Schweigen ist Gold »
Bei den momemtanen Goldpreisen tut es einfach mal gut, die Klappe zu halten.
Der freundliche Genius, der Uli H. davon abgeraten hat, gegen Rauball zu kandidieren, hat sich ein Würstel mit Stern verdient.
Die Frage, wer sich am weitesten aus dem Transferfenster lehnt, wird wohl zwischen dem VfL “mille grazie” Wolfsburg und dem Hamburger “Pfeffersackhüpfen” Sportverein entschieden.
Ich freue mich auf Ballack, Asamoah und Simons.
Richtig geile Autogrammkarten hat diesmal der 1. FC Nürnberg.
Karl-Heinz Heimann ist gestorben. Den Scheinwerfer habe ich gerne gelesen, vor allem seine ehrliche Begeisterung über russischen und ukrainischen Fußball. Zu Oleg Blochins Zeiten wurde das als Roboter-Fußball denunziert, heute feiern alle taktisch ausgereiften, technisch perfekten Systemfußball als Tiki-Taka. Begegnet bin ich Heimann nie, aber vor fünf Jahren habe ich einmal mit ihm telefoniert. Ich brauchte die Erlaubnis, im kicker-Archiv recherchieren zu dürfen. Um drei mittelfränkische Ecken kam ich an die Telefonnummer. Heimann war freundlich, unprätentiös, neugierig und unglaublich wach. Es hätte auch ein Dreißigjähriger sein können, der mich am anderen Ende der Leitung über Sinn und Ziel meines Vorhabens befragte. Die Erlaubnis habe ich gekriegt und die Stimme nicht vergessen. Vielen Dank.
Der kleine Kartäusermönch, der in meiner Seele haust, wird weiter zu seinem Recht kommen. Es bleibt in den nächsten Wochen heiter bis wortkarg.
Lassen Sie uns über Geld reden »
5,1 Milliarden hat der Profifußball Wert geschöpft in der Saison 2007/2008 und 1,7 Milliarden an Steuern und Abgaben bezahlt. So schreibt der kicker in seiner Ausgabe vom gestrigen Donnerstag, und die DFL präsentiert die McKinsey-Studie gut getimed auf ihrer Website. Das sind gewaltige Summen. Die Idee, die Vereine sollten für die Polizeieinsätze extra bezahlen, wirkt da plötzlich kleinkariert. Wahrscheinlich geht es den kommunalen Polizeipräsidenten und Innenverwaltungen auch nicht so sehr ums Geld, es ist wohl eher das Gefühl, allein gelassen worden zu sein, als in den letzten Jahren die gewalttätigen Zwischenfälle und Ausschreitungen deutlich zunahmen. Der DFB feierte sein Sommermärchen, die Liga stellte jedes Jahr einen neuen Zuschauerrekord auf, und nebenbei wurden die Polizeieinsätze bei Fußballspielen zunehmend gefährlicher. Wahrscheinlich liegt es aktuell auch am Krisenspieltag 1. Mai mit Neonaziaufmarsch und Gegendemo in Berlin sowie Maifest in Kreuzberg, zusammen mit endlich wieder mal neun Spielen amSamstag wie einst im…
Vielleicht könnten die 54 Profivereine ja eine Stiftung einrichten, die es ermöglicht, deeskalierende Fanarbeit bis hinunter in Liga sechs zu finanzieren, dort, wo keine Fernsehkameras stehen und wo nach Herzenslust geprügelt und gepöbelt wird, wo Fußball kein Standortfaktor ist, sondern Frustventil, Vorwand fürs Saufen, Kalte Heimat, der kulturelle Höhepunkt der Woche. Was würde es wohl kosten, 100 hauptamtliche Fanbeauftragte für die Ligen vier bis sechs (mit) zu finanzieren? 5 Millionen Euro? Das sind 840000 FCN-Schweißband-Sets auf Wunsch auch in der Angstschweiß-Rekordabsteiger-Edition erhältlich, 386000 Geldbörsen Lady “weiß-grün” frisch aus dem Werder-Fanshop für die sparsame hanseatische Hausfrau, 167000 Schulrucksäcke vom FC Schalke 04 für die neuen Neuers oder 50000 Hertha-Herren-Chronographen mit einer programmierbaren Weckfunktion für den Wiederaufstieg 2017. Also eigentlich Peanuts. Die Vereine hätten gegenüber den meist männlichen Haudraufs eine wesentlich höhere Überzeugungskraft als die Polizisten. Denn auch wer gerne mal in der Oberliga eine Runde kloppen geht, hat doch meist ein Herz für einen höherklassigen Verein. Wer sieht, wie es in England vor 25 Jahren war und wie es jetzt in Italien ist, sollte für gepflegte Fankultur bis in die entlegensten Winkel auch etwas investieren. Dann können Polizisten sich in Ruhe das Spiel ansehen, anstatt im Kampfanzug Spalier stehen zu müssen.
