Rob AlefFür die einen ist Fußball das Geschäft ihres Lebens, für die anderen die schönste Nebensache der Welt. Läge ich wie einst Isaac Davis... [weiterlesen]


Das linke Dings mit Frings »

So jetzt mal rein menschlich, von den Umgangsformen her, war das eine wirklich miese Kiste mit Frings. Ihm schnell noch zu sagen, dass er nicht fit ist, bevor er im Fitnesstest den netten Herrn Löw Lügen strafen kann, zeugt von wenig Selbstbewußtsein. Immerhin sind der Bundestrainer und sein nicht minder netter Kanarienvogel Hansi extra nach Bremen gefahren, um es Frings mitzuteilen. Nicht einfach so per SMS Schluß gemacht, extra nochmal mit Schleifchen verpackt und den Abschiedsgruß persönlich vorbei gebracht. Egal, ob Hitzlsperger und Podolski außen vor sind, wer beim DFB nicht brav ist, der muss ohne Nachtisch ins Bett, auch Kuranyi kann rackern und Tore schießen wie er will.

Andererseits frage ich mich gerade, wer 1974 und 1990 der älteste Feldspieler war, der in einer deutschen Anfangself stand. Ein 33jähriger war es glaube ich nicht. Also ist doch was dran an dem Verjüngungsprogramm? Aber dann wäre Ballack ja eigentlich auch schon zu alt. Sollte Ballack von dem Ringelpietz jemals genug haben und einfach zurücktreten, aus Solidarität mit Frings und weil er keine Werbeaufnahmen mehr machen möchte und Oliver Bierhoff nicht mehr sehen kann und es nicht mag, wenn Podolski ihm vor vier Millionen Zuschauern eine Maulschelle gibt, dann sähe Löw älter aus als Frings jemals werden wird.

Zum Tod von Robert Enke »

Das einzig Erfreuliche am gestrigen Tag war Theo Zwanziger. Der Mann besitzt eine stille Lauterkeit, die es ihm ermöglicht, ohne falsches Pathos von der notwendigen Dauer zu reden, die Trauer braucht, und das Länderspiel gegen Chile völlig selbstverständlich abzusagen. Ich wage mir die gleiche Situation mit Mayer-Vorfelder nicht einmal vorzustellen. Zwanziger zur Seite saß Oliver Bierhoff, der 25 Jahre jünger aussah als sonst. Das Weinen machte seine Gesichtszüge weich und rundlich. Kein lässiger Macher, der da sprach, ein immer noch recht junger Mensch, der über den Tod eines noch jüngeren Kollegen zu reden hatte. Sofort kann man naürlich einwenden, dass das Spiel ja wohl nicht abgesagt worden wäre, wenn es die WM-Quali gewesen wäre, und hat nicht Schalke an Nine-Eleven auch gegen Panathinaikos gespielt, also alles Heuchelei. Aber manchmal gibt einem das Schicksal erst den Schlag und dann eine Atempause.

Weil der DFB menschliche Größe bewiesen hat, spare ich mir Mutmaßungen darüber, dass der Logik des Merchandising folgend nach der Vorstellung der neuen Trikots nun eigentlich sofort die Vorstellung des neuen Trauerflors folgen müßte. Auch ich bin traurig, dass Robert Enke tot ist.

Als Hannover am dritten Spieltag 2-0 in Nürnberg gewann, bekam Enke die Note drei. Er hatte gegen die meist planlosen Nürnberger wenig zu tun und tat dies fehlerfrei. In erster Linie war dies ein Sieg des Schlitzohrs Jiri Stajner. Ihm gönnte ich seine beiden Treffer, vor allem das zweite. Ein wenig freute ich mich auch für Robert Enke. Obwohl Hannover potenzieller Rivale im Abstiegskampf oder zumindest eine Mannschaft ist, gegen die man zu Hause gewinnen muss, mir war es wesentlich lieber, dass Enke dieses Erfolgserlebnis hatte, als sagen wir Müller aus Mainz oder Nikolov aus Frankfurt. Vielleicht, weil man jemandem, der seine kleine Tochter verliert, während Fußballdeutschland vom Sofa aus Anteilnahme (ver)übt, nichts Böses wünscht, sondern gerne etwas Gutes, und sei es auch nur einen unverhofften Auswärtsieg. Vielleicht auch, weil Enke auf eine unspektakuläre Art geradlinig war, realistisch seiner Leistung gegenüber ebenso wie den sportlichen Möglichkeiten in Hannover.

