Das Gute an Deepwater Horizon »
Wenigstens ist es kein Atomkraftwerk.
Was uns zu der Frage führt, ob die USA bei dieser WM etwas zustande bringen werden, oder ob alles im Sande verläuft.
Die meisten Spieler sind mittlerweile in Europa tätig. (Legionärskrankheit: Marotte von Sportjournalisten, die im Ausland tätige Profis stets nur als Legionäre bezeichnen). Zu den Vereinen gehören Aarhus, Hannover 96 und Aris Thessaloniki, aber auch AC Mailand, FC Villareal, Glasgow Rangers und Fulham.
Es gibt natürlich leichtere Auftaktspiele als gegen England, einen der Topfavoriten. Aber mit Algerien und Slowenien in der Gruppe ist zumindest Platz Zwei nicht unrealistisch. Ich favorisiere aus Prinzip afrikanische Mannschaften, bis auf Ghana waren sie allerdings 2006 alle ziemlich fad. Nehmen wir mal an, die USA kämen mit England weiter, hätte dann Schland überhaupt eine Chance? Ohne Ballack? Die USA haben traditionell einen ausgeprägten Teamgeist, sind extrem lauf- und zweikampfstark. Sie haben keine Überflieger in ihren Reihen, mit Howard einen sehr guten Torwart und mit Bradley einen Trainer, der das Team in aller Ruhe vorbereiten konnte. 2006 scheiterten sie mit nur einem Punkt an Ghana, Tschechien und Italien, dieses Mal könnte es schon ein bißchen mehr sein.
Leider nicht mehr dabei ist Alexi Lalas (40), der 2006 bis 2008 Manager der Los Angeles Galaxy war. Seinen Bart, mit dem er mit Außerirdischen kommunizieren konnte, hat er abrasiert. Dafür macht er Musik. Deutlich besser als Gerd Müller, aber an Radenkovic kommt er nicht ran.
Wir sind alle Manager – Die Saisonbilanz »
Bundesliga Classic: Mit Rang 117.394 von 164.097 und -37 Punkten konnte meine Schnäppchentruppe mit lauter Spielern für 1 Million oder billiger locker die Klasse halten und erreichte einen schlechten 13. Platz. Schwegler brachte 31 und Banovic 20 Punkte, Neuville, der kaum spielen durfte, immerhin zwei. Wenig überzeugend war Nordtveit mit -52: Ausländer, Jugendspieler und erste Saison, das war doch ziemlich riskant. Ein Freund von mir und durchaus profunder Kenner der Materie erreichte in der Classic-Variante einen hervorragenden Platz 2203 mit folgender Aufstellung: Mondragon – Hyppiä, Compper, Riether – Banovic, Salihovic, Özil, Gunkel, Vidal – Kießling, Idrissou – Ersatz: Kessler, Schmiedebach, Gündogan, Petreski. Wenn er nicht seinen Hoffenheimer Sentimentalitäten gefolgt wäre, hätte er mit 326 Punkten und 34 Punkten Rückstand auf Platz 1 vermutlich gewonnen.
Bundesliga Interactive: Nachdem ich am 3. Spieltag schon mal auf Platz 130.954 rumhing, wurde es mit Platz 84.534 von 234.839 letzlich noch ein guter siebter Platz, vor allem, wenn man bedenkt, dass ich mit dem schwankenden Gündogan, dem auf Schalke verschollenenen Kluge und dem Taktikopfer Mintal gleich drei Spieler des Relegationschampions dabei hatte, die mit 12, 51 und -29 Punkten nicht gerade zu den Volltreffern gehörten. Bester Spieler ist Kevin Kuranyi mit hervorragenden 184 Punkten gefolgt von Hyppiä (170) und Heinz Müller (152), den ich in der Rückrunde für Schäfer geholt hatte. Raffael (91), Brouwers (99, nur Rückrunde), Reinartz (74), Schwegler (87) und Meier (77) konnten erfreuen, weniger dagegen Westermann (50), Ibertsberger (21) und Colautti (11). Im Grunde hat mich die Clubberersentimentalität eine bessere Platzierung gekostet, aber Ebbe Sand war bis zu seiner letzten Saison dabei. Man läßt seine Helden nicht für ein paar Punkte außen vor. Sie sollen gefälligst gut spielen.
Zweite Liga Classic: Mit Platz 37.233 von 38.458 war der Abstieg nicht mehr zu vermeiden, ich bin quasi Tabellenletzter geworden. Hier hat es mit der Billigvariante von 0,5 Millionen und weniger nicht gereicht. Nöthe von Fürth brachte immerhin 32, die von Geißler (-32) aber sofort vertilgt wurden. Casper (-27) und viele andere mehr sorgten für satte -65, der Schlechteste von allen hat -92.
Zweite Liga Interactive: Platz 24.705 von 48.245 bedeutete einen sehr guten 10. Platz. Mit Sippel, Anderson, Amedick, Angelov, Mattuschka und Naki hatte ich gleich drei Spieler mit mehr als 100 Punkten, allerdings waren sie nicht immer alle in der Startaufstellung, vier Spieler haben Null Punkte, Frank Lehmann, der Torwart von Cottbus -2. Lauth kam leider nur mit 30 Punkten ins Ziel. Nachdem ich in der Rückrunde aus Zeitgründen kaum mehr aktiv gemanagt habe, habe ich sicherlich einige Plätze verschenkt.
