfahrene Vizekusen, das sich auf Platz zwei behaglich eingerichtet hat und dem BVB beharrlich näher kommt. Fünf Punkte und fünf Spiele, könnte eng werden. Dieses Mal könnte Bayer sogar in München gewinnen, das FCB musste schon gegen Mainz und Dortmund Federn lassen. Der BVB hat einen Punkt in Hamburg gerettet, aber Bayer hat sein Spiel eben noch vollständig gedreht und zeigt eine erstaunliche Nervenstärke. Allen voran der immer besser werdende Kießling, der es schafft, Aggressivleader zu sein, ohne dauernd jemand seinen Ellenbogen ins Auge zu stemmen. Dortmund muss noch gegen zu allem entschlossene Bremer, brennende Gladbacher und leichtfüßige Nürnberger spielen. Mal sehen, ob den Duracell-Häschen auf den letzten Metern der Saft ausgeht. Leverkusen wirkt insgesamt reifer, obwohl keiner so ekstatisch jubelt wie die Dortmunder. Und Klopp ist in dieser Saison mehr gelaufen als das gesamte Mittelfeld von Wolfsburg.
Der nette Herr Pezzaiouli »
Als Marco Pezzaiuoli nach der späten 1-2-Niederlage in Bremen die Großchancen seiner Mannschaft aufzählte, klang das schrecklich pennälerhaft. Wer will denn etwas von Statistik hören, wenn der soeben erkämpfte Punkt in der Schlußminute wieder hergeschenkt wurde, wie schon so oft in dieser Saison? Pezzaiuolis bubihaftes Aussehen und seine geringe Erfahrung, vor laufender Kamera zu sprechen, verstärkten diesen ersten Eindruck. Das Ausscheiden im Pokal gegen Cottbus trug auch nicht dazu bei, dem Nachfolger von Rangnick besonders viel zuzutrauen. Auf der anderen Seite zeigte Hoffenheim auf St. Pauli und jetzt gegen den FCK auf einmal, dass es auch in der Lage ist, ein Spiel zu drehen oder sich Punkte zurück zu holen. Plötzlich zeigen sie Nervenstärke und Entschlossenheit gegen zwei besonders kampfstarke Teams. Ob das schon der neue Trainer ist? Auch wenn die Niederlage Kaiserslauterns unglücklich war, in den wenigen Minuten der Zusammenfassung in der Sportschau wirkte die TSG wie ein Team und nicht wie eine Ansammlung von Einzelspielern, die immer noch der fabulösen Hinrunde von anno dunnemals hinterherhechelt.
Die Elf vom Samstag zeigt bereits in dieser Saison die Möglichkeiten für eine Neuausrichtung, bei der Spieler wie Demba Ba von keinem vermisst werden. Da gibt es die jungen Deutschen wie Compper, Beck und den Torschützen Nummer Eins vom Samstag, Rudy, mit Jaissle, Vukcevic und Weis in der Hinterhand. Eichner ließ man gehen, aber der ist in Köln besser aufgehoben, manchmal ist das so, obwohl er genau ins Anforderungsprofil gepaßt hätte. Dann gibt es die gleichfalls jungen Ausländer wie Vorsah, Babel und Sigurdsson, den zweiten Torschützen vom Samstag. Ob der 7-Millionen-Mann Babel sein Geld wert ist, muss man sehen, aber er scheint wohl eher ein Opfer der Liverpooler Krise zu sein als dass er das Fußballspielen verlernt hat. 5-Millionen-Mann Sigurdsson ist jedenfalls ein Vollstreffer. Drittens gibt es die immer noch sehr jungen Alten, die den Aufstieg mitgemacht haben wie Ibertsberger, Salihovic und Ibisevic, den Siegtorschützen gegen Kaiserslautern, der mit sechs Treffern auch schon so viele erzielt hat wie die mächtig gehypten Sam, Allagui und Großkreutz. Starke war zu lange verletzt, um herausragend zu werden, aber mit einem Notenschnitt von 2,92 macht er sich trotzdem sehr gut. Einzige Fremdkörper sind bei diesem Szenario der am Samstag auf die Bank beorderte Simunic und der nach wenigen Minuten vom Platz geflogene Braafheid.
Pezzaiuoli hat jetzt noch 13 Spiele Zeit, seine Mannschaft zu formen und zu zeigen, was er draufhat, auch was sinnvolle Ergänzungen für die neue Saison angeht. Die Chancen auf einen Platz für den internationalen Wettbewerb sind mit dem neuen Coach jedenfalls nicht geringer geworden. Dass auch kleiner gebackene Brötchen lecker schmecken können, zeigt ein ums andere Mal Freiburg, diese Saison werden auch Hannover und Mainz für diesen Weg belohnt. Hoffenheim wird auch in Zukunft mehr Geld in die Hand nehmen können als diese Vereine, aber mehr Bodenständigkeit mit einer taktisch versierten, jungen Mannschaft dürfte zur neuen Unübersichtlichkeit der Liga positiv beitragen. Trainer mit jungenhafter Ponyfrisur sollte man niemals unterschätzen.
Rein ins Getümmel »
Vergangenen Sonntag, zum Abschluß des Rückrundenauftakts, gab es eine Neuheit zu besichtigen. Liga total bzw. die Deutsche Telekom hatte eingeladen, Fußball live in 3D zu erleben. Immer die beiden Sonntagsspiele werden in Zukunft in 3D gezeigt, für einschlägig tätige Blogger und sonstiges Fachpublikum, darunter Clubberer Bernd Krippner von agolnaihaua und zwei Leute von Textilvergehen, gab es den Klassiker 1. FC Kaiserslautern gegen 1. FC Köln. Einschließlich dieser Begegnung trafen die beiden schon 78 mal in der Bundesliga aufeinander. 1991 holten sich die Roten Teufel mit einem grandiosen 6-2 in Köln mit Kalli Feldkamp die Meisterschaft.
