Rob AlefFür die einen ist Fußball das Geschäft ihres Lebens, für die anderen die schönste Nebensache der Welt. Läge ich wie einst Isaac Davis... [weiterlesen]


Die Arbeit am Mythos »

In dieser Saison dürfte die Zweite Liga prominenter besetzt sein als die Bundesliga, was Mythologie und Historiographie angeht. Oben Augsburg, Hoffenheim, Hertha, Leverkusen, Wolfsburg, Freiburg und Mainz, eine Etage tiefer 1860 München, Dynamo Dresden, Eintracht Braunschweig, St. Pauli, Eintracht Frankfurt, Fortuna Düsseldorf und Union Berlin. Da kann man jetzt natürlich trefflich streiten, wessen Mythos mythischer ist. Der Eigenausbau der Alten Försterei oder die Breisgau-Brasilianer, der Kiez-Klub oder der Karnevalsverein, das Hackentor von Grafite oder Fußball 2000 mit Yeboah-Bein-Okocha, das Bundesligaspiel mit den meisten Zuschauern Hertha – Köln oder die Fans von Jägermeister Braunschweig. Der schönste Mythos kann nicht an gegen eine vogelwilde Vereinspolitik, wie die Sechzger seit Jahren ein ums andere Mal zeigen. Aus den Talenten, die sie deshalb abgeben mussten, könnte man eine EM-taugliche Nationalmannschaft bauen. Umgekehrt kann man sich fragen: Was wäre die Bundesliga ohne Ulf Kirsten, die Tore des Jahres von Bernd Schuster, Reiner Calmund und den großen Ze? Ohne Haching am letzten Spieltag? Die Werkself hat zwar nicht die Aura einer Südtribüne oder eines Betzenbergs, aber wer will bestreiten, dass Vizekusen in der Hall of Fame, Shame and Game sich seinen Platz längst redlich verdient hat?

Der Osten rockt »

Rostock aufgestiegen, Chemnitz aufgestiegen, Aue fast aufgestiegen, Cottbus fast aufgestiegen (und im Pokal-Halbfinale), Erfurt fast aufgestiegen, Union nicht abgestiegen, Babelsberg sportlich nicht abgestiegen, Neuling Rasenball Leipzig auf Platz vier in der Regionalliga, Magdeburg dortselbst nicht abgestiegen und das Sahnehäubchen gab’s am Dienstag, als Dynamo Dresden in Osnabrück erst in die Verlängerung und dann in die Zweite Liga stürmte. Schahin schießt schwarz-gelb ins Glück, und das ist kein Schreibfehler. Das zweite Spiel gegen Osnabrück war richtig geil. Ein KO-Spiel, wie es sein soll, bis auf die Brandsätze auf der Tribüne. Kein einziger Ostverein aus den Ligen zwei bis vier ist abgestiegen.

Bin sehr gespannt, wie das weitergeht. Man darf die Freiburger, Hannoveraner, Nürnberger und Dortmunder für ihren Spar- und Jugendstil gerne loben, aber heimlich still und leise haben die in den neunziger Jahren auch durch eigene Unbedarftheit so arg gebeutelten Vereine aus dem Beitrittsgebiet eine Menge dazu gelernt. In Dresden sind Calmund und Kirsten mit vollem Herzen dabei, in Rostock hat Beinlich binnen eines Jahres Perspektiven entwickelt und Hansa kann wieder aus seiner hervorragenden Jugendarbeit schöpfen. Union hat sich wieder einmal durchgebissen und will/wird sich gezielt weiterentwickeln. Alle drei Vereine haben neue Stadien. Mittlerweile gibt es in Liga Zwei fünf Ostvereine, alle haben das Zeug zum Aufstieg, Hansa oder Dynamo traue ich auch einen Durchmarsch zu. Chosebuz und die anderen treffen auf die großen Namen längst vergangener Zeit, die Münchner Löwen, die Fortuna aus Düsseldorf, den Frankfurter Adler, die Fürther, Eintracht Braunschweig, den Meidericher SV und naürlich St. Pauli. Zugegeben, es wird einige heikle Spiele mehr in der Zweiten Liga geben, aber die Fans werden nicht so blöd sein, mit dem Arsch einzureißen, was sie mit ihren schönen Gesängen erreicht haben. Fortsetzung folgt.

