Rob AlefFür die einen ist Fußball das Geschäft ihres Lebens, für die anderen die schönste Nebensache der Welt. Läge ich wie einst Isaac Davis... [weiterlesen]


Fulham ist nicht Liverpool »

Trotzdem hoffe ich, dass die Stadt des Star-Club ein gutes Pflaster für die Engländer ist. Die Spanier haben die besseren Einzelspieler, das ist meistens so. Aber ohne das Halbfinale von Atletico gesehen zu haben, die mannschaftliche Geschlossenheit Fulhams war beeindruckend gegen den HSV. Vor zwei Jahren gab es noch ein rein englisches CL-Finale, jetzt sind es vier Mannschaften aus vier Ländern in beiden Endspielen. Ob das auch am neuen Modus liegt? Die Europa League ist natürlich nicht so lukrativ wie die Champions League, aber guter Fußball wird dort auch gespielt. Und es es ist endlich wieder ein Wettbewerb. Fünfergruppen ohne Rückspiel war so irrsinnig beknackt, da konnten auch nur Sportfunktionäre draufkommen.

Heute Live-Blog/Tweet aus der Allianz-Arena »

Es ist so weit. Heute Nachmittag werden zwanzig Blogger auf Einladung von T-Home in der Allianz-Arena technische Neuigkeiten präsentiert bekommen. Ich bin sehr gespannt. Es soll jetzt schon ein App fürs Zwiebeln schneiden geben. Einfach “Zwiebel schneiden” ins iPhone eingeben, der Rest geht von allein. Mein Gezwitscher ist unter robalef zu finden.

Nach dem Wort des Sponsors sehen wir uns das Spiel des FC Bayern gegen den VfL Bochum an. Sollte Bochum heute einen Punkt hören, werde ich mir freiwillig ein Lied von Herbert Grönemeyer in voller Länge auf YouTube anhören. Gewinnen müssen sie nicht unbedingt, schließlich stehen sie noch einen Platz hinter Nürnberg, die heute in Hamburg hoffentlich vom Fulham-Trauma profitieren können.

Schalke muss aufpassen, dass heute kein Unentschieden auf sie wartet. Frings ist in der Form seines Lebens und auch der Pizza-Mann liefert pünktlich. Hertha hat in Leverkusen alle Trümpfe in der Hand. Gegen seinen alten Verein wird Gekas nicht mehr wiederzuerkennen sein. “Seit wann hat Messi eine Glatze?”, werden sich die Fans in der BayArena fragen.

Stuttgart peilt heute den siebten Sieg in Serie an. Aber auch die Mainzer wollen noch einmal punkten, wissen sie doch, dass am letzten Spieltag nichts mehr geht. Köln sollte sein letztes Heimspiel gewinnen, die Fans hätten es verdient, und Soldo hätte mehr Punkte geholt als Daum. Freiburg könnte dank seines miesen Torverhältnisses noch einmal in die Bredouille kommen. Für Nürnberg wäre das nicht schlecht.

Hannover kämpft gegen Gladbach um die letzte Chance. Wenn sie nicht wieder drei Eigentore schießen, sollte ein Unentschieden drin sein. Gladbach kann befreit aufspielen genauso wie Frankfurt gegen Hoffenheim. Skibbe wären die 49 Punkte zu gönnen, für Hoffenheim beginnt bereits die Vorbereitung auf die nächste Saison.

Dortmund kämpft gegen Wolfsburg um Platz drei. Da Bremen auf Schalke spielt und Leverkusen eine harte Nuss zu knacken hat, haben sie gute Chancen. Heute ist der Tag der Malocher ausm Ruhrgebiet und von überall wech. Deshalb Glück Auf! und heraus aus dem Abstiegssumpf , Nürnberg, zum ersten Mai.