Wenn der Kapitän der Roten nach Spielen sein Pflichtstatement vor laufender Kamera abgab, dann war das niemals glatt oder routiniert. Weder spulte er den präfabrizierten Mediensprech herunter noch gab er die Rampensau. Hinter seiner hohen Stirn dachte er gründlich nach, bevor er etwas sagte. Dass er als Fußballprofi eine öffentliche Person war, ertrug er mit schlecht verhohlenem Widerwillen. Auf dem Platz in seinem hautengen Trikot sah er immer sehr schmal aus, als trüge er das Gewicht der Welt auf den Schultern.  Ein fragiler Athlet, ein zerbrechlicher Ausnahmetorwart. Wie gut es den 96-Fans getan haben muss, dass so jemand ihnen die Treue hielt, ohne dauernd Treueschwüre abzugeben, dass jemand, den man in ganz Europa mit Handkuss ins Tor gestellt hätte, aus voller Überzeugung Kopf einer Durchschnittsmannschaft war, kann erahnen, wer solch wunderbare Jahre mit Andy Köpke einst erleben durfte.

Sebastian Deisler hat in der Hochleistungsshow Bundesliga während seiner aktiven Zeit seine Verletzlichkeit, sein Grundrecht auf ein beschädigtes Leben, mit manchmal provozierender Unübersehbarkeit gelebt, bis es nicht mehr ging. Er bleibt die Ausnahme in der Liga der großen Investitionen, die stets auch große Vorbilder sein sollen.  Am besten Sieger, und wenn Verlierer, dann nur episch. Bitte keine Ehe-, Alkohol-, Führerschein- oder Akklimatisierungsprobleme, eine bei manchen Vereinen bis ins letzte Komma vorgegebene Sprachregelung für die corporate identity, und wie schnell hat man sein Geld nicht verdient, wenn mal einen schlechten Tag oder einen schlechten Monat hat. Selbstverständlich sind alle gegen Rassismus, aber keiner ist schwul.

In diesen Tagen war viel von der Freiheit die Rede, die wir vor 20 Jahren errungen haben, und das ist bestimmt auch nicht falsch. Aber was für eine Freiheit ist das, wenn jemand sich eher das Leben nimmt, als offen einzuräumen, dass er Depressionen hat? Sollte es hier und heute, ohne blaue Hemdchen und Herren in grau lackierten Trabis  so etwas wie Konformitätsdruck geben, der zum Tode führt? Mitten im ewigen Völkerfrühling sterben Menschen an inneren Erfrierungen? Vor zwei Wochen fuhr ich mit dem Zug nach Nürnberg. Der stand dann außerplanmäßig drei Stunden in Kronach bei Bamberg herum, weil die Strecke total gesperrt war. “Betriebsstörung mit Personenbeteiligung” ist die Bezeichnung im Bahndeutsch für Leute wie Robert Enke.

In Berlin werfen sich pro Monat etwa zwei Menschen vor einen U-Bahn-Zug. So gut wie nie ist ein DFB-Torhüter darunter, weshalb sich das öffentliche Entsetzen bei diesen “Fahrgastunfällen” in Grenzen hält.  Bedauerlicherweise gehört es unter den gegenwärtigen Bedingungen nicht nur zum Standard, Gewinne zu privatisieren und Verluste zu sozialisieren. Es gelingt zugleich, das Scheiden aus dem Leben, die kleine Abstimmung mit den Füßen immer ganz und ausschließlich privat zu deuten, während der Erfolg sofort Zulauf von offizieller Seite findet und umstandslos als systemisch gedeutet wird.  Ich frage mich, ob einer der vielen Spitzenpolitiker, insbesondere eine bestimmte Spitzenpolitikerin, die sich 2006 und 2008 im Glanz der DFB-Elf gesonnt haben, ein paar mütterliche Worte zur Dialektik vom Zwang zur fehlerfreien Funktionstüchtigkeit und Freitod in der Lage zu finden sind. Vielleicht will man sich ja in Südafrika auch wieder in der Kabine tummeln und dem nächsten Elfmetertöter gerne persönlich gratulieren.

