Das war super, das war elegant »
Das 3-2 gegen Brasilien, das schönste Länderspiel der deutschen Mannschaft seit dem 4-o gegen Argentinien. Götze macht Spass. Er hat Spielfreude und zwei fixe Füßchen, die zu jeder positiven Überraschung fähig sind. Nicht nur das 2-0 war toll. Da wundert es nicht, dass sein Vorbild Zidane gewesen ist.
Genauso macht es Spass, Lahm zuzusehen. Seit sieben Jahren spielt er auf der schwierigsten taktischen Position, die es gibt, konstant internationale bis Weltklasse. Auch wenn er aussieht wie everybody’s Schwieger- oder Enkelsohn, ist das einfach überragend. Und er ist nach wie vor mit vollem Herzen dabei.
Anders dagegen Gomez. Der kann auch 40 Tore in einer Saison schießen, er wird immer nur ein langweiliger Verrichter bleiben. So wie Amoroso. Der schoß den BVB zwar zur vorletzten Meisterschaft und wurde Torschützenkönig, war ansonsten aber völlig belanglos. Der Konrast zwischen Klose und Gomez war unglaublich. Klose ist einer der großartigsten Spieler, die je in Deutschland einen Ball bewegt haben, hoffentlich ist er bei der nächsten WM noch einmal dabei. Schade, dass er nicht zu Kaiserslautern gegangen ist. Gut, dass er nicht mehr bei den Bayern versauern muss.
In einer Einstellung waren kurz “Helmut” Cacau und “Illy” Gündogan nebeneinander auf der Ersatzbank zu sehen. Zwei ehemalige Clubberer in der Nationalmannschaft, und Didavi und Esswein in der Startelf der U 21. Da zwickt sich der Fachmann doch und der Laie reibt sich die Augen.
Von 0-1 bis 0-1 »
Vor zwei Jahren gegen Spanien im Finale 0-1, jetzt im Halbfinale 0-1, und das soll jetzt ein Fortschritt sein?
Der große Favorit hat die Überraschungsmannschaft verdient besiegt, und ohne Löws Personalentscheidungen bekritteln zu wollen: Es lag auch an der Routine. Ein Neuer mit 50 Länderspielen hält den Kopfball von Puyol vielleicht, ein Özil, der nicht sechsmal mit Khedira zusammengespielt hat, sondern 60 Mal – wenn auch niemals gefühlte 600 Mal wie Xavi, Iniesta und Xabi Alonso – irrt vermutlich nicht wie eine verlorene Seele über den Platz, auf der Suche nach dem freien Mann und dem Pass in die Schnittstelle. Gegen Argentinien ist die deutsche Nationalmannschaft über sich hinaus gewachsen, gestern hat sie die Realität wieder eingeholt. Podolski spielte äußerst dezent, Boateng und auch Lahm fanden beinahe nur defensiv statt, die eingewechselten Jansen, Kroos, Gomez konnten alle keine Impulse setzen. Schweinsteiger war defensiv groß, hätte sich aber entgegen der taktischen Vorgabe irgendwann zum offensiven Spielmacher aufschwingen müssen. Alles blieb irgendwie fahrig, ungenau halbherzig. Wieder so ein Spiel, bei dem man sich insgeheim fragt, ob es mit Ballack anders gelaufen wäre. Die Stelle desjenigen, der das 1-0 macht, auch wenn es mal nicht so läuft, ist im Moment vakant. Klose bekam keinen einzigen vernünftigen Ball.