Dritte Liga Classic: Beinahe hätte es zum letzten Platz gereicht, aber am Ende war es 23.793 von 23.897. 89 Punkte waren zu viel, der Letzte hatte 10 Punkte, was erstaunlich ist. Die Letzten in der Bundesliga sind gerne im negativen dreistelligen Bereich. Auch hier hat die Billigvariante mit Spielern für lediglich 0.05 Millionen nicht funktioniert. Piossek von Dormund II und Holt von Holstein Kiel mit 46 und 53 Punkten solide, dann noch Rode von Kickers Offenbach mit 20, der Rest mit Null und schlechter.
Dritte Liga Interactive: Platz 10.212 von 27.127 bedeutete nicht nur umgerechnet Platz 8, sondern auch Bestplatzierung in der Saison. Am Ende der Hinrunde war ich auf Platz 18500, danach ging’s bergauf, nicht zuletzt, weil ich im Wintertransferfenster einfach die drei punktbesten Spieler der Hinrunde verpflichtet hatte. Nicht sehr einfallsreich, aber Sattelmaier (Regensburg), Leitl und Hartmann (beide Ingolstadt) sorgten für jeweils mehr als 200 Punkte. Immerhin, meine Kultklubauswahl sah mit Kos, Curri, Hensel und Stark vier Überraschungsaufsteiger aus Aue in ihren Reihen. Dogan, Brinkmann und Danneberg waren bis zum Schluß gut dabei.
Nachdem die Buchstabensuppe im Vorjahr und die Billigvariante dieses Mal nicht die erhofften Spitzenplatzierungen bewirkten, wird das Budget in der nächsten Runde bis zum nächsten Mal bis zum letzten Cent ausgegeben, wenn es sein muss. Und auf große Namen nehme ich auch keine Rücksicht mehr, vor allem Nachnamen.
Saisonrückblick: Die Nachlese zum Nachlesen »
Bayern ist ein verdienter und würdiger Meister. Van Gaal holte Rensing aus dem Tor und machte auch danach fast alles richtig. Nebenbei bemerkt eine ähnliche Situation wie bei Klewer und Blazek bei Nürnberg nach dem Pokalgewinn. Damals überging Meyer die heimliche Nummer Eins Klewer und die Mannschaft fand nicht zusammen. Rensing durfte spielen, er patzte, er wurde abgelöst, und Butt konnte ohne Dauerkritiker allmählich zu einem sicheren Rückhalt werden.
Schalke ist wieder da. Spielerisch kann man noch einiges verbessern, 53 Tore sind schon ziemlich mager, 3-3 gegen Hamburg, 3-1 gegen Gladbach, 3-0 gegen Bochum und 4-1 in Frankfurt, sonst nie mehr als zwei Tore, davon sechsmal ohne eigenes Tor. Aber sie haben die CL ohne Pander und Jones erreicht, und ohne ein einziges Mal darüber zu jammern. Aber in Bremen wurde Magath ja auch nicht gleich Meister.
Bremen zeigt dem HSV wie man kaufmännisches Geschick mit sportlichem Erfolg verbindet. Am meisten erstaunt hat mich am Ende der couragierte Fritz. Man konnte sehen, warum er einst Nationalspieler war. Und natürlich spielten sie phasenweise wieder am schönsten. Hoffen wir, dass Özil seine Sinnkrise endgültig abgeschlossen hat, im Pokal-Finale brilliert und bei der WM konstant spielt. Einen wie ihn könnten die Schalker übrigens gut brauchen, Magath hätte ihn wohl für unverkäuflich erklärt.
Bayer Leverkusen verabschiedet heute Abend den genialen Bernd Schneider. Er ist einer von hundert Gründen, warum das Gerede von der Retortenmannschaft endlich verschwunden ist. Wie bei Schalke wurde auch hier erfolgreich ein Stabilisierungsprozess eingeleitet. Ich sage jetzt nicht, dass Bayer demnächt Meister wird, aber diese Mannschaft hat noch gewaltig Luft nach oben – und einen Trainer, der zu ihr paßt.
Borussia Dortmund, auch die ein echter Aufsteiger. Klopps Vertrauen in die Jugend zahlt sich aus. Zorc hatte einen Lauf bei seinen Transfers, an erster Stelle Barrios. Wenn Kehl noch einmal ganz gesund wird, kann es auch für mehr reichen. Schade, dass der Defensivstratege nie mehr richtig wieder auf die Beine gekommen ist.
Der VfB Stuttgart im Jahr eins nach Gomez kann zufrieden sein. Sie hätten auch unter Gross nicht zwei solche Halbserien gespielt, niemand macht das, Leverkusen, die Ungeschlagenen lange Zeit, auch nicht. Aber auch hier frage ich mich, ob das schon das Ende der Fahnenstange ist. Der VfB produziert reihenweise Nachwuchstalente, Gross ist ein umsichtiger Mann und Heldt hat in seinen jungen Jahren schon viel erreicht als Manager. Neben Stuttgart sehe ich oben auch Schalke und Leverkusen als die Mannschaften, die ihr Potenzial optimal ausschöpften, Bremen blieb dahinter zurück, Bayern und Dortmund spielten über dem Limit.