Kuranyi kommt langsam auf Touren »

Letzte Woche eins, diesmal zwei gegen den HSV. Kuranyi kommt langsam in Schwung. Er und Kießling sind im Moment die besten deutschen Offensivleute, Gomez hat immerhin drei, Klose und Poldi sind unter ferner liefen, Helmes ist noch verletzt.

Ich gehe nicht davon aus, dass Löw seine Meinung bezüglich Kuranyi ändert, aber das muss auch kein Nachteil sein: Wenn Klose und Gomez gegen die Elfenbeinküste Fußball zelebrieren, kann Kuranyi regenerieren. Und darüber phantasieren, dass ihn die Bundestrainer trotz seiner schlechten Manieren nachnominieren, um auf dem größten von allen Weltturnieren Bälle in des Gegners Netz zu platzieren.

Der Dicke und sein Belgier »

Ich liebe Länderspielpausen, auch wenn die Schreibabstinenz war gar nicht so lange geplant war. Aber manchmal sind Nebensachen tatsächlich Nebensachen. Und so viel ist auch gar nicht passiert, vor allem bei der Nationalmannschaft. Özil wurde kräftig gehypt, während Schweinsteiger eigentlich einmal eine Pause verdient hätte. Gegen Dortmund war er zwar gut, aber gegen diese Dortmunder hätten auch Lell, Ottl und Rensing gut ausgesehen. Mehmet Scholl bereitet schon die nächste Generation hoffnungsvoller Nachwuchstalente auf Lionel Messi vor. Vier Tore gegen Barcelona kassieren fühlt sich auch nicht viel anders an als vier Tore gegen Sandhausen kassieren. Bin gespannt, wie Abwehrchef van Buyten sich in Israel gegen einen international aufstrebenden Gegner präsentiert, obwohl vier Tore, da müßte er schon einen richtig schlechten Tag haben. Bergomi sieht die Bayern heute im kicker in der CL höchstens im Viertelfinale. Sollten sie die Gruppenphase überstehen, müßten sie im Winter nachlegen, sonst reicht es wahrscheinlich nicht einmal dafür. Wenn alles nach Plan geht, werden sie in dieser Gruppe bestenfalls Zweiter, das hieße im Achtelfinale Rückspiel auswärts.

Bin auch gespannt, was der große Reformator Uli Hoeneß sagt, wenn sein Belgier sich für die EM in Polen und der Ukraine (oder war es Deutschland, Norwegen, Aserbeidschan?)  erst durch eine Qualirunde quälen muss, um dann in der Hauptrunde chancenlos richtig eingeschenkt zu bekommen. Spieler aus Schwellenländern wie Belgien, Paraguay (Santa Cruz) oder Iran (Ali Karimi und Ali Daei) sind demnächst das reine Gift für einen geordneten Spielbetrieb. Oder gibt es da noch eine Zusatzklausel: Keine Qualifikationsrunde  müssen bestreiten Länder, von denen der FC Bayern Nationalspieler unter Vertrag hat. Demnächst spielen bei den Bayern eh zehn Holländer und Ribery. Ob T-Com dann seine corporate identity aufhellen läßt? Oder spielt Oranje zukünftig in rot?