Aber Spanien, das Team mit den zwei, drei, elf Gehirnen, ist nicht der Maßstab. Der Maßstab ist die EM 2004. Vor zehn Jahren wurde der altteutonische Stil beim 0-3 gegen Portugal endgültig beerdigt und es war schauerlich. 2002 konnte man sich noch einmal gegen kleine(re) Gegner ins Finale pflügen, 2004 herrschte in drei Vorrundenspielen vollkommene Ratlosigkeit. In gewisser Weise war das 0-0 gegen Lettland sogar noch sc hlimmer als die Niederlage gegen Figo und seine Generation vier Jahre zuvor. Danach wurde der DFB entmüllt. Auch wenn er heute mit krächzender Stimme wie ein Untoter aus dem Off bei RTL Banalitäten als Expertisen verkauft, die Rolle des Populisten Klinsmann kann man für die organisatorischen Neuerungen gar nicht hoch genug einschätzen. 2008 gab es erste, zarte Pflänzchen der Hoffnung, bei der EM gegen Polen, Portugal und die Türkei, außerdem das Quali-Spiel gegen Rußland. 2010 hat endgültig einen neuen Standard geschaffen, an dem sich die Mannschaft und ihr Trainerstab in Zukunft messen lassen darf.
Im Halbfinale von Durban waren die Spanier wieder die besseren Spanier, aber es ist nicht so schlimm, wenn von zwei überdurchschnittlichen Mannschaften die bessere gewinnt.
Favorit Holland »
Meister wird, wer Rückstände aufholt, Weltmeister vielleicht auch. Obwohl das Halbfinale vom Mittwoch die größeren Namen bietet, sind die heutigen Kontrahenten bisher die besseren Turniermannschaften. Wer binnen 15 Minuten einen Rückstand gegen Brasilien dreht, ist ein sehr ernst zu nehmender Titelkandidat. Wer nach einem Herzschlagfinale in der Verlängerung sein Elfmeterschießen mit der Herzenskühle einer römischen Gruft absolviert, gleichfalls. Holland hat das bessere Team, aber vielleicht wird Forlan der Maradona 2010, der Spieler, der den Unterschied macht. Am Mittwoch treffen zwei Mannschaften aufeinander, die sich an einem 0-1 in der Vorrunde beide die Zähne ausbissen. Und darin sehe ich auch die große Gefahr für Jogis Fohlenelf: Ihre beiden K.O.-Spiele konnten sie mit einer frühen Führung im Rücken gut herunterspielen. Aber letztendlich waren das 3-1 und das 4-1 gegen England sowie 3-0 und 4-0 gegen Argentinien (gut zu Ende gespielte) Konter. Der Gegner musste aufmachen. Gegen Ghana war es ein schön gezirkelter Schuß Özils, nicht so sehr die ausgeklügelte Spielanlage. Läuferisch sind die Spanier mindestens ebenbürtig, Casillas würde ich trotz seiner durchwachsenen Saison immer noch ein bißchen stärker als Neuer einschätzen. Nehmen wir an, die Spanier gehen wie die Serben in der 38. Minute in Führung. Können die Deutschen ein Spiel dann auch wirklich machen? Die Holländer konnten es auf bravouröse Art und Weise und sind jetzt der ernsthafteste Anwärter auf den Titel. Mit Leuten wie van Bommel und Robben können sie selbst einem Elfmeterschießen gewachsen sein.
Bitte beten Sie nach dem Signalton »
chrismon ist das Magazin der Evangelischen Kirche in Deutschland, das unter anderem von Margot Käßmann herausgegeben wird und der Süddeutschen Zeitung zur allgemeinen Erbauung regelmäßig beiliegt. Natürlich gibt es dazu auch den dazugehörigen chrismonshop, wo man schoppenweise oder in der Flasche leckeren Meßwein und andere Weltlichkeiten erstehen kann. Zur WM 2010 und zu jedem anderen Hochamt der pantheistischen Zivilreligion des 20. Jahrhunderts gibt es dort jetzt das Buch “You’ll never walk alone” zu erstehen. Mit CD. Für 16 Euro. Was auf den ersten Blick eine Sammlung der schrecklichsten Anekdoten aus der Geschichte der Regensburger Domspatzen vermuten läßt, ist tatsächlich die von Nils Husmann herausgegebene und von Kitty Kahane illustrierte “bekannte Fußballhymne“. Husmann ist nicht nur Redakteur von chrismon, sondern hat auch einen Namensdoppelgänger. Dieser spielt bei SG Aumund-Vegesack in der Bremen-Liga. Das Spielerprofil auf tranfermarkt.de weist ihn als dreiundzwanzigjährigen Mittelstürmer aus, sein Marktwert ist unbekannt. Unbekannt ist auch, ob einer der beiden Nilse den Satz “Liebe deinen Spielerberater wie dich selbst” geprägt hat. Jedenfalls hat Manni Breuckmann das Nachwort zu dem Buch verfaßt. Getreu der Devise des hardest-working man in show business vor James Brown, Martin Luther, beherzigte Breuckmann stets die Hl. Dreifaltigkeit der Live-Schalte: Tritt frisch auf!, Tu’s Maul auf!, Hör bald auf! Nicht nur von Schalke-Fans wird er deshalb schmerzlich vermißt. “You’ll never walk alone” wurde von 1945 von Rodgers & Hammerstein geschrieben und erklingt auf der CD unter anderem in Interpretationen von Mahalia Jackson und Gerry & the Pacemakers, die daraus 1963 einen Nummer-Eins-Hit schufen. Sollte es also am Samstag in der 88. Minute 2-1 für Argentinien stehen, weiß die Gemeinde, wo im Gesangsbuch sie nachzuschlagen hat: Don’t be afraid of the dark. Den Rest wird Klose dann schon richten.
