Rob AlefFür die einen ist Fußball das Geschäft ihres Lebens, für die anderen die schönste Nebensache der Welt. Läge ich wie einst Isaac Davis... [weiterlesen]


Abwarten und Jogi-Tee trinken »

Oh weh, gibt es jetzt etwa eine Führungskrise beim DFB? Das ist ja, wie wenn bei Toyota die Bremsen versagen.

Nachdem uns die schwarz-gelbe Koalition über Nacht neue Dimensionen eröffnete, Hoffnung implantierte und eine konservative Wertegesellschaft buk – nur aus ein bißchen Eischnee und dem, was im Shredder der Hypovereinsbank übrig blieb – scheint sich Deutschland auf seinem Weg zurück zur Weltgeltung die Adduktoren gezerrt zu haben.

Am Donnerstag war alles noch harmonisch bis an die Kitschgrenze – Theo, wir fahren nach Lodz, gab sich Manager Bierhoff optimistisch bezüglich der EM-Teilnahme 2012.  Mit einem Mal gibt es möglicherweise häßliche nicht zu überbrückende Differenzen bezüglich der künstlerischen Arbeit, wie das damals auch schon hieß, bei der Scheidung von Pat und Patachon, bei der Trennung von AC und DC, bei all diesen gescheiterten Traumbeziehungen. Solche Widersprüche zwischen ausdrucksstarken Persönlichkeiten sollte man nicht hochsterilisieren, sie lassen sich aber auch nicht einfach wegondulieren. Wahrscheinlich hat einer der erfolgsorientierten jungen Sportstrategen sich im Konferenzraum auf den Boden geworfen und geschrien: Ich kann so nicht arbeiten, ich kann so nicht arbeiten. Und Zwanziger hat gesagt: Probier’s doch mal mit hinsetzen.

Löw gegen Sammer, Ballack gegen Bierhoff, und dieser Flick, war mit dem nicht auch mal was, was ganz Fieses, in den Achtzigern? Dabei sieht er noch so jung aus. Was es wohl für unerfüllbare Forderungen waren, die da laut wurden? Pocher ins DFB-Präsidium? Lebenszeitvertrag für Bierhoff? Dass die beide Oliver heißen riecht ja schon mal verdammt nach Verschwörung. Hat es jemals einen Oliver beim DFB gegeben? Oliver Vogts, Oliver Herberger? Und jetzt gleich zwei. Oder war es ein lukrativer Werbevertrag von Marlboro für Joachim Löw? Aber RAUCHEN GEFÄHRDET IHRE LAKTATWERTE.

Auch wenn mir Bierhoff nicht besonders sympathisch ist, einen Teamchef Sammer brauchen wir am allerwenigsten. Dann doch lieber Magath, selbst wenn er beim Gepäck nachzahlen muss, mit den ganzen Medizinbällen im Flugzeug nach Johannesburg. Borussia Dortmund mahnt uns alle. Nach der Zufallsmeisterschaft haben die schwarz-gelben sechs Jahre gebraucht, um sich von Sammer zu erholen. Löw könnte in der Zeit so viel Gutes tun. Warten wir mal ab, wann Ballack die Schnauze voll hat. Erst wird sein Kumpel Frings gemobbt, und jetzt diese miesepetrige Zwischeneinlage. Darauf erst mal ein Schlückchen von dem echten Jogi-Tee, mit der Kraft der zwei Herzen und dem Karma der acht Chakren.

Als Kevin Kuranyi gehört hat, dass es Stunk gibt beim DFB, hat er übrigens gleich einen Südafrikanisch-Kurs gebucht an der Volkshochschule Gelsenkirchen: Afrikaans, iek kanns, Dankje voor de Flankje. Man weiß ja nie.

Im Transferwirbel »

Gerade noch mal gut gegangen. Der Rheuma-Kai bleibt dem Club erspart. Präsident Schäfer kann sich sogar noch an den letzten großen Winterfehleinkauf erinnern. Andere Entscheidungsträger kriegen gleich den Koller, wenn man sie daran erinnert, was sie vor zwei Jahren gemacht haben.

“Verantwortungsversessen”, das wäre doch mal eine schöne Kampfvokabel, um Banker, Regierungsmitglieder und Vereinsobere elegant von jeder Kritik zu befreien. Die bayerischen Steuerzahler sind verantwortungsversessen, weil sie wissen wollen, was der Herr Stoiber mit der HypoLB zu tun hatte. Die Deutschen sind verantwortungsversessen, weil sie nach acht Jahren keinen Krieg mehr in Afghanistan führen wollen. Nur die Hertha-Fans sind nicht verantwortungsversessen, winken ihren Präsidenten Gegenbauer auf der Hauptversammlung glatt durch und ihren Lieblingen noch einmal freundlich zu, bevor es in die Zweite Liga geht. Arne Friedrich gestern im kicker: “Gekas ist ein Killer vor dem Tor.” Die Hoffnung stirbt zuletzt, sagt das Phrasenschwein, aber der Realitätssinn, der nibbelt schon etwas früher ab.