PS: Ich bin so froh, dass Favre und die Gladbacher das noch gewuppt haben. Möge der Kelch Effenberg an den Borussen und allen anderen Mannschaften des deutschen Profifußballs vorüber gehen. Vielleicht kann der Papiertiger ja zusammen mit Lothar Matthäus Tonga auf einen zweistelligen Platz in der FIFA-Weltrangliste hieven, es wäre eine “reizvolle Aufgabe” und eine “große Herausforderung”. Gladbachs nächste Saison wird so werden wie die abgelaufene beim Club. Passenden Trainer gefunden (Favre/Hecking), Relegation gewonnen (Bochum/Augsburg), wichtigsten Spieler gehalten (Reus/Pinola) und ab geht die Luzie.

Die letzten Entscheidungen »

Borussia Dortmund ist Meister, hochverdient, Gratulation. Vor einem Jahr war ich gegen Bochum dabei, als das Festgeld Conto Bayern München Schalke abschüttelte, diesmal war der Club höchstpersönlich im Stadion, als die Schwarz-Gelben die Schale buchen konnten. Demnächst würde ich gerne mal wieder einen eigenen Titel feiern. Nach den Spielen der letzten Wochen bin ich wirklich froh, dass der Club nicht in der Europa League spielt. Es ist immer gut, sich neue Ziele zu setzen, aber die Mannschaft war nach der Supersaison am Limit angekommmen. Bin sehr gespannt, wie sich der Taktiktüftler Tuchel auf europäischem Parkett schlägt. Wenn man sieht, wie die Mainzer Bayern und Schalke im eigenen Stadion hergespielt haben, kann sich der Club auf das 0-0 beinahe etwas einbilden. Und ein Ende des Mainzer Höhenflugs ist nicht abzusehen. Auch ohne Holtby und Schürrle werden sie ihren Stil weiterentwickeln und mannschaftlich stärker sein als die meisten Teams. Im Abstiegskampf hat Gladbach noch einmal Morgenluft gewittert, und es ist kein Zufall dass Mike Hanke das 1-0 gegen Freiburg erzielte. Im ersten Rückrundenspiel in Nürnberg gab er die Vorlage zum 1-0 und ist seitdem einer der entscheidenden neuen Spieler. Gegen Hamburg wird es schwer, aber nicht unmöglich, Platz 16 zu verteidigen. Und die Frankfurter brauchen vielleicht eine Auszeit in Liga Zwei, um ihre Fans zur Räson zu bringen.

Gegen wen die Relegation gespielt wird, entscheidet sich erst am letzten Spieltag. Fürth ist bis zum Schluß in der Verlosung, allein das ist schon eine tolle Leistung nach all den Verletzten. Auf dem Papier ist Düsseldorf ein bißchen leichter als Duisburg, die sich emotional in Endspielstimmung versetzen müssen und die Saison nicht ausklingen lassen werden. Und dann Relegation gegen Gladbach? Hertha ist wieder da, mit einem Sahnesturm und einem Problembär im Tor haben sie souverän und nervenstark den Aufstieg geschafft, Gratulation. Anscheinend bleibt die Mannschaft zusammen, eher gibt es Zugänge wie Ottl und Kraft, die der Mannschaft gut zu Gesicht stünden. Kopf hoch, Frankfurt, so toll kann Wiederaufstieg sein. Die Vereine aus dem Osten spielen eine starke Saison. Aue undCottbus fast auf Platz drei, Union locker die Klasse gehalten. Am Tabellenende geht es genaus spannend zu wie in Liga eins. Vergeigt der KSC am Ende doch noch alles nach diesem Seuchenjahr? Oder werden die Löwen am Grünen Tisch nach unten expediert?