Der HSV ist neben den Absteigern sicherlich der größte Verlierer der Saison. Im kicker habe ich im Abschiedstext zu Bernd Schneider gerade gelesen, dass Labbadia ihn letztes Jahr im Pokalfinale neunzig Minuten hat schmoren lassen. Das ist extrem instinktlos und ein weiteres Indiz dafür, dass dem großen Motivator Labbadia ein Sinn für Spielerseelen fehlt, den selbst Leute wie Weisweiler, Happel und Magath haben/hatten, die nicht unbedingt Kumpeltypen sind/waren. Die Meisterschaft war illusorisch, aber wie Europa League und Pokal abgeschenkt wurden, war schon extrem arm. Daran konnte auch Ausnahmespieler van Niestelrooy nichts ändern.
Wolfsburg hat die Meisterschaft erstaunlich gut verkraftet. Was auch an der mutigen Entscheidung lag, Köstner zum Chef zu machen. Es war kein Glanz auf dieser Saison, Dzeko war zu sehr Einzelkämpfer. Dadurch dass mit Leverkusen, Schalke und Dortmund gleich drei Hinterbänkler durchstarteten, war Europa zu weit weg.
Mainz hat eine überragende Saison gespielt. Van Gaal hin, Magath her, Thomas Tuchel ist Trainer der Jahres. Als Neuling mit einem Aufsteiger taktisch so ausgefuchst zu agieren, Favoriten zu Hause reihenweise aufs Kreuz zu legen und dann noch ahnsehnlichen Fußball mit Herz und Hirn zu spielen, ist sensationell. Eine echte Bereicherung, alles andere als ein niedlicher Exot, dieser Karnevalsverein.
Eintracht Frankfurt unter Skibbe hat sich ebenfalls erstaunlich entwickelt. Rein punktemäßig war es nicht viel besser als in den letzten Jahren, aber es sieht schon anders aus. Besonders gefallen hat mir Köhler, solche Haken hat in der Liga zuletzt Mehmet Scholl geschlagen. Ohne Verletztenseuche könnten es demnächst sogar 47 Punkte oder mehr werden.
Das zweite Jahr ist für einen Aufsteiger immer das Schwerste, so auch für Hoffenheim. Allerdings kämpfte die TSG von Anfang an gegen die irrsinnigen Erwartungen. Ibisevic erzielte nach seinem Kreuzbandriß 12 Tore und wird jetzt mehr oder weniger als Versager abgestempelt. In der Hinrunde war Hoffenheim Siebter. Ich hoffe, Rangnick kriegt die Kurve und kann in Ruhe weiterarbeiten.
Gladbach, noch ein Gewinner der Saison. Endlich ein Trainer, der paßt, endlich spielen sie ab und zu wenigstens schönen Fußball. Eine No-Name-Truppe hat einem großen Verein eine Menge Anerkennung zurück gebracht. Und Dante hat bei mir schon wegen seiner Frisur einen Stein im Brett. Schade, dass Neuville so wenig spielen konnte. Löw würde sagen: In unserem Frisurenprofil ergänzt er sich nicht optimal mit Dante.
Köln im ersten Jahr nach Daum und im ersten Jahr mit Podolski durchwachsen, also im Rahmen seiner Möglichkeiten. Auch hier eine Riesenkluft zwischen Anspruch und Wirklichkeit. Köln ist immer noch eine potenzielle Fahrstuhlmannschaft, es wird noch ein Weilchen dauern, bis der ambitonierte Präsident Overath zufrieden ist. Dass Soldo ein Jahr Klüngel überstanden hat, ohne geistig Schaden zu nehmen, spricht für ihn.
Freiburg behält die Nerven, behält den Trainer und hält die Liga. Für keinen waren die Fußstapfen des Vorgängers so groß wie für Robin Dutt, er hat die Herausforderung bestanden. Dieses Freiburger Team ist noch keine Kultmannschaft wie das große Team mit Cardoso, Heinrich, Schmadtke, noch keine Breisgau-Brasilianer. Sie werden immer gegen den Abstieg spielen, und ab und zu einen Etablierten hinter sich lassen.
Hannover: Ende gut, aber nicht alles gut. Der Tod von Robert Enke bleibt die große Katatrophe dieser Spielzeit. Rechtzeitig kehrten Kampfgeist und Spielfreude zurück, es freut mich, dass 96 der Gang in die Zweite Liga erspart bleibt. Auch für Slomka, der auf Schalke unter Wert verabschiedet wurde. Wenn Hanke so weiter trifft, waren die letzten beiden Spiele der Auftakt zu einer wunderbaren neuen Saison.
Der Club macht es wieder einmal spannend. Sollte die Relegation erfolgreich sein, könnte man das sportliche Modell perfektionieren. 10 Leihspieler, 10 Juniorennationalspieler, Schäfer, Wolf, Pinola, fertig ist der Klassenerhalt. Bader hat gezockt und bis jetzt noch nicht verloren, aber nächstes Jahr bitteschön vielleicht noch ein paar mehr Spieler jenseits der 25 mit mehrjährigen Verträgen. Und eine faire Chance für Mintal.
Auf Wiedersehen, VfL Bochum. Selbst die vier Trainer, selbst das 1-0 in Nürnberg hat nicht gereicht. Wer im Endspiel zu Hause so auftritt, der muss sich mindestens ein Jahr lang im Stahlbad Zweite Liga regenerieren. Vielleicht hätte man Koller nicht feuern sollen, was hilft es dem gemeinen Fan, dass Wosz Kult ist und die letzten beiden Spiele so ausgehen.
