Ein neuer Tag – ein neuer Ausfall »
Diesmal Heiko Westermann. Der Fußballgott scheint defensiv vielseitige Spieler – Rolfes, Ballack, Träsch und jetzt den Schalker – nicht sonderlich zu mögen. Vielleicht hat ihn mal jemand getunnelt vor 7000 Jahren, und die verfluchte Seele von damals ist zum DFB weiter gewandert. Außerdem gibt es Sicherheitsprobleme im deutschen Quartier. Nach dem Sommermärchen kommt jetzt der Südhalbkugelalptraum.
Wird es Nachnominierungen geben? Höwedes, Manuel Friedrich, Huth, Ottl oder doch Frings? Bei dem sollte man vorsichtig sein. Wer völlig unleserliche Tribals eintätowiert hat, steht vielleicht auch mit afrikanischen Gottheiten in Kontakt, die auf keiner Dopingliste stehen. “Nur eine Vorsichtsmaßnahme” bei Khedira ist vermutlich nur die Umschreibung für “vorzeitiges Karriereende”, so wie die Dinge sich im Moment entwickeln. Hoffentlich stürzt der Flieger nicht ab, gibt es keine Lebensmittelvergiftungen durch ranzige Weißwürschtl, Bandscheibenvorfälle durch zu straffe Deuserbänder. Die Hoffnung stirbt zuletzt, muss aber wegen einer Adduktorenzerrung die nächsten drei Wochen pausieren.
Wir sind alle Manager – Die Saisonbilanz »
Bundesliga Classic: Mit Rang 117.394 von 164.097 und -37 Punkten konnte meine Schnäppchentruppe mit lauter Spielern für 1 Million oder billiger locker die Klasse halten und erreichte einen schlechten 13. Platz. Schwegler brachte 31 und Banovic 20 Punkte, Neuville, der kaum spielen durfte, immerhin zwei. Wenig überzeugend war Nordtveit mit -52: Ausländer, Jugendspieler und erste Saison, das war doch ziemlich riskant. Ein Freund von mir und durchaus profunder Kenner der Materie erreichte in der Classic-Variante einen hervorragenden Platz 2203 mit folgender Aufstellung: Mondragon – Hyppiä, Compper, Riether – Banovic, Salihovic, Özil, Gunkel, Vidal – Kießling, Idrissou – Ersatz: Kessler, Schmiedebach, Gündogan, Petreski. Wenn er nicht seinen Hoffenheimer Sentimentalitäten gefolgt wäre, hätte er mit 326 Punkten und 34 Punkten Rückstand auf Platz 1 vermutlich gewonnen.
Bundesliga Interactive: Nachdem ich am 3. Spieltag schon mal auf Platz 130.954 rumhing, wurde es mit Platz 84.534 von 234.839 letzlich noch ein guter siebter Platz, vor allem, wenn man bedenkt, dass ich mit dem schwankenden Gündogan, dem auf Schalke verschollenenen Kluge und dem Taktikopfer Mintal gleich drei Spieler des Relegationschampions dabei hatte, die mit 12, 51 und -29 Punkten nicht gerade zu den Volltreffern gehörten. Bester Spieler ist Kevin Kuranyi mit hervorragenden 184 Punkten gefolgt von Hyppiä (170) und Heinz Müller (152), den ich in der Rückrunde für Schäfer geholt hatte. Raffael (91), Brouwers (99, nur Rückrunde), Reinartz (74), Schwegler (87) und Meier (77) konnten erfreuen, weniger dagegen Westermann (50), Ibertsberger (21) und Colautti (11). Im Grunde hat mich die Clubberersentimentalität eine bessere Platzierung gekostet, aber Ebbe Sand war bis zu seiner letzten Saison dabei. Man läßt seine Helden nicht für ein paar Punkte außen vor. Sie sollen gefälligst gut spielen.
Zweite Liga Classic: Mit Platz 37.233 von 38.458 war der Abstieg nicht mehr zu vermeiden, ich bin quasi Tabellenletzter geworden. Hier hat es mit der Billigvariante von 0,5 Millionen und weniger nicht gereicht. Nöthe von Fürth brachte immerhin 32, die von Geißler (-32) aber sofort vertilgt wurden. Casper (-27) und viele andere mehr sorgten für satte -65, der Schlechteste von allen hat -92.