Auch der HSV ist jetzt ein Depp »

Letztes Jahr war es noch eine Papierkugel, dieses Jahr gab es keine Ausreden mehr. Irgendwie freut mich das für Labbadia. Es war alles so einfach: Erreicht die Mannschaft nicht mehr – Tischtuch zerschnitten – Entlassung alternativlos, und dann bitteschön, hopphopp, Finaleinzug. Gestern gaben die Spieler trotz optimaler und einfühlsamer Ansprache durch den fußballbesessenen Moniz ihre gute Ausgangssituation binnen fünf Minuten aus der Hand.

Schade, dass der Sky-Moderator seinen Experten Stefan Effenberg nicht fragte, wie das so ist, gegen ein englisches Team plötzlich alles zu verlieren. Fulham brauchte immerhin doppelt so lange wie Manchester, und wieder einmal zeigte sich, dass es nicht immer sinnvoll ist, auf Defensive zu setzen, um einen Vorsprung nach Hause zu bringen. Wenn Guerrero beim Stand von 1-0 gekommen wäre, wie wäre es dann wohl weitergegangen? Der HSV spielte seine beiden Konterchancen vor dem 1-1 fahrig und fahrlässig zu Ende, das machte den Unterschied zu den Bayern vom Dienstag, die das 2-0 genauso wichtig nahmen wie das 1-0.

Was passiert jetzt mit den mehrfach Gescheiterten? Will Löw sich diesen HSV wirklich antun? Wird Hoffmann weggeputscht? Was sagen Seeler und Barbarez? Und wie will man sich der runerneuerten, bärenstarken Konkurrenz vom Millerntor erwehren? Der Bundesliga-Dino hat sich bis auf die Knochen blamiert. Schade, schade.

Jemand hatte die Absicht, eine Mauer zu errichten »

Und dieser Jemand heißt José Mourinho. Wenn man seinen Siegesspurt gestern Abend gesehen hat, wünscht man sich beinahe einen Bayern-Sieg, bloß um diesen Mann vor sich selbst zu schützen. Was wird er machen, wenn er gewinnt? Eine Büste von sich in Madrid aufstellen lassen? Rom anzünden? Portugal kaufen? Eine andere spannende Frage: Soll man, muss man, darf man für die Bayern sein in diesem Spiel? Weil es um den vierten Platz geht? Weil es gehen Italiener geht? Darf man sich wenigstens ein frühes Tor wünschen, damit Inter Fußball spielen muss?

Die zweite Halbzeit dieses Spiels war ein Leckerbissen für alle, die gerösteten Beton an mediterranen Gemüsen mögen. Barcas Uhrwerk gegen die Neunerkette in Weiß, die ein hohes Maß an Schwarmintelligenz und Hingabe bewies. Sind schon ausgekochte Taktikferkel, diese Menschen südlich der Alpen. Wer auf einem Stiefel Fußball spielt, weiß, wie er die Räume eng macht. Da half auch das überbreite Spielfeld in Nou Camp nichts. Auch da steht das Tor in der Mitte, und in der Mitte wartete die neunköpfige Hydra. Barca hat es im Hinspiel verloren, da hat Inter gezeigt, dass sie ein Spiel auch machen können, nicht bloß zerstören. Gegen Chelsea übrigens auch schon. Wobei, das Handspiel vor dem nicht gegebenen 2-0 war eine sehr harte Entscheidung, der Ball ging aus zwei Metern an den Körper. Nebenbei bemerkt, es stehen die beiden Mannschaften im Finale, die im Viertel- und Halbfinale zuerst Heimrecht hatten. Das galt bisher immer als Nachteil. Liegt es an der besseren Defensivarbeit, oder ist es doch ein Vorteil, mit einem Vorsprung anzureisen?

Und heute Abend der HSV. Wenn das in Hoffenheim Absicht war, dann sollten sie in Fulham wenigstens ein 1-1 holen.