Lob des Butt »

Es ist schon bemerkenswert, wie der große Kühle aus dem Norden beim Ringelpietz mit Auswechseln stets die Nerven behält. Als Ersatz verpflichtet, ging er brav mit Käptn Klinsman auf Buddhafahrt, überstand das Katstrophendebüt in Barcelona, für das er nichts konnte, und war einer der Spieler, die im Schlußspurt noch den Platz in der Champions League sicherten. Nach Heynckes kam der dritte Trainer in zwölf Monaten, der erneut Rensing den Vorzug gab. Und jetzt debütierte die Nummer 2 am vergangenen Samstag im richtungsweisenden Spiel gegen den Meister als Nummer 1. Butt war in den entscheidenden Situationen hellwach, er hat den Bayern das Spiel nicht gewonnen, aber er war besser als nur fehlerfrei: ein ruhiger Rückhalt der nach wie vor bestenfalls durchschnittlichen Hintermannschaft. Butt hat als hervorragender Vertreter seines Fachs Respekt verdient, Bayern hin oder her. Wenn er jetzt noch anfängt, Elfmeter zu schießen, wäre er glatt ein Mann für Yogi Löw, dessen Leistungsprinzip immer mehr nach Erich Ribbeck aussieh. Vielleicht retten sich seine Jungs gegen Italien ja 2010 ins Elfmeterschießen, sofern sie gegen Finnland nicht verlieren. Dann kommt es zum Showdown Butt gegen Buffon.

Das war’s dann wohl für Rensing »

Viele überraschende Ergebnisse, abgesehen von dem Sieg der Bayern, die wohl auch ohne Robben gewonnen hätten, nur nicht so deutlich. Wolfsburg fängt wieder bei Null an. Michael Rensing hat seine zweite und letzte Chance nicht genutzt und hat jetzt noch etwas mehr als 36 Stunden, um sich einen der vielen Vereine zu suchen, die ihn als Nummer 1 mit Handkuß sofort nehmen würden, wie er glaubt. Vielleicht ja Mainz, die ohne die Verletzung Müllers vielleicht doch den von mir erwarteten Punkt geholt hätten. Gladbach wesentlich überzeugender in dieser Saison, ein schwerer nächster Gegener für Nürnberg. Man merkt den Clubberern an, dass es ihnen ohne echten Zehner und ohne Knipser schwer fällt, Spiele mit Feldüberlegenheit zu gewinnen. Nachdem in der Zweiten Liga das Frankenstadion (seka = strangely enough known as) EasyCredit Stadion eine Festung war, ist der Druck, die erfolgshungrigen Fans dort zu verwöhnen, immens. Das Gute an dem Punkt in Stuttgart: Nürnberg hat zum dritten Mal bewiesen, dass es die Qualität hat, die Klasse zu halten. Vielleicht holen sie ja noch Simak. Ein Verrückter würde der braven Mannschaft gut tun. Bei Frankfurt, Dortmund und Schalke weiß man immer noch nicht, wohin die Reise geht.  Dass die unverdrossene Freiburger Offensive einmal belohnt worden ist, ist erfreulich. Magath schafft es trotz der Heimniederlage, jeglichen Druck vom Team fern zu halten. Leverkusen und Hoffenheim würgen sich zu richtungsweisenden Siegen. Obwohl Enke zu Hause verlor, halte ich ihn für eine gute Wahl als Nummer 1, wobei der Umgang mit Wiese eine weitere Merkwürdigkeit in der DFB-Personalpolitik darstellt.

Das linke Dings mit Frings »

Man kann über alles reden, auch über die Zukunft von Torsten Frings in der Nationalmannschaft. Abgesehen von Ballack (und Mertesacker und Klose?) hat niemand eine Stammplatzgarantie. Aber einen so erfahrenen Spieler zu demontieren und frühzeitig abzuservieren ist unverständlich und auch unfair.

Heute findet sich im kicker der Notendurchschnitt von Frings in den verschiedenen Wettbewerben der letzten Spielzeit: Nationalmannschaft 5,50, DFB-Pokal 2,63. Hat das eventuell mit der Wertschätzung des Trainers zu tun? Rolfes hatte in der gesamten Saison die besseren Werte, spielte im Verein aber nicht international, verlor das DFB-Pokalfinale gegen Bremen mit 1-0 und den persönlichen Vergleich mit Frings (Note 4 – Note 2,5).

Ich denke immer noch, mit Frings wäre das Halbfinale gegen Italien 2006 anders gelaufen. Ich sage nicht, Deutschland hätte gewonnen, aber Frings ist einer, den man für große Spiele braucht. Das vermurkste EM-Finale geht auch auf seine Kappe, aber das hat er ja offen zugegeben.