Zeit der Fehler »
Ein Bloemfontein- und zwei Abseitstore in acht Spielen. Jetzt bewegt sich sogar die FIFA, gegen die im Vergleich der Vatikan ein junges Non-Profit-Unternehmen mit flachen Hierarchien ist. Bei solch klaren Toren wie dem gegen Deutschland ist ein technisches Hilfsmittel bestimmt vernünftig, aber was soll der Chip im Ball bei dem Tor von Tevez machen? Einen Selbstzerstörungsmechanismus auslösen? Um Hilfe schreien?
Im Achtelfinale haben sich bis auf Ghana immer die Gruppenersten durchgesetzt, was zeigt, wie eng es in den Gruppen zuging. Viele Zweite hätten auch Dritte werden können. Jetzt ist ein rein südamerikanisches Halbfinale möglich, keine schlechte Revanche für 2006. Aber abwarten. Spanien sehe ich stärker als Paraguay, Ghana hat den Heimvorteil. Für Holland wird es ganz schwer, sie müssen eine Sternstunde erwischen, so wie Frankreich 1998 im Endspiel. Und Schland? Außer Rand und Band? Spielt Diego an die Wand? Oder doch Ausstand nach Rückstand beim Endstand? Argentinien wurde von Mexiko eigentlich ganz gut beschäftigt bis zu dem Abseitstor. Aus dem Hintergrund müßte Schweinsteiger schießen, Schweinsteiger schießt…
Hurra, endlich WELTmeisterschaft »
Die Vorrunde ist zuende, Zeit ein wenig Bilanz zu ziehen. Von den 48 Vorrundenspielen habe ich fünf mit dem exakten Ergebnis und achtzehn von der Tendenz her richtig, darunter auch den Sieg der Slowakei gegen Italien, den ich mit 2-1 prognostiziert hatte. Bei den Achtelfinalkandidaten liege ich bei sieben Mannschaften mit der Platzierung in der Gruppe richtig, darunter auch mein chilenischer Geheimtipp auf Platz zwei, fünf weitere kamen zwar weiter, aber auf einem anderen Platz als erwartet. Auch Deutschland und Ghana tauschten die Plätze, ich hatte die Afrikaner als Gruppensieger eingestuft.
Die große Enttäuschung waren die afrikanischen Teams, nicht so sehr Südafrika, die wirklich eine brockenschwere Gruppe erwischt hatten, sondern vor allem Nigeria und Kamerun. Die Gastgeber und die beiden anderen konnten einen Vorsprung nicht verteidigen (gegen Mexiko, Griechenland, Dänemark) und schieden alle drei aus. Algerien war in der Gruppe C viel zu schüchtern. Die Elfenbeinküste hatte das Pech, in einer Gruppe mit den Vereinigten Betonwerken aus Portugal und Brasilien gelandet zu sein. Dass Portugal gegen niemand ausser Nordkorea Tore schießt, ist ein schlechter Witz. Ghana ist jetzt der afrikanische Hoffnungsträger und anders als vor vier Jahren ist die Hoffnung gar nicht mal so klein.