In Liga Drei ist Braunschweig souverän Meister geworden, Gratulation. Wie Düsseldorf und St. Pauli ist ein Traditionsverein, der lange unterklassig war, wieder in Liga 2. Rostock hat seine innere Mitte nach den Kapriolen wiedergefunden und den direkten Wiederaufstieg geschafft. Eventuell kommt Dresden noch dazu. Dann wären es schon fünf Ostvereine in Liga Zwei. Bis sich wieder zwei oder drei ganz oben tummeln ist es nur eine Frage der Zeit, wenn sie weiterhin so seriös arbeiten.

Die Beiträge hier werden weiterhin rar bleiben, ich arbeit gerade an meinem neuen Roman. Aber in der neuen Saison gibt es wieder mehr zu lesen.

Hansa Rostock olé – einmal wird es soweit sein »

Ziemlich sang- und klanglos ist Hansa Rostock zu meinem großen Bedauern in die Dritte Liga abgestiegen. Zuletzt prägten Fanausschreitungen im eigenen und in fremden Stadien das Bild, in Erinnerung bleiben viele tolle Spiele und viele herausragende Spieler. Barbarez, Neuville, Rehmer, Beinlich, Baumgart, die waren alle mal bei Rostock. Im ersten Jahr gab es Leute beim letzten Meister der DDR, die hießen Bräutigam, Babendererde und Juri Schlünz, und ihre Namen klangen so exotisch und verheißungsvoll wie Grafite, Yeboah oder Cacau. Warum die einstmals stolze Hansa-Kogge derartig abgesoffen ist, entzieht sich meiner näheren Kenntnis. Irgendwann hatte sich offenbar sogar der Retter vom Dienst Zachhuber verbraucht. Und es gab leider kein sportliches Konzept, was zum Geldbeutel gepaßt hätte. Aber da müssense jetzt durch, sich zusammenraufen, die pyromanisch-depressiven Zündelfrieder auf Zimmertemperatur runterkühlen und dann wieder aufsteigen. Hoffentlich heißt es demnächst nicht: Eintracht Braunschweig auf Lee, jetzt heißt es auf Gott vertrauen.

Wir sind alle Manager – Die Saisonbilanz »

Bundesliga Classic: Mit Rang 117.394 von 164.097  und -37 Punkten konnte meine Schnäppchentruppe mit lauter Spielern für 1 Million oder billiger locker die Klasse halten und erreichte einen schlechten 13. Platz. Schwegler brachte 31 und Banovic 20 Punkte, Neuville, der kaum spielen durfte, immerhin zwei. Wenig überzeugend war Nordtveit mit -52: Ausländer, Jugendspieler und erste Saison, das war doch ziemlich riskant. Ein Freund von mir und durchaus profunder Kenner der Materie erreichte in der Classic-Variante einen hervorragenden Platz 2203 mit folgender Aufstellung: Mondragon – Hyppiä, Compper, Riether – Banovic, Salihovic, Özil, Gunkel, Vidal – Kießling, Idrissou – Ersatz: Kessler, Schmiedebach, Gündogan, Petreski. Wenn er nicht seinen Hoffenheimer Sentimentalitäten gefolgt wäre, hätte er mit 326 Punkten und 34 Punkten Rückstand auf Platz 1 vermutlich gewonnen.