Zweite Liga Interactive: Platz 24.705 von 48.245 bedeutete einen sehr guten 10. Platz. Mit Sippel, Anderson, Amedick, Angelov, Mattuschka und Naki hatte ich gleich drei Spieler mit mehr als 100 Punkten, allerdings waren sie nicht immer alle in der Startaufstellung, vier Spieler haben Null Punkte, Frank Lehmann, der Torwart von Cottbus -2. Lauth kam leider nur mit 30 Punkten ins Ziel. Nachdem ich in der Rückrunde aus Zeitgründen kaum mehr aktiv gemanagt habe, habe ich sicherlich einige Plätze verschenkt.
Dritte Liga Classic: Beinahe hätte es zum letzten Platz gereicht, aber am Ende war es 23.793 von 23.897. 89 Punkte waren zu viel, der Letzte hatte 10 Punkte, was erstaunlich ist. Die Letzten in der Bundesliga sind gerne im negativen dreistelligen Bereich. Auch hier hat die Billigvariante mit Spielern für lediglich 0.05 Millionen nicht funktioniert. Piossek von Dormund II und Holt von Holstein Kiel mit 46 und 53 Punkten solide, dann noch Rode von Kickers Offenbach mit 20, der Rest mit Null und schlechter.
Dritte Liga Interactive: Platz 10.212 von 27.127 bedeutete nicht nur umgerechnet Platz 8, sondern auch Bestplatzierung in der Saison. Am Ende der Hinrunde war ich auf Platz 18500, danach ging’s bergauf, nicht zuletzt, weil ich im Wintertransferfenster einfach die drei punktbesten Spieler der Hinrunde verpflichtet hatte. Nicht sehr einfallsreich, aber Sattelmaier (Regensburg), Leitl und Hartmann (beide Ingolstadt) sorgten für jeweils mehr als 200 Punkte. Immerhin, meine Kultklubauswahl sah mit Kos, Curri, Hensel und Stark vier Überraschungsaufsteiger aus Aue in ihren Reihen. Dogan, Brinkmann und Danneberg waren bis zum Schluß gut dabei.
Nachdem die Buchstabensuppe im Vorjahr und die Billigvariante dieses Mal nicht die erhofften Spitzenplatzierungen bewirkten, wird das Budget in der nächsten Runde bis zum nächsten Mal bis zum letzten Cent ausgegeben, wenn es sein muss. Und auf große Namen nehme ich auch keine Rücksicht mehr, vor allem Nachnamen.
Und jetzt schnell noch Neuer loswerden »
Wetten, Neuer wird es nicht? Bei der diffusen Aversion des DFB(-Trainers) gegen Schalker Spieler wäre es kein Wunder. Schließlich hat Butt mehr Erfahrung, eine tolle Saison gespielt und spielt bei einem der Vereine, mit denen man am liebsten symbiotische Beziehungen unterhalten würde. Und Westermann? Paßt vermutlich auch nicht ins taktische Konzept.
Oh wie schön ist Fröttmaning »
Alles auf Anfang. Bayern ist tatsächlich in Gladbach gestolpert, Königsblau hat tatsächlich dem Druck standgehalten, und Käpt’n Westermann persönlich hat kurz vor Ultimo Hertha noch einen reingelümmelt. In der U-Bahn, in den neuen Zügen, bei denen die Wägen miteinander verbunden sind, tanzten die Hertha-Fans Polonaise und sangen “Montagabend-Fußball ist schön.” Ganz ohne die Waggons zu demolieren, Fahrgäste anzupöbeln oder in die Scharniergelenke zu urinieren. Heitere Gelassenheit angesichts des Unvermeidlichen ist eine schöne Geste. Vielleicht ist diese heitere Gelassenheit sogar ansteckend, und die Spieler erreichen am letzten Spieltag ihren zweiten Heimsieg. Das hätte wirklich Stil, mit einem Sieg gegen die Bayern dem Erstligafußball adieu zu sagen.