Last and least – der Problembär aus Berlin. Nicht Hoeneß, sondern Gegenbauer ist der Verantwortliche für das Desaster. Und angesichts der Tatsache, dass es keinerlei Opposition gegen ihn gibt, ist auch in Liga Zwei wenig Gutes zu erwarten. Es war klar, dass nach der Überfliegersaison ein Krisenjahr kommt. Und anstatt den erfahrenen Krisenmanager Hoeneß in Würde zu verabschieden, legt man das Schicksal in die Hände eines Trainers, der das Team gerade mal zwei Jahre betreut hatte. Und der arme Preetz – sympathisch, unerfahren, überfordert – wußte nicht, wie ihm geschieht.
You’ll never blog alone »
Es war sehr angenehm, den Samstag in München mit den anderen Bloggern zusammen zu bringen. Für den Umtrunk danach mußte ich leider passen, da war ich schon wieder auf dem Weg zurück nach Berlin, es gab längst vereinbarte Sonntagsarbeit zu verrichten.
Blogger probek ist zwar Bayern-Fan, ich muss das jetzt so hart formulieren, er zeigte mir aber nicht nur den Paulaner und das Straßenschild vom Kurt-Landauer-Weg, sondern kennt sich auch mit Kino sehr gut aus. Kurt Landauer war bis 1933 Präsident des FC Bayern, als Jude im KZ Dachau inhaftier und war nach der Befreiung weitere vier Jahre Präsident. Probek, der Kaisergrantler, die eine Hälfte von soccr.de und das Fernglas FCB durften sich dann über eine Deutsche Meisterschaft und drei Müller-Tore freuen. Der frühere Müller, der Bomber der Nation war kurz vor Spielbeginn zu Besuch und ließ sich geduldig fotografieren. Wenn er tatsächlich alle achtzig Ehrenlogen besuchte, ist er vor diesem Spiel vermutlich mehr gelaufen als in den meisten Spielen seiner Karriere.
Die Clubberer, die andere Hälfte von soccr.de, die beiden Kollegen von Clubfans-united sowie agolnaihaua, was auf fränkisch so viel heißt wie “einen treffer erzielen”, versuchten angesichts von einem 0-3 in Hamburg nach nicht mal dreißig Minuten die Contenance zu wahren. Schlimmer als 1999 (Fjörtoft, Berger, Freiburg, Chronik einer angekündigten Abstiegsfeier) könne es nicht werden, da waren wir uns einig. Der Bochumer Kollege von 18:48 merkte äußerst listig an, dass das 3-1 von Fuchs in München ganz entscheidend werden könnte. Wohl wahr, der Club hat an einem Spieltag neun Tore gegenüber Hannover und 2 gegenüber Bochum verloren. Dem Gladbacher von Entscheidend is auf’mPlatz konnte man da auch keinen Vorwurf machen.
Obwohl meine Sympathie kein Geheimnis ist: Petric ist ein richtig geiler Spieler ist. Deshalb wird er von Hoffmanns Gardinenneu bestimmt Ende Juli auch wieder vertickt.
Währenddessen sahen die Herthaner von mauertaktik und Szenenapplaus auf einem der vierfach parallel bestückten Bildschirme das 1-1 von Kießling gegen den Hauptstadtverein, der damit endlich tschüssikowski sagen durfte. Die Durchhalteorgie der Berliner Medien war nicht auszuhalten. Seit Harald Juhnke ist ein Sterbenskranker nicht mehr so abgefeiert worden. Seit Weihnachten versprachen die Herthaner mehrmals täglich “jetzt noch einmal alles zu geben”, und nichts, NICHTS ist passiert. Selbst gegen den Club haben sie sich zu blöde angestellt. Vielleicht sehen wir uns bald in der Zweiten Liga wieder, dann muss “Heimsieg” an der Spree nicht mehr auf der Roten Liste ausgestorbener Wörter geführt werden. Es gibt ja den FSV Frankfurt, Osnabrück, Aachen.
Die beiden VfB-Fans von angedacht und Brustring erlebten einen Dämpfer ihrer in den letzten Wochen so großartig aufspielenden Schwabenpfeile. Wer nach so einer Hinrunde allerdings noch international spielt, dürfte nicht allzu geknickt sein.
Fein raus waren die Neutralen, die sich auf ihren Websites nicht sogleich als Fan eines bestimmten Vereins zu erkennen geben: Abenteuer Fußball war doppelt vertreten, mit Trainer Baade konnte ich ein paar freundliche Worte wechseln, von Stadion-Wurst hätte ich eigentlich eine Bewertung der leckeren Speisenfolge erwartet, ohne Wurst und außer Konkurrenz, genau so wie von den soccer-warriors, die ansonsten Fritten, Fußball und Bier bevorzugen. Meiner Aufmerksamkeit entging leider völlig der sportmedienblog, was auch daran liegt, dass die Autoren vor allem unter ihrem Blog, selten unter ihren Pseudonymen, so gut wie nie unter ihren echten Namen bekannt sind. Die korrekte erfolgte dann auch ähnlich wie bei Fahrenheit 451 von Truffaut: “Guten Tag, ich bin Stadionwurst. – Sehr erfreut, mein Name ist Mauertatktik”.