Außerdem untersucht der kicker in der gleichen Ausgabe, was im Falle eines Abstiegs bei den fünf heißesten Kandidaten finanziell passieren wird. Freiburg hat jetzt den kleinsten Etat, danach kommt Nürnberg. Gestaunt habe ich, dass Bochum immerhin 37 Millionen ausgeben durfte, fast doppelt so viel wie Nürnberg. Klingt eher nach Blaufuchs als nach Grauer Maus. Hertha hat sage und schreibe 78 Millionen in dieser Höllensaison verbraten. Die Berliner müßten um 40 Prozent abspecken und hätten in der Zweiten Liga mit 30 Millionen immer noch mehr zur Verfügung als Nürnberg und Freiburg zusammen. Höchste Zeit, ein paar Chronometer zu verkaufen.
“Ich bin Hauptkommissar Pachulke von der Mordkommission.” – “Na und, meinste vielleicht, ich mache mir deswegen ins Hemd. Komm zeig mal, was du drauf hast. 25. Mai 1968, MSV gegen Bayern. Hör ich was von dir, du Rotzlöffel?” – “Drei zu Drei”, sagte Pachulke und näherte sich langsam dem Schreibtisch. “Blindes Huhn legt auch mal’n Ei. Das war Glück.” Bert Roth spie in seinen Spucknapf. (Rob Alef, Das magische Jahr, 2008)
Der Humus der Hoffnung im Frühbeet des Abstiegskampfes »
Das Schöne an so einem 3-1 Sieg in Hannover ist seine lang anhaltende Wirkung. Die Konferenz in der Kneipe geht zu Ende, und du hast 3-1 gewonnen. Du siehst dir die Sportschau an, weil du ein zweite Meinung hören möchtest, siehe da, ein 3-1-Erfolg. Abends beim aktuellen Sportstudio schon wieder 3-1, und du weißt: Du hast einen Lauf. Aus-wärts-sieg heißt das Wort zum Sonntag. Am nächsten Morgen dann im Tagesspiegel und in der FAS und in der Welt überall das gleiche Bild, als hätten sie sich abgesprochen. Der Internationale Frühschoppen mit drei Alkoholikern aus vier Ländern weiß Bescheid: 3-1 für deinen Verein. Auch am Sonntag Abend, wenn du wie so oft in den letzten dreißig Jahren, die Spielergebnisse und die Tabelle im kicker einträgst, kann es keinen Zweifel geben: 3-1 lautet die richtige Antwort auf so viele bange Fragen. Wenn du am Montag erwachst und dich fragst, ob du vielleicht geträumt hast, ist es am Besten, gleich den kicker zu holen. Und siehe da, dein Instinkt hat dich nicht getrogen. Der Club hat gewonnen! 3-1 !! In Hannover!!! Wo wir von Idrissou einmal furchtbar vermöbelt worden sind. Und als Extrabonus ist Bunjaku Mann des Tages. Obwohl er keine langen Unterhosen trägt. Vor dem Schlafengehen kannst du noch einmal schnell im Internet nachschauen, besser nichts dem Zufall überlassen. Aber das 3-1 steht. Steht überall. Der Dienstag vergeht im Gefühl wohligen Nachschmeckens. Jetzt, da Diekmeier doch nicht zu Köstner muss, duftet der Sieg noch mehr wie ein Single Malt von den Islays und wärmt von innen und läßt Blütenträume von einer ausgeglichenen Heimbilanz reifen. Gegen die Bayern, Leverkusen und Dortmund eigentlich ein Selbstläufer. Am Mittwoch verblasst das Erfolgserlebnis dann allmählich, vergeht wie ein spektakulärer Sonnenuntergang am Gestade des Valznerweiher, um am Donnerstag endgültig Geschichte geworden zu sein, zerfallen zum Humus der Hoffnung im Frühbeet des Abstiegskampfes. Aber da Mintal endlich wieder wie Mintal spielt, geht auch gegen den VfB etwas. Ein 2-1 würde völlig reichen. Nur nicht überdüngen.