Was bei den Afrikanern auffiel, sind die taktischen Fortschritte. 1990 spielte Kamerun im englischen Stranfraum noch Jojo, anstatt das entscheidende 3-1 zu machen, heute sieht das vom Spielansatz bei allen sehr solide, sehr lehrbuchmäßig aus, manchmal auch langweilig. Das Überraschungsmoment, der gelegentlich genialisch aufblitzende Wahnsinn schlummert im Verborgenen. Die Skandalnudeln dieser WM kamen bisher aus Frankreich, Nordkorea und Italien. Auch das ist ein Hinweis auf zunehmende Professionalisierung in Afrika. Wichtig wäre eine gute Ausbildung für afrikanische Trainer. Die monats- oder jahresweise Verpflichtung von Europäern bringt nichts. Wenn bei europäischen Spitzenvereinen immer der kommunikative Aspekt des Trainer betont wird (muss Deutsch/Spanisch/Englisch) sprechen, gilt das erst recht für die besondere Situation in Afrika. Es wird aber noch dauern, bis die jetzige Spielergeneration ins Traineralter kommt. Auch da ist Drogba jemand, der die Dinge verändern kann. Er ist einer, “der als Spieler immer schon wie ein Trainer gedacht hat”, ein afrikanischer Sammer.
Bei der WM 2006 standen zehn europäische Mannschaften im Achtelfinale, diesmal sind es nur noch sechs, die sich nach dem Achtelfinale gegenseitig auf drei eliminiert haben werden. Sehr schön. Durch die großen und kleinen Überraschungen (Frankreich, Italien raus, Uruguay und USA Erster, England Zweiter, Japan, Südkorea, Chile dabei) wird aus der Vierergruppe Uruguay/USA/Südkorea/Ghana einer ins Halbfinale kommen. 2006 war das leider eine rein europäische Angelegenheit. Die belächelten Südamerikaner der zweiten Kategorie und die Gastgeber von 2002 haben aufgeholt, die Afrikaner hoffen auf Ghana. So wie ich.
Meine Tipps fürs Achtelfinale:
Uruguay – Südkorea 2-1 n.V.
Die Urus spielen endlich so wie ihre Hymne klingt, wie eine Ouvertüre von Mozart, und nicht mehr wie Rammstein. Bessere Abwehr schlägt gute Abwehr, für Südkorea war es trotzdem ein Riesenerfolg. 500000 früh um drei beim Public Viewing in Seoul, das ist nicht mehr zu toppen.
USA – Ghana 0-2
Die Ghanaer erzielen ihre ersten beiden Tore aus dem Spiel heraus, der Prince schlägt Donovan. Ghana kann im ersten K.O.-Spiel mehr zulegen, den USA geht nicht der Teamsprit, aber die fußballerische Substanz aus.
Deutschland – England 2-4 n.V.
Das einzige Ergebnis, mit dem die Engländer bei einer WM gegen Deutschland gewinnen können. Raus mit Applaus für Löws sich weiterhin stetig dezimierende Truppe. Aber vielleicht kommt ja alles ganz anders. Aus dem Hintergrund müßte Lahm schießen, Lahm schießt…
Argentinien – Mexiko 3-2
Was die Deutschen für England, sind die Argentinier für Mexiko: ein Alptraum mit 22 Beinen. Argentinien war beste Team der Vorrunde und wird trotz seiner Rumpelabwehr einfach wieder ein Tor mehr schießen.
Holland – Slowakei 5-4 n.V.
Die Holländer haben sich noch nicht verausgabt und kommen weiter. Sie müssen dabei an ihre Grenzen gehen. Robert Vittek macht Tor vier bis sieben und beschließt, nach Nürnberg zu wechseln, um dort die zehnte Meisterschaft klar zu machen.
Brasilien – Chile 3-4 n.E.