Auf der Tribüne twitterten und bloggten einige von uns um die Wette, hinten in der Lounge gab es das Spiel der Bayern noch einmal auf dem Bildschirm (tatsächlich 3-1), dazu Schalke – Bremen und auf besonderen Wunsch der mittelfränkischen Sado-Maso-Fraktion HSV-FCN. Und natürlich die Konferenz. Liga Total gibt einem die Möglichkeit, die Tabelle live einzublenden, außerdem gibt es einen Schnipsel-Ticker, das heißt, wenn man eigentlich gerade HSV-FCN schaut und dann im Ticker auf einen Eintrag anklickt, kriegt man gleich eine aktuelle Spielszene aus einem anderen Stadion zu sehen, das 4-0 von Hannover zum Beispiel. Nein, das Gerät ist nicht kaputt, es war tatsächlich Hanke. Außerdem kann man sich sein Spiel auf der Festplatte aufzeichnen, um seine Kinder später damit zu erschrecken, und noch am gleichen Tag auch die anderen Spiele in voller Länge sehen. Doppelflat für Surfen und Festnetz sind sind im Paket mit dabei, das mit Recorder bei etwa 50 Euro anfängt. Eigentlich gar nicht so kostenungünstig, allerdings gehe ich lieber in die Kneipe, sonst hinge ich nur vor der Glotze. Und 70 Fernsehsender brauche ich eigentlich auch nicht, 18 Vereine reichen völlig aus.
Insgesamt eine bunte Runde, nullkommanullgendergemainstreamt und sachkundig bis unters Blasen werfende Dach der Allianz Arena. Man sieht sich, man schreibt sich, man liest sich.
Die Fröttmaning-Tweets, ungekürzt »
Mein Ausflug nach München am 1. Mai 2010. Dies sind die Original-Tweets, kleine Rechtschreibfehler habe ich korrigiert.
Die Operation Fröttmaning läuft nach Plan. Im Flugzeug in der Reihe vor mir drei Bayern-Fans, aber wir sind auf dem kleinen MUC gelandet. 9:50 AM
Ohne Hallbergmoos nichts los: Auf dem Weg in die Weltstadt Rapsfelder, Aushubhügel und fruchtbare Äcker und Wiesen. 10:14 AM
Schon wieder drei Bayern-Fans. Hier muss irgendwo ein Nest sein. Der eine mit einem Aufnäher “FCN Fans on Tour Richtung Meppen”. Lustig. 10:28 AM
Die drei Bayern-Fans sind ohrenscheinlich Pfälzer. Daran sind nur die 68er schuld: Die jungen Leute haben alle keinen Nationalstolz mehr. 10:43 AM
“Ein Hund fraß einen Knorpel, am Sendlinger Torpl.” (Fredl Fesl) 10:52 AM
Ich Weisswurst, was soll es bedeuten, dass ich so launig bin, aber der Paulaner Bräu ist eine Reise wert, die Kellner tragen Lederhosen. 11:49 AM
Das Stadion sieht richtig gut aus. Wer hätte gedacht, dass ein Kalbsrollbraten aus der Nähe so zarte Eleganz entfaltet. 1:03 PM
Elvis has entered the building. 1:23 PM
Vier Ticketkontrollen, fünf Rolltreppen und jetzt stehen wir in der T-Home VIP-Lounge und starren hinunter in den grünen Schlund. 1:39 PM
68 Minuten bis zum Anpfiff, mittlerweile Nieselregen statt zarter Maisonne. Holy shit, die Sitze in der Loge sind gepolstert, surreal. 2:23 PM
Gerade hat Gerd Müller mal kurz vorbeigekuckt. 2:34 PM
Die T-Home-Präsentation war interessant, aber zu kompliziert für einen Tweet. 3:21 PM
Das Stadion ist voll, die Spieler werden aufgerufen, darunter – wie überall – ein wummernder, nerviger Lärmteppich. 3:22 PM
Wir sitzen im Mitteldeck, vor uns die VIP-Tribüne. Schräg links (!) unter mir Eddy “Adria” Stoiber. 3:26 PM
Carmina Burana als Startmusik. Alle Dauerkartenbesitzer haben Triangeln. – Der Club und Schalke brauchen hier ein Unentschieden. 3:28 PM
1. Bochum in weiss stösst an, Ecke für Bayern, sicher geklärt. 3:32 PM
4. Verhaltener Beginn, viele Fehlpässe. Die Trapezkamera (Vogelperspektive) ist faszinierend. – Zwei Großchancen Bayern. 3:36 PM
7. Bochum jedenfalls nicht wie das Kaninchen vor der Schlange, mit Mavric und Sestak offensiv aufgestellt. 3:39
12. Rechts (!) vor mir Paul Breitner, der von hinten verblüffende Ähnlichkeit mit Paul McCartney hat. 3:44 PM
18. Bochum kriegt den Ball nicht weg, Lahm scharf und flach von rechts – 1-0 Müller. 3:49 PM
20. Schon wieder ein Tor des Monats, diese Angeber. Einmal links geflankt, einmal rechts 2-0 Müller. 3:51 PM
23. BiFi widmet das 2-0 einem Fan aus Rostock. Möchten sie von BiFi etwas gewidmet bekommen? 3:54 PM
28. Erste Chance für Bochum, Butt pariert. Nürnberg liegt 3-0 hinten, Hannover führt 3-0. Läuft ja richtig super heute. 3:59 PM