Sehr gut gefällt mir die Rückkehr von Baumjohann zu (auf?) Schalke, ein interessanter Spieler, der die immer noch platten, aber wenigstens effizienten Offensivbemühungen entscheidend aufmöbeln könnte. Wobei es nicht verboten ist, mit Einfallslosigkeit Deutscher Meister zu werden, die Bayern wissen, wie es geht. Dass Kluge jetzt auch gleich dem Lockruf des Magath folgt, ist natürlich nicht so schön, allerdings hat er für seine Erfahrung auch zu wenig gemacht, um den Absturz zu verhindern. 1,5 Millionen sind trotzdem viel zu wenig. Ich fände ja Simak im Mittelfeld nicht schlecht, der könnte ein bißchen Kreativität reinbringen bei den rotschwarzen jungen, schrecklich Braven.

Bei den Bayern gehen die Abwanderungsbewegungen weiter, nur Rensing sucht noch eine neue Aufgabe. Vielleicht in Südamerika unter anderem Namen, einfach mal noch mal ganz von vorne anfangen als Surflehrer, oder als Chaperon, um südamerikanische Profis pünktlich zum Flughafen zu bringen. Oder doch zum VfB? Wenn Gross wirklich so ein Disziplinfanatiker ist, dann hat er Lehmanns Faxen bald dicke. Und Ulreich und Stolz sind für Barcelona dann doch ein wenig arg unerfahren.

Interessant sind auch die Mannschaften, die sich nicht verstärken, insbesondere Leverkusen, da kommen mit Helmes, Rolfes und Renato Augusto gleich drei überdurchschnittliche Spieler zurück, einfach so. Völlers Handschrift ist zu sehen. Er hat eines von zwei ganz interessanten Manager-Interviews im kicker gegeben, im anderen spricht Dieter Hoeneß. Nur Nerlinger bietet den üblichen Schwurbel, sagt erst kantig-klar: “Ich spreche nicht über Trends, sondern nur über Fakten”, wird dann aber bei der letzten Frage doch noch zum Propheten: “Dieser Tag, dass wir wieder Erster sind, ist nicht mehr fern.” Bei D. Hoeneß bin ich gespannt, was ihm gelingt, wenn er einmal richtig Geld in die Hand nehmen darf. 31,8% der befragten kicker-Fans glauben übrigens, dass Wolfsburg gegen Villareal ausscheidet, das ist der drittschlechteste Wert nach Stuttgart (85,9% gegen Barca) und Hertha (78,5% gegen Benfica). Bei Bayern glauben 89,2% an ein Weiterkommen gegen Florenz, aber Bremen hat die Nase vorn mit 95,6% gegen Twente. Und auch gegen Firenze ist es bloß ein Achtelfinale mit dem Heimspiel zuerst. Das hat selten geklappt, damals, als Bayern noch Seriengast in der CL war. Sollte der nostradamische Nerlinger sein Herz in beide Hände nehmen, Ribery verkaufen und Maicon mit diesem Geld verpflichten, dann könnte es diesmal sogar für das Viertelfinale reichen.

Bad Boys Kiel – sie wollten nur Respekt »

Als Falco Götz als Hertha-Trainer immer mehr Probleme  mit seiner Mannschaft bekam, war die Ursache schnell gefunden. Den jungen Straßenkämpfernfußballern fehle der Respekt vor Trainer und Altvorderen. Simunic und Kovac, die Alten im Kader waren die Kronzeugen für dieses Gerücht, und manch einer im Blätterwald heulte mit den Leitwölfen. Diese fühlten sich von den Rotzlöffeln Kevin-Prince und Jerome, Ashkan, Chinedu, Malik, Sofian und wie sie alle hießen, nicht genug gewürdigt. Die Gegenstrategie war ebenso nachhaltig wie grotesk: Eine komplette, überdurchschnittlich begabte Nachwuchsmannschaft wurde in alle Himmelsrichtungen verscherbelt. Jerome hat sich beim HSV mittlerweile (trotz des Wachkomas in Wien) zum Europameister hochgepöbelt. Ashkan provozierte sich unter Felix Magath in Wolfsburg zur Meisterschaft. Malik ist bei Spartak Moskau dank seiner Disziplinlosigkeiten auf Champions League-Kurs. Keiner der dortigen Trainer hat sich jemals spezifisch negativ über die Disziplin der jungen Spieler geäußert.

Vergangene Woche kam Götz vom Regen in die Traufe. Gegen die beinharte Kieler Innenförde ist Berlin-Wedding wie Baden-Baden. Und es kam wie es kommen mußte. Aufgehetzt von den aus autoritätsfernen Schichten stammenden beiden Milchbubis Sven Boy (*1976) und Dimitrijus Guscinas (*1976) ließen sich die vielen Hitzköpfe im Team schnell anstecken und empfahlen/forderten/erwogen, den als beratungsresistent eingestuften Trainer Götz vor die Tür zu setzen. Was auch geschah. Und Kiel gewann. Zwar nur 1-0 und auch nur gegen Heidenheim, aber immerhin.