Sie haben richtig gehört: Dunga-Fußball darf auf die Dauer nicht belohnt werden. Und wer sonst als eine chilenische Mannschaft mit einem argentinischen Trainer kann diesen Job erledigen. Es wird 0-0 stehen nach 120 Minuten und dann kommt die große Stunde des chilenischen Torwarts Claudio Bravissimo.
Paraguay – Japan 1-3 n.V.
Japan hat im Turnier zugelegt, Paraguay hat abgebaut. Paraguay spielte insgesamt nicht schlecht, Japan spielte gegen Dänemark toll. Und Honda wollen wir noch ein bißchen länger sehen.
Spanien – Portugal 5-0
Ich hoffe, dass der Turnierfavorit endlich einmal spielt, was er kann und die Maurermeister vom Algarve wieder nach Hause schickt. Cristiano Ronaldo ist ein langweiliger Schönling, der von Mourinho alsbald abgeschoben werden wird.
Neuer Endspieltipp: Ghana – Argentinien. Mit den United People of Africa im Rücken könnte es klappen.
Paraguay und Chile spielen wenigstens Fußball »
Italiener erschuften gegen Neuseeland einen Punkt, Brasilianer spielen wie Italiener, Ivorer scheitern an der mangelnden Courage. Es sieht fast alles furchtbar verschult aus, sehr gelehrsam, aber nicht unbedingt attraktiv. Am besten sind immer noch die Holländer und die Argentinier drauf, sowie Chile, Paraguay, Uruguay und Mexiko. Erstere dominant, aber nicht fulminant, zweitere konsequent offensiv, ohne dass das Spiel zur Messi-Show werden würde.
Penetrant sind nahezu alle deutschen Moderatoren und Experten, die sich nach einem 4-0 über Australien berufen fühlen, dem Rest der Welt Moralpredigten über Offensivfußball zu halten. Selbst das unterirdische 0-0 der Engländer gegen Algerien und das erbärmliche 1-1 der Italiener war nichts im Vergleich zum 1-0 Eröffnungsspiel gegen Bolivien 1994. Von den EM 2000 und 2004 wollen wir gar nicht erst anfangen. Hoffen wir darauf, dass die Spanier die Kurve kriegen und die Chilenen trotzdem weiterkommen. Beide können den Brasilianern Paroli bieten.
Müde Mythen »
Jedes Tournier hat seinen Außenseiter, der groß und unerwartet und unbekümmert aufspielt. 1986 war das Danish Dynamite mit Preben Elkjaer-Larsen, 1990 Kamerun mit Roger Milla. Gestern gab es unglückliche Dänen und ratlose Kameruner zu sehen oder im Live-Ticker zu lesen. Das Eigentor der Dänen hat den spielentscheidenden Pannen dieses Turniers eine weitere hinzu gefügt, wobei Holland ganz sicher verdient gewonnen hat. Das erste Spiel ist immer ein Nervenspiel und vielleicht tut es Oranje gut, den Zauberfußball nicht gleich aus dem Fußgelenk zu schütteln. Robbens Ausfall wird dieser Mannschaft weniger schaden als dem FC Bayern.
Kamerun stand sich selbst im Weg und die Japaner nutzten ihre einzige echte Chance, um das Spiel beherzt für sich zu entscheiden. Die Gastgeber von 2002 beide mit Auftaktsiegen. War wohl doch nicht alles nur Heimvorteil und Schiedsrichterglück damals. Dass Kamerun gute Spieler hat, steht ausser Zweifel, ich denke, es liegt an der halbherzigen Taktik von Le Guen. Ich frage mich, wie sie spielen würden, wenn sie von Magath, Mourinho oder jemand trainiert würden, der ihnen das Selbstbewußtsein gibt, ihre offensiven Stärken auszuspielen. Nervig war der Reporter in der ARD (Simon?), der genauso wie abends der Kollege bei RTL bei Italien – Paraguay unentwegt Deutschland als leuchtendes Vorbild erwähnte. Glauben wir ausnahmsweise mal dem CIA Factbook, das Kamerun auf Platz 95 der Volkswirtschaften listet. Wahrscheinlich gibt der DFB für die Operation Vierter Stern mehr aus als Kamerun für Schulbildung. pro Jahr. Sind sie eben ins Turnier gestolpert, kein Grund naseweis zu werden. Ein holperiger Start sagt nichts über den Turnierverlauf aus. Viele Wege führen ins Finale, wo sich auch Mannschaften wiederfanden, die ihr Auftaktspiel verloren, zum Beispiel Argentinien 1990 gegen Kamerun.