32. Die Frau neben mir kuckt mit T-Home BVB-WOB auf dem iPhone. Nicht ganz ruckerlfrei, kann aber auch am Dortmunder Spielaufbau liegen. 4:05 PM
39. Riesenchance für Bochum, das nie aufsteckt. Bayern verwaltet den Vorsprung, lässt es behutsam angehen. 4:10 PM
42. Selbst Schweinsteiger mit Stockfehlern, die Bochumer setzen Nadelstiche, aber sie sind zu harmlos. 4:14 PM
51. Wie in der Oper. Köche, Kellner, Logen, Cohibas für 64 eu in der Davidoff Lounge. Götterdämmerung wird heute aber nicht gegeben. 4:40 PM
55. Immerhin, die Tradition wird auch berücksichtigt. Auf dem Pissoir muss man anstehen, im Mai riecht es nach Spargel. 4:43 PM
60. Bremen führt, die Allianz Arena ist aus dem Einfamilienhäuschen. 4:47 PM
63. Freiburg führt in Köln, hier geht La Ola um. Es bleibt einem nichts erspart. 4:50 PM
68. 3-0 für Bayern. Torschütze Müller. Nürnberg hält die Tordifferenz gegenüber Bochum. 4:56 PM
78. Ecke für Bochum und Gomez kommt für Olic. Kippt das Spiel noch? Nürnberg liegt 0-4 hinten. 5:06 PM
83. Gomez an die Latte, er ist bereits in WM-Form. 5:09 PM
85. 3-1 für Bochum. Schön geschlenzter Freistoss von Fuchs. 5:12 PM
Schlusspfiff in München. Und wir können sagen: Wir sind dabei gewesen. 5:18 PM
In der vollbesetzten U-Bahn kommt meine Schalke-FCN-Fanfreundschaft-Anstecknadel besonders gut zur Geltung. 6:09 PM
Selten so entspannte Fans erlebt. Das war 1991 beim 3-1 mit Zarate und Wück auch schon so. Geschlagen, aber manierlich zogen sie nach Haus. 6:54 PM
Wie bei Asterix auf Korsika hier: Unterföhring, Fröttmaning, Garching, Machdeinding, Burgerking, Nasenring. 7:01 PM
Im Flieger. In der S-Bahn ein Ehepaar, das sich morgen live Doppelpass ansieht. Ein Tag mit durchwachsener Ökobilanz geht dem Ende zu.
Zurück in der Stadt der tausend Derbys: Hertha gegen Union, Cottbus, Rostock, Aue und vielleicht auch Jena. TeBe und Dresden fehlen noch.
Heute Live-Blog/Tweet aus der Allianz-Arena »
Es ist so weit. Heute Nachmittag werden zwanzig Blogger auf Einladung von T-Home in der Allianz-Arena technische Neuigkeiten präsentiert bekommen. Ich bin sehr gespannt. Es soll jetzt schon ein App fürs Zwiebeln schneiden geben. Einfach “Zwiebel schneiden” ins iPhone eingeben, der Rest geht von allein. Mein Gezwitscher ist unter robalef zu finden.
Nach dem Wort des Sponsors sehen wir uns das Spiel des FC Bayern gegen den VfL Bochum an. Sollte Bochum heute einen Punkt hören, werde ich mir freiwillig ein Lied von Herbert Grönemeyer in voller Länge auf YouTube anhören. Gewinnen müssen sie nicht unbedingt, schließlich stehen sie noch einen Platz hinter Nürnberg, die heute in Hamburg hoffentlich vom Fulham-Trauma profitieren können.
Schalke muss aufpassen, dass heute kein Unentschieden auf sie wartet. Frings ist in der Form seines Lebens und auch der Pizza-Mann liefert pünktlich. Hertha hat in Leverkusen alle Trümpfe in der Hand. Gegen seinen alten Verein wird Gekas nicht mehr wiederzuerkennen sein. “Seit wann hat Messi eine Glatze?”, werden sich die Fans in der BayArena fragen.
Stuttgart peilt heute den siebten Sieg in Serie an. Aber auch die Mainzer wollen noch einmal punkten, wissen sie doch, dass am letzten Spieltag nichts mehr geht. Köln sollte sein letztes Heimspiel gewinnen, die Fans hätten es verdient, und Soldo hätte mehr Punkte geholt als Daum. Freiburg könnte dank seines miesen Torverhältnisses noch einmal in die Bredouille kommen. Für Nürnberg wäre das nicht schlecht.
Hannover kämpft gegen Gladbach um die letzte Chance. Wenn sie nicht wieder drei Eigentore schießen, sollte ein Unentschieden drin sein. Gladbach kann befreit aufspielen genauso wie Frankfurt gegen Hoffenheim. Skibbe wären die 49 Punkte zu gönnen, für Hoffenheim beginnt bereits die Vorbereitung auf die nächste Saison.
Dortmund kämpft gegen Wolfsburg um Platz drei. Da Bremen auf Schalke spielt und Leverkusen eine harte Nuss zu knacken hat, haben sie gute Chancen. Heute ist der Tag der Malocher ausm Ruhrgebiet und von überall wech. Deshalb Glück Auf! und heraus aus dem Abstiegssumpf , Nürnberg, zum ersten Mai.