Bundesliga Interactive: Nachdem ich am 3. Spieltag schon mal auf Platz 130.954 rumhing, wurde es mit Platz 84.534 von 234.839 letzlich noch ein guter siebter Platz, vor allem, wenn man bedenkt, dass ich mit dem schwankenden Gündogan, dem auf Schalke verschollenenen Kluge und dem Taktikopfer Mintal gleich drei Spieler des Relegationschampions dabei hatte, die mit 12, 51 und -29 Punkten nicht gerade zu den Volltreffern gehörten. Bester Spieler ist Kevin Kuranyi mit hervorragenden 184 Punkten gefolgt von Hyppiä (170) und Heinz Müller (152), den ich in der Rückrunde für Schäfer geholt hatte. Raffael (91), Brouwers (99, nur Rückrunde), Reinartz (74), Schwegler (87) und Meier (77) konnten erfreuen, weniger dagegen Westermann (50), Ibertsberger (21) und Colautti (11). Im Grunde hat mich die Clubberersentimentalität eine bessere Platzierung gekostet, aber Ebbe Sand war bis zu seiner letzten Saison dabei. Man läßt seine Helden nicht für ein paar Punkte außen vor. Sie sollen gefälligst gut spielen.

Zweite Liga Classic: Mit Platz 37.233 von 38.458 war der Abstieg nicht mehr zu vermeiden, ich bin quasi Tabellenletzter geworden. Hier hat es mit der Billigvariante von 0,5 Millionen und weniger nicht gereicht. Nöthe von Fürth brachte immerhin 32, die von Geißler (-32) aber sofort vertilgt wurden. Casper (-27) und viele andere mehr sorgten für satte -65, der Schlechteste von allen hat -92.

Zweite Liga Interactive: Platz 24.705 von 48.245 bedeutete einen sehr guten 10. Platz. Mit Sippel, Anderson, Amedick, Angelov, Mattuschka und Naki hatte ich gleich drei Spieler mit mehr als 100 Punkten, allerdings waren sie nicht immer alle in der Startaufstellung, vier Spieler haben Null Punkte, Frank Lehmann, der Torwart von Cottbus -2. Lauth kam leider nur mit 30 Punkten ins Ziel. Nachdem ich in der Rückrunde aus Zeitgründen kaum mehr aktiv gemanagt habe, habe ich sicherlich einige Plätze verschenkt.

Dritte Liga Classic: Beinahe hätte es zum letzten Platz gereicht, aber am Ende war es 23.793 von 23.897. 89 Punkte waren zu viel, der Letzte hatte 10 Punkte, was erstaunlich ist. Die Letzten in der Bundesliga sind gerne im negativen dreistelligen Bereich. Auch hier hat die Billigvariante mit Spielern für lediglich 0.05 Millionen nicht funktioniert. Piossek von Dormund II und Holt von Holstein Kiel mit 46 und 53 Punkten solide, dann noch Rode von Kickers Offenbach mit 20, der Rest mit Null und schlechter.

Dritte Liga Interactive: Platz 10.212 von 27.127 bedeutete nicht nur umgerechnet Platz 8, sondern auch Bestplatzierung in der Saison. Am Ende der Hinrunde war ich auf Platz 18500, danach ging’s bergauf, nicht zuletzt, weil ich im Wintertransferfenster einfach die drei punktbesten Spieler der Hinrunde verpflichtet hatte. Nicht sehr einfallsreich, aber Sattelmaier (Regensburg), Leitl und Hartmann (beide Ingolstadt) sorgten für jeweils mehr als 200 Punkte. Immerhin, meine Kultklubauswahl sah mit Kos, Curri, Hensel und Stark vier Überraschungsaufsteiger aus Aue in ihren Reihen. Dogan, Brinkmann und Danneberg waren bis zum Schluß gut dabei.

Nachdem die Buchstabensuppe im Vorjahr und die Billigvariante dieses Mal nicht die erhofften Spitzenplatzierungen bewirkten, wird das Budget in der nächsten Runde bis zum nächsten Mal bis zum letzten Cent ausgegeben, wenn es sein muss. Und auf große Namen nehme ich auch keine Rücksicht mehr, vor allem Nachnamen.