Ort der Handlung beim Abstiegsduell war das Andel Hotel in der Landsberger Allee. Dass FC-Fans im Jahr 1235 Neukölln gegründet haben, um näher am zukünftigen Geburtsort von Litti-San und Icke Häßler zu sein, ist ja hinlänglich bekannt, insofern war es für die ein Katzensprung nach Lichtenberg. Die (nur?) zwei FCK-Fans im Publikum kamen wohl aus dem Westteil der Stadt, weil es von da nicht so weit in die Pfalz ist. Vom sechsten Stock hatte meinen einen herrlichen Blick auf die Trasse der Ringbahn und den Fernsehturm im Sonnenuntergang, auf der riesigen Terrasse standen noch immer die Deko-Rentiere und fühlten sich bei sechs Grad über Null sichtlich wohl.
Und dieses 3D? Es hat was. Als amuse-yeux gab es eine Hahnenkamm-Abfahrt, dann wurde es ernst auf dem Betzenberg. Die 3D-Übertragungen werden mit einem eigenen Set von Kameras übertragen und auch separat geschnitten. Die Kameras haben jeweils zwei Objektive und die Brille, die man einschalten muss, legt die beiden Bilder dann übereinander. Die Überblickseinstellungen, die Totalen unterscheiden sich vom herkömmlichen TV nur wenig. Aber sobald die Perspektive ebenerdig wird, verändert sich das Bild. Ob Einwürfe oder Ecken, alles was sich an den Seitenlinien abspielte, brachte einen mitten ins Geschehen, auch die Aufnahmen der Hintertorkamera waren angenehm geerdet. Man merkt plötzlich, wie unübersichtlich es in Strafräumen zugeht, wie schnell die Spieler reagieren müssen und wie wenig sie vom gesamten Spielfeld mitbekommen. Dauernd läuft jemand durchs Bild, es war – gerade bei diesem Kampfspiel mit den vielen Zweikämpfen – aufregend, sich quasi mitten unter den Spielern zu befinden. Die Bildregie experimentierte fleißig und in der zweiten Halbzeit hatten sie einen Rhythmus gefunden, bei dem die Kamera meistens auf Höhe der Grasnarbe blieb und bei langen Bällen und Passagen außerhalb des Strafraums mal kurz hochschaltete, um zu zeigen, wo man sich gerade befand. Ich sitze im Stadion (ja, ich sitze meistens) gerne im unteren Hälfte auf Gegengerade, damit ich einen guten Überblick habe, doch beim Spiel Dortmund gegen Nürnberg am 15. Spieltag 1992/93 stand ich im Westfalenstadion das ganze Spiel über direkt hinter dem Tor vor der Gästetribüne. Der andere Strafraum war nur am Horizont zu sehen, aber als Eckstein in der ersten Halbzeit das 1-0 für den Club köpfte, sah ich das Weiße in seinen Augen. Knut Reinhardts Gewaltschuß, der in der 89. Minute das 3-2 für den BVB bedeutete, schlug quasi über meinem Kopf ein. So ähnlich ist das auch in 3D. Und anders als in den lawinenartig hereinbrechenden 3D-Filmen kann man ein Fußballspiel nicht auf Effekte trimmen. Das Kopfballduell kommt oder kommt nicht, das Abstaubertor kann passieren, muss aber nicht.
Den Wischer von Lakic gegen Eichner sah auch in 3D völlig beknackt aus. Da auch versuchte Tätlichkeiten strafbar sind, fand ich Rot völlig in Ordnung. Er spielt eine tolle Saison, aber hier war Lakic leider ein Depp. Rot für einen Roten Teufel auf dem Betzenberg, das muss man sich erst einmal trauen. Dass die Kölner viel stärker sein werden in der Rückrunde, deutete sich an, wurde mittlerweile durch das 3-0 gegen Bremen bestätigt. Als Podolski nachließ, kam Lautern auf (oder war es umgekehrt?). Jedenfalls verdiente sich der FCK den Punkt zurecht. Zuhause sind sie wie in alten Tagen zu allem fähig, und selbst, wenn Lakic geht, wird Kuntz einen anderen aus dem Hut zaubern.
Einziger Schwachpunkt war wie so oft Jörg Dahlmann. 90 Minuten haltloses Gelaber waren jenseits aller Schmerzgrenzen. Als er nach 80 Minuten von einem “richtig guten Spiel” sprach, gab es höhnisches Gelächter im Publikum, das den Abstiegsfight bekommen hatte, den es erwartet hatte. Dahlmann behauptete auch, das Spiel sei so mitreißend, weil es in 3D übertragen würde. Nice try. Aber wenn er wirklich im Stadion saß, um sich das Spiel dort mit Brille anzusehen, dann muss er mit dem Klammerbeutel gepudert gewesen sein. Aber man kann 3D ja auch ohne Ton und hoffentlich für alle Zukunft ohne Dahlmann-Hologramm sehen, das neben einem auf dem Sofa sitzt und die Nüßchen wegfrißt. Nachdem mir Pay-TV im Moment nicht ins Haus kommt, um nicht die schäbigen Reste eines funktionierenden Soziallebens zu gefährden, werde ich auf die erste 3D-Kneipe warten müssen.
Für die einen ist Fußball das Geschäft ihres Lebens, für die anderen die schönste Nebensache der Welt. Läge ich wie einst Isaac Davis...
2
- 