Relegation, wir kommen »
Um es ganz deutlich zu sagen: Nürnberg steigt nicht deshalb ab, weil sie zu Hause 2-3 gegen Dortmund oder 0-2 gegen Wolfsburg verloren haben. Die fatalen Schnitzer waren das 0-1 gegen Bochum, das 0-1 gegen Freiburg und das 0-2 gegen Hannover, alle in der Hinrunde. Wenn man dreimal gewonnen hätte, hätte man schon seit drei Wochen entspannte 37 Punkte und die drei Abstiegskonkurrenten jeweils drei weniger. Das heißt, der Club hätte schon gegen Mainz den Klassenerhalt feiern können. Aber nein, es muss mal wieder ein Fotofinish geben. Drunter machen es die rot-schwarzen nicht. Wir wollen es nicht so einfach haben wie die Streber aus Mainz, die einfach zu Hause nicht verlieren können. Eine leise Hoffnung böte ein desolater HSV. Wenn der gegen Fulham in die Verlängerung müßte und danach trotzdem verliert, dann könnte im hohen Norden vielleicht was gehen. Weder gegen die Wölfe noch gegen Lüdenscheid war der Club deutlich schlechter, einfach nur naiver, weniger abgebrüht. Und immerhin nehmen sich Bochum und Hannover am letzten Spieltag gegenseitig die Punkte weg. Oder teilen sie sie auf? Wenn Nürnberg bei Punktegleichstand gegen Köln verliert, und die anderen beiden spielen Unentschieden, dann reicht es nicht einmal zu neuen Königsdiziplin in Franken, der Relegation.
Mr. Zweistellig grüßt von oben »
Wer hätte das gedacht? Schalke ist vorn und hat nach dem 2-1 gegen Dortmund die nächsten Big Points geholt. Und Kuranyi trifft wie ein Uhrwerk. Ob da noch Luft nach oben ist? Die Bayern sind zwar in der Champions League kühl bis ins Mark (van Bommel), gegen Köln und Nürnberg haben sie sich jedoch gleich zwei Nervenwackler geleistet. Dass der nächste zu Hause gegen Freiburg kommt, ist nicht zu erwarten, man kann die Punkte auch auswärts liegenlassen. Für Nürnberg wäre es kein Schaden, wenn Freiburg heute verlöre. Bei einem Sieg in Berlin – das Spiel sehen Hertha-Fans und Clubberer heute friedlich in der Bluesgarage in Schöneberg, der Autor ist anwesend – könnten sie sich ein wenig absetzen. Wobei Hannover jetzt die zweite Luft kriegen wird. Die haben mit HSV, Schalke, Bayern, Leverkusen nur ein besonders knüppelhartes Restprogramm.
Kevin Kuranyi zieht als Mr. Zweistellig weiterhin einsam seine Kreise, hat viermal mehr Tore geschossen als Podolski und Klose zusammen. Podolski, der nach seiner Ohrfeige für Ballack angeblich auf Bewährung spielt, hatte nach dem Länderspiel gegen Argentinien den nächsten kleinen Ausraster. Gegen Bayern hat Kuranyi im DFB-Pokal-Halbfinale die Möglichkeit, dass er es auch in k.o.-Spielen kann. Die Sturheit Löws in dieser Frage ist nur ein weiteres Indiz dafür, dass der DFB völlig von der Rolle ist. Diese WM könnte tatsächlich zum Desaster werden. Starke Gruppengegner, schwache Stürmer und im Verband ist der Teufel los. Aber bitte, dann geht Kuranyi eben bestens ausgeruht in die neue CL-Saison. Das muss kein Schaden sein.
Ohne Övrebö habt ihr keine Chance »
Der Club hatte eine und machte sie rein, fertig war ein Unentschieden für die engagierten und kompakten Defensivkünstler in rot-schwarz. Und dieser kostbare Punkt wird noch schöner, weil er glücklich war, weil man sich hinterher nicht anhören musste, gegen diese Bayern an diesem Tag wäre mehr drin gewesen. Eine Chancenauswertung von 100%, eine geschlossene Mannschaftsleistung mit einem unermüdlichen Pinola und einem eiskalten Breno, und ein Raphael Schäfer, der die eine, die tausendprozentige Gelegenheit von Mario Gomez perfekt entschärfte. Und kein Schiri, der einfach mal so ein Abseitstor durchgehen ließ, wie gegen Dortmund, wie gegen Florenz.
Ich weiss nicht, was mich bei der Champions League mehr wundert: Dass der Bruchpilot Övrebö tatsächlich noch einmal pfeifen durfte, oder dass die Bayern ernsthaft vom Titel reden. Sie stehen da, wo sie in den Jahren seit 2001 meistens standen, im Achtelfinale mit dem Auswärtsauftritt im Rückspiel. Und nach dieser einfallslosen Offensivleistung vom Mittwoch erscheint es unwahrscheinlicher denn je, dass sie diese Saison auch nur in die Nähe des Endspiels kommen.