Neu bei Twitter »

In den ersten Wochen der neuen Saison sind unter anderem neu bei Twitter dazu gestoßen:  Eintracht Braunschweig-Fan Gerald Fricke unter dem Titel Ballkultur. In Braunschweig feiert man dieses Jahr ja ein welthistorisches Ereignis aus dem Jahr 1209. Ich weiß gerade nicht, ob es die Kaiserkrönung Otto IV. (Baric, Rehhagel…?) oder die letzte Deutsche Meisterschaft der Eintracht war.

Union Berlin-Fan Steffi ist fotogräfin, drucksachendekorateuse und natürlich eisern. Sie  twittert unter rudelbildung. Der  lesenwerte Blog, den sie zusammen mit ein paar Anderen betreibt, heißt Textilvergehen. Er trägt den Untertitel: Hauptsachen. Nebensachen. Anziehsachen.  Schick.

St. Pauli- affin ist René Martens. Er zwitschert unter renemartens. Neben Fußball gibt es dort viele brauchbare Links zu Sport, Medien und Gesellschaft.

Wir sind alle Manager (3) – Kein Spieltag für den FSV Frankfurt »

Wer in der zweiten Liga seine Mannschaft um den FSV Frankfurt herum gebaut hat, der musste an diesem Spieltag ganz stark sein. Gleich fünf Spieler – Ross, Ledgerwood, Voigt, Gledson und Ledesma – erhielten die Note Sechs beim 0-4 gegen die Grünen Teufel aus Fürth. Bester Spieler war Torwart Klandt mit einer Vier.

Spieltag 2 brachte in der Zweiten Liga Interactive 39 Punkte, 14 allein durch Benny Lauth, außerdem keinen einzigen Minuspunkt. Im Gesamtklassement brachte das einen Sprung um 10000 Plätze nach vorn in die obere Hälfte. In der Gesamtwertung hat lediglich Terranova (diesmal mit einer vier in Augsburg) Minuspunkte eingefahren. 13 Spieler aus dem 20er-Kader haben noch gar keinen Punkt. Zu viele Perspektivspieler?

Die Classic-Variante brachte 16 Punkte. Aachens Casper brachte auf seine zuverlässigen -2 Punkte und dürfte beim 0-5 zur Stadion-Eröffnung gegen St. Pauli einer der Besseren der Alemannia gewesen sein. Tom Geißler egalisierte das Minus, und das dicke Sahnehäubchen setzte dann Nöthe von Fürth obendrauf, zwei Tore, ein Assist, Note Eins. Und das für 0,5 Mios. Auch hier 10000 Plätze nach vorne in die obere Tabellenhälfte.

In der Bundesliga Classic gab es acht Punkte, über die zwei von Neuville habe ich mich besonders gefreut. Nach dem leider viel zu frühen Karriereende von Bernd Schneider ist er einer der letzten Gentleman-Fußballer der Liga. Das 2-4 in Stuttgart brachte Torhüter Salz vom Sportclub nur -2 Punkte. Zumindest den Elfer und ein halbes Elson-Tor würde ich ihm ankreiden, aber passd scho. Der Neu-Clubberer Gündogan und der Ex-Clubberer Banovic brachten jeweils vier Punkte. Mein Billig-Team macht 13000 Plätze gut und steht jetzt auch in der oberen Hälfte.

Bundesliga Interactive war mit 26 Punkten und Platz 125000 in der Tageswertung nicht der ganz große Sport. Westermann machte elf Punkte, ansonsten meist nur der Startelf-Bonus von 3 Punkten. Blöd, dass ich Hyypiä draußen gelassen habe, er war mit 17 Punkten und Note 1 Mann des Tages im kicker. Im Gesamtspielstand bedeutete das 36000 Plätze nach unten. Und Schwegler ist verletzt. Der ist auch im Classic Team dabei. Doppelmist. Aber kein Spieltag ohne böse Überraschung. Pizarro ist wieder bei Bremen. Einerseits freut mich das, eventuell heißt das aber, Sanogos Tage sind gezählt.