Relegation, wir kommen »

Um es ganz deutlich zu sagen: Nürnberg steigt nicht deshalb ab, weil sie zu Hause 2-3 gegen Dortmund oder 0-2 gegen Wolfsburg verloren haben. Die fatalen Schnitzer waren das 0-1 gegen Bochum, das 0-1 gegen Freiburg und das 0-2 gegen Hannover, alle in der Hinrunde. Wenn man dreimal gewonnen hätte, hätte man schon seit drei Wochen entspannte 37 Punkte und die drei Abstiegskonkurrenten jeweils drei weniger. Das heißt, der Club hätte schon gegen Mainz den Klassenerhalt feiern können. Aber nein, es muss mal wieder ein Fotofinish geben. Drunter machen es die rot-schwarzen nicht. Wir wollen es nicht so einfach haben wie die Streber aus Mainz, die einfach zu Hause nicht verlieren können. Eine leise Hoffnung böte ein desolater HSV. Wenn der gegen Fulham in die Verlängerung müßte und danach trotzdem verliert, dann könnte im hohen Norden vielleicht was gehen. Weder gegen die Wölfe noch gegen Lüdenscheid war der Club deutlich schlechter, einfach nur naiver, weniger abgebrüht. Und immerhin nehmen sich Bochum und Hannover am letzten Spieltag gegenseitig die Punkte weg. Oder teilen sie sie auf? Wenn Nürnberg bei Punktegleichstand gegen Köln verliert, und die anderen beiden spielen Unentschieden, dann reicht es nicht einmal zu neuen Königsdiziplin in Franken, der Relegation.

Dreimal 2-1 »

Seit Jahren wollte ich diesen Kalauer schon mal machen, jetzt ist mir gestern Hansi Küpper auf Sat 1 zuvorgekommen: Standard Lüttich heißt so, weil sie bei Standardsituationen so gefährlich sind. Und nicht nur bei Standardsituationen. Dieser Lupfer-mit-Kopfball kurz vor Schluß wäre ein Tor wert gewesen. Das Rückspiel wird eine ganz heiße Nummer, wobei der HSV reichlich kassieren kann, s0 lange er nur reichlich trifft. Eine knappe 4-3 Niederlage und alle wären zufrieden. Außer vielleicht Bruno Labbadia, der sich ärgert, dass sein Team nach neun Monaten nicht spielt wie Barca, Inter und Arsenal zusammen.

Wolfsburg hat kurz vor knapp das kostbare Auswärtstor geschafft, wieder einmal war es Madlung. Der sieht zwar aus wie ein Grobmotoriker, wird aber chronisch unterschätzt, sogar von Magath, dem Talenteversteher, Juniorenentdecker, Hirnhexer. Angeblich sind englische Teams ja auswärts viel schwächer, aber die chronisch löchrige Abwehr der Wolfsburger wird eine Sternstunde brauchen. Einfacher noch, Dzeko schießt vier Tore, das könnte reichen.

Die Bayern haben mal wieder Revanche genommen für 1999. Wie beim Audi-Cup vergangenen Sommer. Ein Sieg für die Scheck Geschichtsbücher. Und im Rückspiel ManU ohne Rooney, Bayern ohne Rensing, es wird ganz eng. Warum Olic immer draußen sitzt, ist ein Rätsel, er war in Turin der entscheidende Mann, am Dienstag war er es wieder. Ob es da eine Stallorder gibt, Klose und Gomez spielen zu lassen. Von Löw?

Die europäischen Spiele sind spannend wie lange nicht, und die Europa League (warum nicht European Liga, das klingt doch viel internationaler) hat eine gute erste Saison. Platinis Reform hat gewirkt.

Fulham – ManU 2-0 »

Der Guardian schreibt: “Cristiano Ronaldo moaned and groaned and flung his arms about like a pantomime dame.”

Liverpool kann heute mit einem Sieg gegen Aston Villa auf einen Punkt rankommen. Es wird wieder spannend.