Nun könnte man einwenden, die stacheligen Berliner Pflanzen hätten einfach einmal umgetopft werden müssen, um ihre geistigen Wurzeln zu finden, rein dialektisch gesprochen natürlich.  Aber im Kader der Störche wimmelt es nicht gerade von Eigengewächsen aus Problemvierteln der Landeshauptstadt, die mit dem Mutterboden an den Töppen und dem Tribal auf dem Rücken gegen den Übungsleiter aufmucken. Mithin werde ich den Verdacht nicht los: Die Kieler Sprotte stank vom Kopf her, und anstatt die Früchte ihrer Weg weisenden Nachwuchsarbeit zu verkaufen, hätte Hertha (lies: Dieter Hoeneß) vielleicht besser den Trainer feuern sollen damals, und Karsten Heine zum Chef gemacht. Der wäre jetzt vielleicht auch Tabellenletzter, aber billiger und nicht so grauenhaft leblos.

Götzens Nachfolger hat im Verbund mit dem Manager-Azubi Preetz mittlerweile fleißig drittklassige Neuzugänge besorgt und wundert sich, dass man für Geld, das man nicht hat, keine besseren Spieler bekommt. In Hertha schlummert eine ausgeprägte, gefährliche Neigung zur Trainerhörigkeit. Auf Forderung des einen hin wurde der Nachwuchs verjagt, auf Drängen des anderen der Erfolgsmanager geschaßt, der Hertha neues Leben einhauchte. Nichts gegen Preetz, der ein echter Lichtblick bei diesem merkwürdigen Verein ist. Aber er kann sich die Krisenbewältigung genauso wenig aus den Fingern saugen wie Scholl bei den Bayern. Sympathie schießt auch keine Tore. Alles andere als eine fette Niederlage in Hoffenheim am kommenden Wochenende wäre eine große Überraschung. Sind also Favres Tage bei Hertha gezählt? Götz ist im Moment zu haben, und die Mannschaft ist überaltert. Das könnte passen. Bis Heine das nächste renitente Rasenrudel ausgebildet hat, dauert es noch ein bißchen. Die Hertha-Bubis stehen in der Regionalliga ganz brav auf Platz 12. Und dürfen sich nach unten orientieren, wenn der große Bruder am Ende die Biege macht.

Can’t sleep, ‘cos my bed’s on fire… »

…Ai, ai, ai, yaaaaaa, trainer killer aha

Das finde ich überhaupt nicht gut, dass die Bochumer Koller gerade jetzt gefeuert haben. Zur Erinnerung: Hecking verläßt kurzfristig Hannover, Bergmann übernimmt, am nächsten Spieltag gewinnt Hannover überraschend und verdient in Nürnberg. Jetzt ist Marcel Koller weg, und am Freitag spielt Bochum in Nürnberg. Trainerwechsel mitten in der Saison haben wenn überhaupt nur einen Kurzzeiteffekt, aber muss dieser Kurzeffekt immer gegen Nürnberg greifen? Nicht immer ist es so leicht wie gegen die Bayern 2007. Magath wurde nach einem 0-0 zu Hause gegen Bochum entlassen, Hitzfeld übernahm und verlor in Nürnberg sein erstes Spiel mit 3-0.

Am Samstag haben die Bayern zu Hause 2-1 gewonnen, van Buyten mit seinem Tor zum 2-1 und seinem 1-0 in Tel Aviv gegen Haifa tut alles, um seine Kritiker Lügen zu strafen. Bei seinem Kopfball hat Wolf gefehlt. Pinola war zu klein, auch wenn er sonst kein schlechter Innenverteidiger ist. Bei der Flanke von Robben fehlte er dafür auf links. So kostete der depperte Kopfstoß von Wolf im Freundschaftsspiel gegen Bohemians Prag einen Punkt. Beim 1-1 von Nürnberg sah die Bayern-Hintermannschaft allerdings mit van Buyten wieder vogelwild wie eh und je aus. Und wichtige Tore hat der Belgier ja schon immer gemacht, 2007 im Viertelfinale beim 2-2 in Milan alle beide in den letzten 12 Minuten. Im Rückspiel in München verlor Bayern 0-2 und van Buyten hatte die Note fünf. Mal sehen, wie das Experiment “Abwehrchef” weiter geht. Mal sehen, wie das Experiment “Gomez” weitergeht. Mehmet Scholl braucht dringend Hilfe.

Wenn Eric Maxim Choupo-Moting und Jan-Ingwer Callsen-Bracker zusammen ein Bier trinken gehen, reservieren sie vorher angeblich einen Tisch für acht Personen.  Aber der Jubel nach dem 1-1 war schon ein Bild fürs Fanalbum. Vidosic (22) umarmt Choupo-Moting (20), der Dritte im Bunde ist der Vorlagengeber Gündogan (18).  Nürnberg ist eine der wenigen Mannschaften, die sich in der Zweiten Liga schneller entwickeln als manch anderer, der immer oben spielt. Das ist diese unglaubliche Erfahrung beim Absteigen, die ihnen zu Gute kommt.