Khedira und Hitzlsperger müssen erst zeigen, dass sie ihre Form auch in der CL abliefern, sollten sie sich qualifizieren. Ballack ist verletzungsanfällig und auf Sicht kein Stammspieler bei Chelsea, Jones wurde von Löw schon erfolgreich wegegeekelt. Dass Ernst noch einmal eine Chance bekommt, glaubt keiner, ich auch nicht. Westermann wird wahrscheinlich in der Abwehr gebraucht. Das vermeintliche Überangebot an defensiven Mittelfeldspielern ist also gar keines.

Mir würde folgende Konstellation gefallen: Deutschland verliert in Moskau ohne Frings, dann beruft ihn Löw für die Relegation und Frings sagt nein. In der Defensive gut verschoben, aber trotzdem dumm gelaufen.

Ist Kuranyi selbst schuld? »

Im kicker schreibt Thiemo Müller heute, Kuranyi sei allein schuld an seiner Misere. Wenn Müller damit sagen will, selbst schuld, wer daran glaubt, beim DFB gehe es nur nach Leistung, hat er recht. Ansonsten war Kuranyis Abgang beim Spiel gegen Rußland eine sehr gesunde Reaktion auf das zynische Katz-und-Maus-Spiel, das die Trainer Klinsmann und Löw mit ihm betrieben haben. Es war mies, Kuranyi nicht zur WM 2006 mitzunehmen. Es war ein schlechter Witz, Gomez die EM 2008 als Einspielzeit zu gewähren, auch gestern blieb er wieder blaß. Möglicherweise ist er wie Kirsten einer, der mit der Nationalmannschaft nicht richtig warm wird. Ballack bricht heute, ebenfalls im kicker, eine Lanze für Kuranyi. Und jedes Tor des Schalkers wird die Diskussion intensivieren. Dass Podolski in der Nationalelf nichts verloren hat, ginge es nach Ballack, hat der Kapitän zwischen den Zeilen auch zu erkennen gegeben. Mal sehen, was passiert, wenn Helmes den Anschluß nicht findet, Gomez weiter mannschaftsdienlich und torlos spielt, Podolski in den Kölner Querelen hängenbleibt und Kießling wie bisher kein Knipser wird. Kommt dann Odonkor wieder? Kuranyi ist seit Jahren der stetigste Stürmer, obwohl er in Schalke die Fans von Anfang an gegen sich hat. Wenn das keine Charakterstärke ist, was ist es dann?

VEB Emirate chancenlos »

Und Mario Gomez ist gerüstet. Sollte Sporting Lissabon den gestrigen Torhüter Majed Nasser verpflichten, könnte es im Achtelfinale der Champions League wieder ein Schützenfest geben.

Herr Alef, wie stellen Sie sich die Hölle vor? »

Ein WM-Endspiel Norwegen – Paraguay, Jörg Dahlmann kommentiert.

Aber mal ganz im Ernst. Die Norweger glänzen regelmäßig mit vollkommener Defensivdestruktion. Nur einmal, als sie verlieren hätten müssen, 1998 gegen Brasilien, haben sie gewonnen. Und damit Marokko rausgekegelt. Heute Abend also ein Testspiel, selten waren so viele Fragen so offen bei einer Fußball-Nationalmannschaft. Torwart? Langfristig tippe ich auf Neuer, Enke fehlen die internationalen Spiele mit dem Club, Adler flattert. Abwehr? Metzelders Zeit ist wohl vorbei, also bald ein Schalker Block mit Höwedes Westermann und Pander, ergänzt mit dem auch in der Krise soliden Mertescker? Mittelfeld? Die Zeit des Lutschers geht zu Ende, Jones und Hitzlsperger liegen defensiv vorne, was wird aus Schweini? Ohne Ribéry und Hamit konkurrenzlos, aber jetzt kommt ja Özil noch dazu. Auch fast ein Schalker. Sturm? Nur Klose ist gestzt, alle anderen, auch Poldi, müssen um ihre Plätze kämpfen. Wenigstens verspricht der Konkurrenzkampf, dass heute Abend nicht nur Larifari gespielt wird.

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