Vorher müssen die Bayern allerdings noch die Nervenprobe gegen Bochum bestehen. Und falls nicht wieder irgendwo ein Vulkan explodiert oder andere Überraschungen passieren, werde ich am Abend des 1. Mai sagen können: Ich bin dabei gewesen. Denn der Hauptsponsor des derzeitigen Tabellenführers, T-Home, hat mich in das Herz der Bestie Stadion des deutschen Rekordmeisters eingeladen, um ein neues technisches Gimmick vorzustellen, das für die WM 2010 herauskommt. Wenn die wüßten, dass ich zum Fußball schauen immer in die Kneipe gehe und den wöchentlich dargebotenen Weltklassefußball zuhause auf einem 50cm-Röhrenfernseher betrachte, wäre es wahrscheinlich nie so weit gekommen.
Aber warum auch nicht? Ein wenig Landluft Weltstadt mit Herz am Marienplatz schnuppern, endlich einmal ins Valentin Musäum gehen, den Monaco Franzis, Cindys, Mandys und Vronis Bussis zuwerfen, und vor dem Anpfiff noch schnell den Schuh von Thorsten Fink am Anstoßpunkt vergraben ein Autogramm von Uli Hoeneß abgreifen, diese Schanggse wollte ich mir nicht entgehen lassen. Mein Ticket habe ich schon, eine Visumspflicht besteht seit dem Tod von Franz-Josef Strauß nicht mehr, alle Vorzeichen weisen auf einen herrlichen Wochenendausflug hin. Zumal ich live aus dem Stadion bloggen und twittern werde. Auch wenn Bayern gleich nochmal 7-0 gewinnt und Schalke verliert, schlimmer als der 19. Mai 2001 kann es nicht werden. Und wer weiß, vielleicht zerlegen Sestak und Dedic das, was Lyon von Demichelis und van Buyten übrig gelassen hat sind die Bayern mit ihren Gedanken schon beim Endspiel von Madrid. Jetzt wird es nochmal richtig spannend.
Wir sind alle Manager (3) – Kein Spieltag für den FSV Frankfurt »
Wer in der zweiten Liga seine Mannschaft um den FSV Frankfurt herum gebaut hat, der musste an diesem Spieltag ganz stark sein. Gleich fünf Spieler – Ross, Ledgerwood, Voigt, Gledson und Ledesma – erhielten die Note Sechs beim 0-4 gegen die Grünen Teufel aus Fürth. Bester Spieler war Torwart Klandt mit einer Vier.
Spieltag 2 brachte in der Zweiten Liga Interactive 39 Punkte, 14 allein durch Benny Lauth, außerdem keinen einzigen Minuspunkt. Im Gesamtklassement brachte das einen Sprung um 10000 Plätze nach vorn in die obere Hälfte. In der Gesamtwertung hat lediglich Terranova (diesmal mit einer vier in Augsburg) Minuspunkte eingefahren. 13 Spieler aus dem 20er-Kader haben noch gar keinen Punkt. Zu viele Perspektivspieler?
Die Classic-Variante brachte 16 Punkte. Aachens Casper brachte auf seine zuverlässigen -2 Punkte und dürfte beim 0-5 zur Stadion-Eröffnung gegen St. Pauli einer der Besseren der Alemannia gewesen sein. Tom Geißler egalisierte das Minus, und das dicke Sahnehäubchen setzte dann Nöthe von Fürth obendrauf, zwei Tore, ein Assist, Note Eins. Und das für 0,5 Mios. Auch hier 10000 Plätze nach vorne in die obere Tabellenhälfte.
In der Bundesliga Classic gab es acht Punkte, über die zwei von Neuville habe ich mich besonders gefreut. Nach dem leider viel zu frühen Karriereende von Bernd Schneider ist er einer der letzten Gentleman-Fußballer der Liga. Das 2-4 in Stuttgart brachte Torhüter Salz vom Sportclub nur -2 Punkte. Zumindest den Elfer und ein halbes Elson-Tor würde ich ihm ankreiden, aber passd scho. Der Neu-Clubberer Gündogan und der Ex-Clubberer Banovic brachten jeweils vier Punkte. Mein Billig-Team macht 13000 Plätze gut und steht jetzt auch in der oberen Hälfte.