Überraschungseier! Wir brauchen Überraschungseier! »

Die Wirklichkeitsüberprüfung des Tipps vom Freitag ergibt sechs Richtige, jedenfalls von der Tendenz her.

Bayern-Bremen 1-1 statt 2-2. Werder holt tatsächlich den erhofften Punkt, aber die Hitze machte die Teams schläfrig. Frings war gut, Wiese stark, Bayern auch mit Ribery einfallslos. Das nächste Sturmduo heißt Gomez und Olic.

Stuttgart-Freiburg 4-2 statt 3-1. Beide Mannschaften beflügelt in der zweiten Halbzeit. Freiburg leichtfüßig, der junge Torwart Salz leichtfertig. Auf der anderen Seite Lehmann mit wieder zwei Gegentoren, ein überragender Elson und ein Tor von Pogrebnyak.

HSV – Dortmund 4-1 statt 2-2. Selbst schuld, wer auf Dortmund hofft. Das 1-0 gegen Köln war offenbar mehr Dusel als angenommen. Der HSV hat zumindest einen Trainer gefunden, der gut zur Corporate Identity passt. Mit Ze Roberto hat er den Coup dieser Transferperiode gelandet.

Leverkusen – Hoffenheim 1-0 statt 2-2. Die Handschrift von Heynckes ist zu erkennen, der älteste Coach der Liga paßt gut für die jungen Hüpfer, Kießling pirscht sich an die Länderspielform heran, Rolfes ist wieder fit. Hoffenheim wird keine Überfliegerhinrunde spielen, trotzdem wieder eine gute Leistung. Jetzt gegen Schalke. Hat Hoffenheim den härtesten Auftakt aller Mannschaften?

Hannover – Mainz 1-1 statt 1-0. Stajner macht tatsächlich ein Stürmertor, aber nicht aus dem Spiel heraus. Und tapfere Mainzer holen verdient einen Punkt. Bayern muss sich warm anziehen nächste Woche am Bruchweg, das wird schwerer als gegen Hoffenheim und Bremen.

Frankfurt – Nürnberg 1-1. Volltreffer. Der Club hatte am Schluß mehr zuzulegen und der spielintelligente Bunjaku ist ein echter Gewinn, jetzt, da er fit ist. Gegen Hannover er und Dirty Charry in der Startelf? Frankfurt mit vielen Chancen, aber zu unkonzentriert.

Köln – Wolfsburg 1-3 statt 0-3. Der Meister zieht unbeirrt seine Bahn. Wenn das magische Dreieck nicht trifft, sind es eben andere. Köln mit zwei undankbaren Niederlagen tut gut daran, Podolski nicht zum Alleinretter hochzustilisieren.

Gladbach – Hertha 2-1 statt 2-0. Kacar trifft im Gegenzug, aber Gladbach behält die Nerven und drei Punkte. Gute Verstärkungen, gute Stimmung, trotz des Weggangs von Marin und Baumjohann spielt Gladbach offensiv. Hertha sucht ohne die großen Drei – Simunic, Voronin, Pantelic – noch seine innere Mitte und hat Sehnsucht nach dem Olympiastadion.

Schalke – Bochum 3-0 statt 4-0. Bochum als einzige Mannschaft torlos am Wochenende. Magath baut aus den Querpassexperten eine offensiv agierende Truppe. Farfan immer stärker, übrigens ein Müller-Transfer.

Wir sind alle Manager (2) – Kuranyi räumt ab »

Der erste Spieltag war ganz ordentlich. In der Bundesliga Interactive ist leider der Ausfall von Träsch zu beklagen. Aber Kuranyi mit zwei richtig geilen Toren gegen den völlig falschen Verein, Reinartz und die anderen gelangten auf einen guten Platz um die 16000.

Bei der Bundesliga Classic habe ich mich wie auch sonst bei den Classic Teams für eine Sparvariante entschieden. Kein Spieler kostete mehr als 1 Million, mit dabei sind Banovic und Salz von Freiburg, Gündogan vom Club, der bucklige Neuville von Gladbach. Immerhin zwei Punkte, die meisten kommen nicht in die Wertung, weil sie nicht in der Anfangself stehen. Zumindest bei Kenia von Schalke könnte sich das bald ändern. Dem Magath seinen Moritz hatte ich aber auch nicht auf dem Zettel.

Die Zweite Liga Interactive ist ein Kompendium einiger Kultmannschaften, als da wären, die Roten Teufel, die Löwen, St. Pauli, die Fortuna, Energie, Eisern, die Hansa-Kogge sowie das Kleeblatt, naürlich aus Oberhausen. Mit 19 Punkten ist noch Luft nach oben, aber Rot-Weiss und Rostock haben ja auch beide auf die Mütze bekommen.

In der Zweiten Liga Classic ist kein Spieler teurer as 0,5  Mio. Mavric und Geißler von Koblenz erzielten jeweils -2 Punkte, Casper von Aachen immerhin plus 2. Uwe Rapolder ist übrigens ein richtig guter Trainer und für die nervige Website der TuS kann er auch nichts.