Gruppe D – Jogis Kindergarten bittet zum Tanz »
Köhler und Koch geben den Amtslöffel ab und die Partei der Deutschen Einheit verschmäht Joachim Gauck als Präisdentschaftskandidaten. Der Mohr hat längst schon seine Schuldigkeit getan. Es sind kleine Zeichen des Verfalls, aber in turbulenten Zeiten war die Auswahlmannschaft des DFB immer besonders gut. 1974 war Willy Brandt gut einen Monat vor der WM zurückgetreten, 1990 tobte gerade der Wiedervereinigungswahnsinn durch die Lande, 1954 setzte sich der Präsident des Bundesamtes für Verfassungsschutz, Otto John, kurz nach der WM in die DDR ab. Diese junge Mannschaft hat alle Voraussetzungen, um Weltmeister der Herzen nicht nur in Deutschland zu werden. Dass es für den Titel reicht, halte ich für äußerst unwahrscheinlich.
Serbien ist sicherlich nicht mit der Mannschaft 2006 zu vergleichen, die von Argentinien so brutal vorgeführt wurde. Mannschaften aus dem ehemaligen Jugoslawien verbinden durchweg technische Qualitäten mit großer Zweikampftstärke, der Sieg gegen Bosnien hat es gezeigt.
Australien hat den Qualifikationskontinent gewechselt und sich trotzdem durchgesetzt. Es wird schwierig, gegen sie zu bestehen. Noch so eine Mannschaft ohne große Stars, das liegt nicht nur an den vielen Verletzungen. Erfahrene Trainer machen aus Freizeitfußballern ernsthafte Achtelfinalkandidaten.
Ghana stapelt tief, es kann nicht sein, dass sie so grottenschlecht spielen wie in der Vorbereitung. Sie haben ohne Essien einen tollen Afrika-Cup gespielt und sollten die Vorrunde überstehen.
Serbien – Ghana 1-2
Deutschland – Australien 2-1
Deutschland – Serbien 1-1
Ghana – Australien 1-0
Ghana – Deutschland 1-1
Australien – Serben 2-2
Gruppensieger: Ghana
Gruppenzweiter: Deutschland
Gruppe B – Prognose und Tipps »
Argentinien ist für mich einer der Favoriten, nicht trotz, sondern auch wegen Maradona. Der Mann mag wahnsinnig sein und wahnsinnig fett obendrein, aber er hat etwas Magisches, was man für erfolgreichen Fußball braucht. Außerdem würde er bei einer 1-0 Führung im Viertelfinale nie Riquelme auswechseln.
Nigeria läßt sich schwer einschätzen. Anders als Kamerun spucken sie wenig großeTöne und anders als Ghana sind sie bisher von Verletzungen verschont geblieben.
Südkorea wird wie immer schwer zu spielen sein. Seit 2002 haben sich einige Koreaner in den großenLigen Erfahrung geholt, das Achtelfinale ist nicht auszuschließen, ich favorisiere aber die Afrikaner.
Griechenland wird in dieser Gruppe keine Schnitte machen. Rehakles fährt mit seinem team nach drei Spielen wieder nach Hause.
Südkorea – Griechenland 1-0
Argentinien – Nigeria 3-1
Argentinien – Südkorea 1-0
Griechenland – Nigeria 0-2
Griechenland – Argentinien 0-4
Nigeria – Südkorea 2-1
Gruppensieger: Argentinien
Zweiter: Nigeria
Für die einen ist Fußball das Geschäft ihres Lebens, für die anderen die schönste Nebensache der Welt. Läge ich wie einst Isaac Davis...
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