In der Dritten Liga Classic holte die 0,05-Mio-Truppe 23 Punkte und Platz 3000 in der Tageswertung.  Ersatzstürmer Holt von Holstein Kiel war mit 19 Punkten Mann des Tages und schoß seine Mannschaft bzw. meine Mannschaft auf Platz 11000 in der Gesamtwertung. Noch stehen wir in der zweiten Tabellenhälfte, aber die beiden ersten fehlenden Spieltage werden am Ende nur noch 1/18 ausmachen und nicht 50 Prozent wie im Moment noch.

Drei Punkte weniger als beim letzten Mal (29 statt 32) bedeuten in der Dritten Liga Interactive 4500 Plätze schlechter in der Tageswertung und ein Abrutschen um 100 Plätze im Gesamtklassement. Die Abstiegsplätze sind hier in Sichtweite. Danneberg vom aktuellen Tabellenführer Braunschweig heißt der Übeltäter, der mit Note 4,5 und einer Gelb-Roten Karte für völlig überflüssige -5 Punkte sorgte. Topscorer Amirante (28 Punkte) von Jena blieb diesmal ohne Punkt. Auch deswegen war der Spieltag mager, weil alle Ost-Vereine – Jena, Aue, Erfurt, Dresden – nur Unentschieden spielten.

Wir sind alle Manager (2) – Kuranyi räumt ab »

Der erste Spieltag war ganz ordentlich. In der Bundesliga Interactive ist leider der Ausfall von Träsch zu beklagen. Aber Kuranyi mit zwei richtig geilen Toren gegen den völlig falschen Verein, Reinartz und die anderen gelangten auf einen guten Platz um die 16000.

Bei der Bundesliga Classic habe ich mich wie auch sonst bei den Classic Teams für eine Sparvariante entschieden. Kein Spieler kostete mehr als 1 Million, mit dabei sind Banovic und Salz von Freiburg, Gündogan vom Club, der bucklige Neuville von Gladbach. Immerhin zwei Punkte, die meisten kommen nicht in die Wertung, weil sie nicht in der Anfangself stehen. Zumindest bei Kenia von Schalke könnte sich das bald ändern. Dem Magath seinen Moritz hatte ich aber auch nicht auf dem Zettel.

Die Zweite Liga Interactive ist ein Kompendium einiger Kultmannschaften, als da wären, die Roten Teufel, die Löwen, St. Pauli, die Fortuna, Energie, Eisern, die Hansa-Kogge sowie das Kleeblatt, naürlich aus Oberhausen. Mit 19 Punkten ist noch Luft nach oben, aber Rot-Weiss und Rostock haben ja auch beide auf die Mütze bekommen.

In der Zweiten Liga Classic ist kein Spieler teurer as 0,5  Mio. Mavric und Geißler von Koblenz erzielten jeweils -2 Punkte, Casper von Aachen immerhin plus 2. Uwe Rapolder ist übrigens ein richtig guter Trainer und für die nervige Website der TuS kann er auch nichts.

Dritte Liga Classic bilden die Krise-welche-Krise-All-Stars, von denen jeder hübsche 0,05 Mios gekostet hat. Vertreten sind Dresden, Burghausen, Jena (2x), Wuppertal, Sandhausen, Stuttgart, Offenbach (2x), Dortmund, Heidenheim, Erfurt, Kiel (2x) und Bremen. Es gab zehn Punkte und einen Platz im gesicherten Mittelfeld.

Dritte Liga Interactive versammelt alle Ostvereine Erfurt, Jena, Aue, Dresden sowie und wegen der Regel, nicht mehr als vier Spieler pro Verein, die Jägermeister des Zonenrandgebiets Eintracht Braunschweig und den Wuppertaler SV, denn Wuppertal liegt östlich des Ruhrgebiets. Außerdem wollte ich eine Stadt mit einer Schwebebahn dabei haben. 32 Punkte bedeuten ungefähr Platz 17000, die ersten beiden Spieltage habe ich verpaßt. Da geht noch was.