Dritte Liga Classic bilden die Krise-welche-Krise-All-Stars, von denen jeder hübsche 0,05 Mios gekostet hat. Vertreten sind Dresden, Burghausen, Jena (2x), Wuppertal, Sandhausen, Stuttgart, Offenbach (2x), Dortmund, Heidenheim, Erfurt, Kiel (2x) und Bremen. Es gab zehn Punkte und einen Platz im gesicherten Mittelfeld.

Dritte Liga Interactive versammelt alle Ostvereine Erfurt, Jena, Aue, Dresden sowie und wegen der Regel, nicht mehr als vier Spieler pro Verein, die Jägermeister des Zonenrandgebiets Eintracht Braunschweig und den Wuppertaler SV, denn Wuppertal liegt östlich des Ruhrgebiets. Außerdem wollte ich eine Stadt mit einer Schwebebahn dabei haben. 32 Punkte bedeuten ungefähr Platz 17000, die ersten beiden Spieltage habe ich verpaßt. Da geht noch was.

Aus Zeitgründen kann ich leider keiner Managerliga beitreten.

Ihre Meinung zu Bild, Herr Heesters? »

“Ich kenne noch die Zeiten ohne BILD – fürchterlich langweilig!” meint der bekannte Greisklassenspieler, und wer weiß: Hätte schon der Völkische Beobachter Deutsche Möpse auf Seite eins gezeigt, vielleicht hätte das Deutsche Reich in Stalingrad sogar gewonnen. Aber nein, das gehört sich nicht. Einen Mann, der in Dachau absichtlich falsch gesungen hat, um den Zweiten Weltkrieg zu verhindern, verspottet man nicht. Er spottet jeder Beschreibung.

Erwartungsgemäß ist die heutige Ausgabe von Bild völlig langweilig, als auch dort Michael A. Roth pflichtschuldig als Nürnberg-Napoleon tituliert wird. Zum Glück gibt es in diesem Land Meinungsvielfalt, welche in einer ausdifferenzierten Presselandschaft zum Ausdruck kommt. Thomas Winkler gelangt in der taz zu einer ganz eigenständigen Sichtweise: Napoleon mag nicht mehr. Und weil auch die Sportberichterstattung der heiligen Dreifaltigkeit von These, Antithese und Synthese folgt, geht die FAZ in ihrem Erkenntnishunger noch einen Schritt weiter: In Nürnberg nennen sie ihn „Napoleon vom Valznerweiher“. Die Eingeborenen selbst also dürfen hier zu Wort kommen, grad so wie sie Ralf Kohl vom Sportclub in Freiburg alle nur Kanzler riefen, damals in den Neunzigern. So, wie Johannes Rau vom VfB Stuttgart von allen nur noch Altbundespräsident gerufen werden wird, sollte es einem Spielberichterstatter grade mal langweilig sein.

Es ist wie es ist: Mike Krüger wird bis zum Jüngsten Tag “Blödelbarde” sein – bitte immer ohne Artikel schreiben – und “Rock-Röhre” meint immer nur Tina Turner. Dass man Schwierigkeiten hat, bei Michael A. Roth keine albernen Gedanken zu hegen, liegt nicht nur an seinen 1,63, die ihn 2 cm kleiner machen als das Kopfballungeheuer Maradona, sondern auch an seinem Fränkisch. Wer Fränkisch hört, denkt als erstes an Lothar Matthäus und als zweites an Michael Glos. Vor einem dritten Gedanken schreckt der Zuhörer zurück, und wer die Stellenanzeigen für Gebärdendolmetscher aufmerksam liest, wird immer wieder den Satz finden: Franken werden bei gleicher Qualifikation bevorzugt eingestellt. Das hat seine Gründe.

Es wird noch viele, viele Erwin Pelzigs brauchen, um der Welt zu zeigen, zu welchen Hintergründigkeiten und Subtilitäten das Fränkische fähig ist. Klaus Bittermann, in dessen Edition Tiamat so schöne Bücher erschienen sind wie Futebol. Fußball. Die brasilianische Kunst des Lebens von Alex Bellos, ist zum Beispiel in Kulmbach geboren. Dass der Herausgeber der Critica Diabolis im Main-Spessart-Kreis einen Doppelgänger hat, macht es nicht leichter, Vertrauen zum Fränkischen zu fassen. Auch Thomas Gottschalk ist in Bamberg geboren, Henry Kissinger in Fürth.