Wenn man sich die angeblich so tolle Siegesserie einmal ansieht, stellt man schnell fest, dass die meisten Gegner entweder schwach oder mitten in einer Krise waren. Dass man gegen Haifa, Hannover, Gladbach, Hertha, Mainz und Fürth gewinnt, sollte eigentlich kein Anlass sein, sich selbst auf die Schulter zu klopfen. Hier stehen auch die drei Zu-Null-Spiele der Serie zu Buche. Die grossen Namen Juventus, Hoffenheim, Bremen und Wolfsburg standen zum Zeitpunkt der Begegnung gerade mehr oder weniger neben sich: Juve ist überaltert und der arme Buffon humpelte sichtlich durch seinen Strafraum, Hoffenheim hat zu viele Verletzte, Bremen den bekannt schlechten Start und Wolfsburgs Abwehr ist schlechter als die von Hertha. Drei eher durchschnittliche, gute eingestellte Mannschaften mit aufsteigender Tendenz reichten, um die Bayern ins Straucheln zu bringen: die laufstarken Dortmunder, die taktisch klugen Florentiner Hörnchen und die mutig verteidigenden Clubberer. Bis 10. April heissen die Gegner auswärts Florenz, Leverkusen, Frankfurt und zweimal Schalke, zuhause geht es gegen den Angstgegner HSV und die bestens aufgelegten Stuttgarter.
Der wie immer beflissene Marcel Reif beeilt sich heute im Tagesspiegel zu versichern, die Bayern können sich nur selbst um den Erfolg bringen, und das Spiel in Nürnberg sei der Beweis dafür gewesen. Ich habe das Gefühl, dass van Niestelrooy, Cacau, Gilardino, Köhler, Kuranyi, Kroos und die anderen den Bayern diese Aufgabe nicht konkurrenzlos überlassen werden.
Eine schwierige Saison für Raphael Schäfer »
Raphael Schäfer hat es nicht leicht in dieser Saison. Nach seinem Nachhakeln gegen Misimovic wurde er durch Fernsehbeweis gesperrt. Dass es nicht in Ordnung war, was er da gemacht hatte, ist klar. Ob es rot gewesen wäre, wenn es Schiedsrichter Schmidt gesehen hätte, ist eine andere Frage. Misimovic hat im gegnerischen Fünf-Meter-Raum ganz schön rumgepöbelt vorher. Und dass Torhüter ihr Revier schützen (dürfen), wird auch der Schiedsrichter gewusst haben, der es großzügig mochte, und bei klarer Sicht weder Wolf noch Josué vom Platz stellte. Warum er dann Schäfers Einsteigen aus drei Metern Entfernung angeblich nicht gesehen hat, weiss nur er, und warum es dann gleich vier Spiele Sperre sein mussten, nur der DFB. Unterm Strich standen dann für Nürnberg vier Spiele ohne Schäfer, ohne Tor, ohne Punkt.
Letzten Samstag machte der Club-Torwart dann den spielentscheidenen Fehler gegen Stuttgart, nachdem er vorher sein Team bis zur 86. Minute mit teilweise Weltklasseparaden im Spiel gehalten hatte. Er monierte zwar Abseits, aber er wusste, dass er sich von Hilbert hatte vernaschen lassen. Kurz danach schlitzte ihm ein Stuttgarter auf der Torlinie die Kniekehle auf, wofür es weder Gelb noch vier Spiele Sperre gab. Hauptsache, der Schiedsrichter hat diese Sehne richtig beurteilt.
Gestern Abend hatte Schäfer wieder einen unglücklichen Moment, beim 2-1 für Gladbach. Meiner Meinung nach war Matmour eine Idee früher in der Luft, er springt ziemlich senkrecht in die Höhe,will zum Ball, nicht in den Mann. Schäfer nimmt das Duell an, aber der Aufprall verhindert, dass er die Kontrolle über den Ball kriegt. Wenn er Matmour erfolgreich geblockt hätte, hätte es sicher keinen Elfmeter gegeben. Nützt aber nichts: Ball verloren – Spiel verloren.
Man hätte das auch abpfeifen können, aber eine eindeutige Fehlentscheidung war es nicht, genauso wie der Handelfmeter für die Bayern gegen Fürth am Mittwoch. Kann man geben, muss man nicht. Wenn man jetzt natürlich in jedes Trikot einen Chip einpflanzen würde, der die Aufprallgeschwindigkeit, den Ellebogenwinkel und die Bewegungsrichtung in Sekundenbruchteilen berechnet, gäbe es derartige Skandalentscheidungen nicht mehr. Bem vorwärts eingesprungenen Flugblocker von Fürstner gegen die Bayern müsste man allerdings schon die Hirnströme messen, um Fehlentscheidungen zu vermeiden. Die Dioden könnte man in den von Petr Cech zu Weltruhm gebrachten Helm integrieren, ein echter High-Czech-Helm, der dann Pflicht für alle wäre. Will ein Spieler den Ball absichtlich mit der Hand spielen, bekommt der Schiedsrichter einen kleinen Ball auf seine Uhr gesendet. Will er nur das Gleichgewicht halten, funkt der Helm eine kleine zweifelsfreie Waage.
Nächsten Samstag kommen die von sich selbst restlos bedröhnten Bayern nach Nürnberg. Solange Hannover weiter so rumgurkt und Hoffenheim und Wolfsburg sich im dezenten Sinkflug befinden, besteht keine dringende Notwendigkeit, dieses Spiel zu gewinnen. Wir wollen sie noch einmal, die erfolgreiche Relegation. Am liebsten gegen Kaiserslautern. Aber vielleicht kann Schäfer wieder einmal eine perfekte Leistung zeigen, gut gehalten hat er ja bisher.
Für die einen ist Fußball das Geschäft ihres Lebens, für die anderen die schönste Nebensache der Welt. Läge ich wie einst Isaac Davis...
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