Aus Zeitgründen kann ich leider keiner Managerliga beitreten.

Pokalt erwischt »

Mainz mit seinen zahllosen Verletzten und Hannover mit seiner letalen Auswärtslethargie heißen die ersten beiden prominenten Opfer im DFB-Pokal. Bei dem arrivierten Pokalschreck Trier konnte man fast darauf wetten, dass es auch Lübeck gelingt, ist die größere Überraschung. Beinahe zum Opfer der eigenen Behäbigkeit wurden Fürth, 1860 München, Bochum und wieder einmal Hertha, gegen die Preußen Münster mutig aufspielte. Den höchsten Sieg feierte Bremen gegen Union, die ihr neues Schmuckkästchen erst einspielen müssen. Das Seuchenjahr von Werder mit dem DFB-Pokal als Trostpflaster ist damit wohl vorbei, der verlorene Sohn Borowski hat seine Münchner Eskapade beendet. Mit den Grünen ist zu rechnen. Ähnlich souverän gingen Wolfsburg und Schalke zu Werke.

Überrascht hat mich der Sieg der Lauterer in Braunschweig, gilt das Eintracht Stadion doch quasi als ein tiefer gelegter Betzenberg, niedersächsisch eben. Eine gute Maßnahme gegen das große Nervenflattern in der Pfalz, dieses verdient erkämpfte 1-0. Ebenso überrascht war ich vom klaren 3-0 der Frankfurter im Derby gegen Offenbach. Blogleser Nordkurve muss seine pessimistische Skibbe-Einschätzung zur Eintracht möglicherweise revidieren.

Allererste Sahne war natürlich das 3-0 der Clubberer in Dresden, wobei sowohl die Null als auch die drei (kein Stürmertor) nicht zu erwarten waren . Ich kann mich nicht erinnern, wann der Club zwei Auswärtspflichtspiele in Serie 3-0 gewonnen hat. Erst in Cottbus in der Relegation, jetzt kühl bis ins Mark, technisch und taktisch ausgereift bei Dynamo, die ihr neues Stadion auch noch einspielen müssen. Die erste Halbzeit sah ich auf Sky bei einer nahen Verwandten. In der Pause wurde die Übertragung abgestellt, “Ihre SIM-Karte ist nicht für dieses Angebot legitimiert”. Nach dem Umweg durch die sprachgesteuerte Hotline erklärte die freundliche Sky-Mitarbeiterin, Pokal gebe es nur im Sport-Paket, nicht im Bundesliga-Paket. Warum wir eine Halbzeit mit Kluges und Mintals ersten Saisontoren sehen konnten, wußte sie nicht, ich nehme das als gutes Omen für eine Saison, in der alles möglich ist.

Bei Bayern stabilisieren sich die Leistungsträger allmählich. Gomez hat offensichtlich einen Lauf, trifft gegen die Vereinigten Arabischen Emirate und Neckarelz beinahe nach Belieben. Rensing greift schon wieder nach den Sternen und läßt sich weder durch Lapsus noch Läpschen beirren. Ich verstehe nicht, dass die Bayern ihre Abwehr so vernachlässigen. Lucios Weggang ist mit Sicherheit eine Schwächung, dazu muss man nicht Kaiser sein. Und international ist mit Butt/Rensing kein Blumentopf zu gewinnen. Hildebrand wäre frei gewesen im Winter, aber Hoffenheim war schneller. Ich vermute, die Bayern langen beim Torwart noch einmal hin, Ribery im Tausch für Casillas vielleicht oder Lell, Ottl, Breno, Demichelis, Sosa und Schweinsteiger für Enke.