Zugegeben, die Verpflichtung von Jeff Vliers, der 1979 ganze 48 Tage im Amt war, wird immer ein dunkles Kapitel der ersten Amtszeit von Roth bleiben. Aber zu seinen Personalentscheidungen gehörten auch Magath, Wolf, Meyer und nicht zuletzt Manager Bader. Seit der am 1. Januar 2004 in Nürnberg anfing, kann von Allmacht keine Rede mehr sein. Bereits vorher, als Roth an Augenthaler festhielt und damit den Wünschen der Fans nachkam, war von Größenwahn nichts zu sehen.  Neun Trainer in Roths erster Amtszeit von 1979 bis 1984 ließen sich bei Bedarf immer gegen ihn ins Spiel bringen, aber die Jahre zwischen dem ersten Aufstieg in die Bundesliga 1979 und dem Aufstieg der Höher-Truppe 1985 mit Eckstein, Köpke, Reuter waren fast noch schlimmer als das Jahrzehnt Zweite Liga davor. Nichts stimmte im Verein, der Anspruch nicht, das Sportliche nicht. Roth brachte die Finanzen in Ordnung und hatte dann genug vom Traditionsverein. In den knapp 15 Jahren seit 1994 wurden es dann noch einmal 14 Trainer, wenn man die eine Woche von Interimstrainer Lieberwirth nach der Entlassung von Wolfgang Wolf mitrechnen will. Aber natürlich will man, denn je mehr Trainerentlassungen, desto mehr Napoleon.

Auch an Roths Anzügen nimmt die Meinungsschneidergilde gerne Maß. Wenn er, wie gelegentlich kolportiert wird, in jedem seiner Anzüge einen Zettel hat, auf dem steht, wann er das gute Stück zum letzten Mal getragen hat, dann sollten sich daran nur Leute stören, die Peter Neururer für eine Stilikone halten.

Roths größter Auftritt kam beim letzten Auswärtsspiel gegen Eintracht Frankfurt im April 2008, als Feuerwerkskörper aus dem Nürnberger Fanblock beinahe zu einem Spielabbruch geführt hätten. Roth stellte sich auf das Spielfeld, und auch die Blödesten der Blöden respektierten den Mann, dem sie Mintal, den DFB-Pokal und die Existenz des Vereins zu verdanken hatten. Nürnberg gewann 3-1. In der taz schrieb Frank Hellmann: Als Gagelmann das Spiel wieder angepfiffen hatte, stellte sich Roth für eine geschlagene Stunde vor seine Fans – mit der Gefahr, dass der nächste Feuerwerkskörper ihn getroffen hätte. Ob er keine Angst gehabt habe? “Ich habe doch den größten Teil meines Lebens schon hinter mir”, beschied der 72-Jährige – und lachte. Quel homme.


Saubermann Sammer und der Sittenverfall »

Dieser Sammer kann einem wirklich auf den Geist gehen mit seinem permanenten Gerede von Vorbild und Jugend und Werte blablablub. Heute schwadroniert er im kicker vom Sittenverfall und nimmt die bösen Trainer aufs Korn, die angeblich ihre Verträge nicht einhalten.

Bei Martin Jol könnte man vom Wegfall der Geschäftsgrundlage sprechen, die mithin eine alsbaldige Vertragsauflösung ermöglicht. Jol wurde geholt, um Titel zu holen. Als der HSV beste Voraussetzungen dafür hatte, entschloß sich das Management, doch lieber Geld zu verdienen und verkaufte Kompany für geschätzte 6 Mio Euro und de Jong für bestätigte 19 Millionen Euro an Manchester City. Hätte der HSV mit den beiden gegen Bremen nur zwei Gegentore kassiert? Wäre eine UEFA-Cup-Sieg 25 Millionen Euro wert gewesen? Das sind nach 5 Jahren Glück, Glanz, Ruhm 5 Millionen Euro pro Jahr also 13700 Euro pro Tag. Zu viel? Für den Briefkopf? Für den Fan? Aus dem Verkauf von van der Vaart hat Jol zu Saisonbeginn noch das Beste gemacht, aber das permanente 0-2-Aufholen in den ersten Spielen zeigte schon, dass der Mannschaft das ganz große Format fehlt. Für drei Hochzeiten war die Substanz nach der Winterpause dann endgültig zu dünn.Und Jol hat im Stillen wohl begriffen, dass der HSV den wirtschaftlichen Erfolg höher einschätzt als den sportlichen.

Hans Meyer hat wie der Pokal seine eigenen Gesetze. Wer glaubt, einen 66jährigen Kommunisten mit einem kapitalistischen Vertragswerk binden zu können, der muss zur Nachschulung in den MEW-Lektüre-Kurs. Beim Club hatte Meyer zunächst die Verabredung getroffen, dass beide Seiten die Zusammenarbeit ohne finanzielle Forderungen vom einen Tag auf den anderen beenden können. Meyer wurde Pokalsieger. Danach erhielt er einen zeitlich befristeten Vertrag, der Club stürzte ab. Meyer wurde entlassen, es folgten Streitereien vor dem Arbeitsgericht, die des Trainers Nimbus bei den fränkischen Fans zum Glück nicht schmälern konnten.