Bundesliga Interactive war mit 26 Punkten und Platz 125000 in der Tageswertung nicht der ganz große Sport. Westermann machte elf Punkte, ansonsten meist nur der Startelf-Bonus von 3 Punkten. Blöd, dass ich Hyypiä draußen gelassen habe, er war mit 17 Punkten und Note 1 Mann des Tages im kicker. Im Gesamtspielstand bedeutete das 36000 Plätze nach unten. Und Schwegler ist verletzt. Der ist auch im Classic Team dabei. Doppelmist. Aber kein Spieltag ohne böse Überraschung. Pizarro ist wieder bei Bremen. Einerseits freut mich das, eventuell heißt das aber, Sanogos Tage sind gezählt.
In der Dritten Liga Classic holte die 0,05-Mio-Truppe 23 Punkte und Platz 3000 in der Tageswertung. Ersatzstürmer Holt von Holstein Kiel war mit 19 Punkten Mann des Tages und schoß seine Mannschaft bzw. meine Mannschaft auf Platz 11000 in der Gesamtwertung. Noch stehen wir in der zweiten Tabellenhälfte, aber die beiden ersten fehlenden Spieltage werden am Ende nur noch 1/18 ausmachen und nicht 50 Prozent wie im Moment noch.
Drei Punkte weniger als beim letzten Mal (29 statt 32) bedeuten in der Dritten Liga Interactive 4500 Plätze schlechter in der Tageswertung und ein Abrutschen um 100 Plätze im Gesamtklassement. Die Abstiegsplätze sind hier in Sichtweite. Danneberg vom aktuellen Tabellenführer Braunschweig heißt der Übeltäter, der mit Note 4,5 und einer Gelb-Roten Karte für völlig überflüssige -5 Punkte sorgte. Topscorer Amirante (28 Punkte) von Jena blieb diesmal ohne Punkt. Auch deswegen war der Spieltag mager, weil alle Ost-Vereine – Jena, Aue, Erfurt, Dresden – nur Unentschieden spielten.
Das linke Dings mit Frings »
Man kann über alles reden, auch über die Zukunft von Torsten Frings in der Nationalmannschaft. Abgesehen von Ballack (und Mertesacker und Klose?) hat niemand eine Stammplatzgarantie. Aber einen so erfahrenen Spieler zu demontieren und frühzeitig abzuservieren ist unverständlich und auch unfair.
Heute findet sich im kicker der Notendurchschnitt von Frings in den verschiedenen Wettbewerben der letzten Spielzeit: Nationalmannschaft 5,50, DFB-Pokal 2,63. Hat das eventuell mit der Wertschätzung des Trainers zu tun? Rolfes hatte in der gesamten Saison die besseren Werte, spielte im Verein aber nicht international, verlor das DFB-Pokalfinale gegen Bremen mit 1-0 und den persönlichen Vergleich mit Frings (Note 4 – Note 2,5).
Ich denke immer noch, mit Frings wäre das Halbfinale gegen Italien 2006 anders gelaufen. Ich sage nicht, Deutschland hätte gewonnen, aber Frings ist einer, den man für große Spiele braucht. Das vermurkste EM-Finale geht auch auf seine Kappe, aber das hat er ja offen zugegeben.
Khedira und Hitzlsperger müssen erst zeigen, dass sie ihre Form auch in der CL abliefern, sollten sie sich qualifizieren. Ballack ist verletzungsanfällig und auf Sicht kein Stammspieler bei Chelsea, Jones wurde von Löw schon erfolgreich wegegeekelt. Dass Ernst noch einmal eine Chance bekommt, glaubt keiner, ich auch nicht. Westermann wird wahrscheinlich in der Abwehr gebraucht. Das vermeintliche Überangebot an defensiven Mittelfeldspielern ist also gar keines.
Mir würde folgende Konstellation gefallen: Deutschland verliert in Moskau ohne Frings, dann beruft ihn Löw für die Relegation und Frings sagt nein. In der Defensive gut verschoben, aber trotzdem dumm gelaufen.
Für die einen ist Fußball das Geschäft ihres Lebens, für die anderen die schönste Nebensache der Welt. Läge ich wie einst Isaac Davis...
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