Wäre jemand wie Daum für Köln zu haben gewesen ohne Ausstiegsklausel? Wurde der Messias nicht in einer herzzerreißenden Zeremonie ohne Wenn und Aber inthronisiert? Wäre Podolski ohne Daum zurück gekommen? Hat Magath die für ihn gemachten Vorgaben nicht zu hundert Prozent erfüllt? Professioneller als Magath in den letzten zwei Jahren kann man nicht arbeiten. Wenn jetzt die Langzeittrainer Ferguson, Wenger und Schaaf als leuchtende Beispiele genannt werden, sollte man auch einmal sehen, welche unumstrittenen Kompetenzen diese Leute haben. Mir ist nicht ein Fall bekannt, bei dem das Bremer Präsidium oder sonstige fußballfernen Honoratioren des Vereins Schaaf öffentlich in die Parade gefahren wären. Glaubt denn jemand, Ferguson ließe sich vom CEO des Trikotsponsors AIG in sportlichen Frage hineinreden? Nicht einmal von Obama, obwohl AIG faktisch längst verstaatlicht ist.  Sowohl Magath als auch Daum sahen sich einem permanenten Störfeuer innerhalb ihres fachlichen Bereichs ausgesetzt. Wenn man langfristig mit einem starken Trainer zusammen arbeiten will, sollte man vielleicht einfach Ruhe geben (wie es sich in Wolfsburg angeboten hätte), oder die Mannschaft selbst trainieren, was ich Overath jederzeit zutraue. Aber der müsste natürlich erst mal seinen Trainerschein machen, weil Vorbild, Jugend, Extrawurst, Sittenverfall.

Ich bin nicht gegen die Einhaltung von Verträgen, gerade bei jungen Spielern, die von allen möglichen Seiten beeinflußt werden und bestimmte Konsequenzen in der Lebensplanung weniger gut einschätzen können als alte Säcke wie Jol etc. Dass Demba Ba nicht einfach so mal weg kann, dass Gomez noch zwei Jahre beim VfB geblieben ist, dass Diego nicht im Winter zu Juve ging und am Ende der Saison DFB-Pokal-Sieger wurde, das ist schon nicht verkehrt. Es sollte einmal ein Verein kommen, der den tief im Selbstfindungsprozeß verstrickten Spieler (…will Barca…)  so lange vor die Wahl Tribüne oder Amateure stellt, bis die vertraglich vereinbarte Leistungswilligkeit wieder her gestellt ist, dann würde diese Lotterie und Lotterei schnell zu Ende sein. Das macht man natürlich nicht, weil 35 Millionen auf dem Konto besser sind als der in der Dritten Liga zum Krüppel getretene Topscorer, aber mir hat die Zivilcourage der HSV-Oberen bei van der Vaarts erstem Abwanderungsversuch 2007 gut gefallen. Wenn sie 2008 nicht umgefallen wären, hätten sie jetzt einen Titel und Martin Jol wäre noch da.

Apropos umfallen: Saubermann Sammer hat im November 2008 Dieter Eilts geschaßt, nachdem dieser die Quali zur U21-EM erreicht hatte. Eilts’ Vertrag wäre noch bis Juni 2009 gelaufen, bis nach der EM, um genau zu sein. Grund für die Entlassung waren “unterschiedliche Auffassungen”. Ja, holla, potztausend, das nenne ich vorbildlich.

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Fabian Ernst über seine Erfolge in der Türkei heute im kicker: “Das Double soll keine Eintagsfliege bleiben.”

Ich hoffe, David Cronenberg macht die Verfilmung.

Pro Reli – warum? »

Peter Unfried, nicht Christoph Biermann, ist der Wolfsburg-Fan. Es heißt ja auch nicht Schalke 05. Und über die Unbeliebtheit der Wölfe hat sich Unfried nach dem Abstiegskrimi 2007 zum Beispiel so geäußert:

“VI. Unlängst schaute mich ein Freund seltsam an. Ich dachte: Was hat er denn? Dann sagte er: “Hm. Bist du wirklich für Wolfsburg?” Ich schwieg. Was soll man da sagen? Und er grüblerisch: “Vielleicht tust du auch nur so. Ich würde es dir zutrauen.” Es klang, als hoffe er es.”

Jetzt kann sich der VfL vor lauter Verlegenheitsfans nicht retten. Nomadische Fußballästheten wie ichereiner, die froh sind, wenn es Tore gibt wie das 1-0 von Dzeko gegen Hannover oder das 5-1 von Grafite gegen Bayern. Und Spieler wie Gentner, Schäfer, Madlung. Und Trainer wie Magath. Wobei, ich fand Roy Präger schon gut, damals, als die GRAMAZ, die graueste Maus aller Zeiten aufgestiegen war. Und Erik Gerets war auch gut.

Nürnberg scheint in Form zu sein für die Relegation gegen Cottbus, für die Reli, wie die leidgeprüften Fans sagen, die wenig Zeit haben, weil sie eine Kneipe suchen müssen, die diesen lemurenhaften Hybridkick überhaupt zeigt. Die dem Fußballgott kleine Spannstoßgebete schicken.

Der kicker schrieb am Sonntag übrigens, der Club hätte noch die Chance, “durch die Hintertür” in die Bundesliga zu kommen. Leider völlig falsch. Dem mutig sich nach oben spielenden Zweitligisten wird die Chance zum Direktaufstieg genommen, für den eigentlichen Absteiger ist es eine völlig unerklärliche Extrawurst. Das ist wie wenn du eigentlich schon wiedergeboren bist, und plötzlich findest du dich im Fegefeuer wieder. Ich bin in diesem Fall nicht pro Reli, ich war es auch beim Volksentscheid in Berlin nicht. Es wäre schön, wenn 2010 kurz vor der WM eine mit Nationalspielern gespickte Mannschaft zur Reli als Pflichtveranstaltung antreten müßte, um dem DFB diesen Unsinn auszutreiben. Bremen wäre ein Kandidat, wenn sie weiter so vor sich hin murkeln. Das DFB-Pokalfinale kann man vorziehen, die Reli nicht.

Andererseits, wer oben bleiben will, muss auch Cottbus schlagen, wenigstens haben wir das Rückspiel zuhause. Noch so ein Klops vom kicker: Die Relegation werde nach UEFA-Modus ausgetragen. Wirklich? Wie sind denn so die UEFA-Cup-Koeffizienten in der Lausitz und in Franken?

Finale Grande »

Endlich mal wieder ein Meister, der den schönsten Fußball spielt. Vor drei Jahren jammerte Christoph Biermann auf Spiegel-Online über die allgemeine Begeisterung beim Wolfsburg-Bashing. Dann traf das Two-Hit-Wonder Makiadi im entscheidenden Abstiegskrimi einmal und legte einmal auf, dann kam Magath. Voilà und Gratulation. Das Interview auf dem Rathausbalkon in München war ein echtes Schmankerl. Ich fürchte, in Gelsenkirchen gibt es gar kein Rathaus geschweige denn einen Balkon.

Ansonsten lauter gute Ergebnisse, Bayern auf Platz zwei ist völlig in Ordnung. Jetzt darf van Gaal eine Taktik ausklügeln, bei der man in der KO-Runde weder auf AC Milan, Barca oder englische Mannschaften trifft. Hertha, als Vizemeister der Herzen nach Baden gefahren, kehrt aus dem Wildparkshredder zerzaust in die Heimat zurück. Aber CL wäre des Guten zu schnell gewesen. Erst mal Omonia Nikosia überstehen, bevor ManU kommt.

Ich weiß nicht, was mich mehr freut: dass es der HSV geschafft hat oder dass es Dortmund nicht geschaft hat. Ein gnädiges Ende nach alptraumhaften Wochen für Jol und seine wackere Truppe, nicht immer heißt der Gegner Bremen. Dortmund traute sich nicht, gegen gerettete Gladbacher voll auf Sieg zu spielen und wurde bestraft. Das 14. Unentschieden war eins zu viel für Europa. Trotzdem ist der BVB unter Klopp auf einem guten Weg. Bergdölmo ist nur noch ein böser Traum.

Hoffenheim landet vor Schalke, Bremen und Leverkusen. Hätte es die irrsinnige Hinrunde nicht gegeben, wäre allein schon das ein Grund, Kapriolen zu schlagen. Sollte Ibisevic wieder auf die Beine kommen und die gute Transferarbeit fortgesetzt werden, war das der Anfang einer wunderbaren Bundesligakarriere. Und Hildebrand kommt langsam in Form.

Im Keller krallt sich Cottbus den Relegationsplatz. Das freut mich erst einmal, noch mehr, wenn morgen der Club noch Zweiter wird. Jedenfalls geht es weder gegen Hans Meyer noch Fucking Bielefeld und Jörg “Untot” Berger, die als 18. nach unten gehen. Der Feuerwehrmann kam diesmal zu spät. Vielleicht in Ostwestfalen einfach mal “Burning down the House” von den Talking Heads auflegen und eine Runde chillen.

Der Rest war stille Begleitmusik, abgesehen von der Entlassung Funkels. Mehr als er kann man aus dieser Mannschaft mit dieser Verletzungsserie nicht herausholen. Ich kann mich nicht erinnern, dass es so etwas schon einmal gegeben hat, auch die legendäre Vier-Kreuzbandrisse-Saison von Dortmund kommt da nicht ran. Und jetzt will man europäisch spielen und weiß nicht, mit wechem Trainer. Das klingt alles verflucht nach launischer Diva. Vielleicht darf Stepi noch einmal ran, oder das sympathische Jahrhunderttalent Jürgen K. Die Direktflugauswahl nach Kalifornien soll in FRA ja recht gut sein. Mir hat der Kommentar im kicker zu Klinsmann recht gut gefallen, der sich gar nicht darauf einläßt, Medienschelte zurückzuweisen, sondern dem Guru schlicht und sachlich einige seiner Fehler noch einmal aufzählt. Als verkanntes Trainergenie hatte der Jürgen tatsächlich Ähnlichkeit mit seinem ewig mißverstandene Kollegen, dem Lothar.

PS: Sage keiner, die Bremer hätten es heute versaut. Hätte Bayern in Wolfsburg einen Punkt geholt, wären sie heute mit diesem Punkt Vorsprung Meister geworden. Nicht nur der SVW ist bei den Wölfen in dieser Saison 1-5 untergegangen.

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