Twitschenbilanz »
Am Sonntag konnte ich mich über meinen fünfzigsten Follower bei Twitter freuen. Auch wenn man nicht alles wissen will, was dort geschrieben wird – jetzt stehe ich auf — jetzt putze ich mir die zähne — jetzt den oberkiefer — jetzt den unterkiefer – werde ich gelegentlich interessante Schreiber und Schreiberinnen vorstellen und hier verlinken.
Der SC Matting hat nicht nur ein echt knuffiges Logo/Wappen, das vermutlich auf seine bienenfleißige Mittelfeldreihe zurückgeht, sondern schrieb am Wochenende ein unvergeßliches Kapitelchen Sportgeschichte:
Fußball-Krimi in Oberhinkofen: In einer dramatischen Partie gewann der TSV Aufhausen das Relegationsspiel gegen den SC Matting.
Für die Kreisliga übrigens.
Mit dabei jetzt auch Freistoßspezialist Oliver Fritsch, dessen direkter Blog um einen indirekten Presseüberblick ergänzt wird, schwer auszurechnen für alle gegnerischen Abwehrreihen.
Fans des VfL Bochum, der nichts dafür kann, dass einer seiner Fans Herbert Grönemeyer ist, können sich zum Blauen Blog begeben, direkt, nicht über Los, und natürlich auch keine 4000 Mark Handgeld einziehen. Den Blauen wäre zu wünschen, dass nach Stefan Kuntz nicht auch noch Marcel Koller verschwindet. Aber der scheint der Modeerscheinung Fliegender Wechsel bisher widerstehen zu können.
In der wirklichen Welt hat Favre gegen Hoeneß gewonnen, was wahrscheinlich kein Nachteil für Hertha ist. Und Tim Wiese ist bester Torwart Deutschlands, meint der kicker. Was formal wahrscheinlich sogar stimmt, aber nichts an der Größe Robert Enkes ändert.
Ferblöden mit dem kicker »
“Der Ausgleich viel aus dem Nichts,” schrieb das Fachblatt am Montag über Wiesbaden gegen Rostock.
Parcelona hat gewonnen, ich habe es nicht einmal im Radio gehört, zu peschäftigt.
Der größte sportliche Erfolg für Dortmund ist, dass Klopp nicht zu Bayern gegangen ist. Aber das mit Kehl, das könnte noch einmal eng werden. Für einen defensiven Mittelfeldspieler ist er sehr torgefährlich, er ist ein Führungsspieler, ein bißchen wie der späte Matthäus, bloß nicht so extrovertiert. Und er würde gerne CL spielen. Neuer dagegen, der stand am 19. Mai 2o01 im Parkstadion in der Kurve und soll jetzt nach Fröttmaning? Halte ich für unwahrscheinlich. Wenn es einer aus der Bundesliga wird, dann Enke. Oder doch Buffon. Italiener im Herbst ihrer Karriere sind echt voll angesagt. Vielleicht kommt auch noch Maldini. Oder Berlusconi fürs Marketing.
Derweil beim HSV gilt: kein Dino ohne Zoff.
Armer Mario Gomez »
Erst hat er kein Glück, dann kommt auch noch Pech dazu.
Heute im kicker-Interview:
kicker: Michael Ballack kam nach den ersten Pfiffen zu Ihnen. Was hat er gesagt?
Gomez: “Scheiß drauf!” Das habe ich auch versucht.
Kahn auf Schalke »
Das verspricht mindestens so viel Spass und Erfolg wie Stevens bei Hertha. Die aufmüpfigen Fans werden das Bayern-Urgestein spontan in ihr Herz schließen, der Novize wird den schwierigsten Verein der Liga aus dem Handgelenk in die Erfolgsspur zurückführen, Rudi Assauer wird dem Nachfolger auf seinem Thron mit liebevoller Kolportagekritik Tag für Tag den Rücken stärken. Was für ein Wahnsinn, diese Variante ernsthaft in Erwägung zu ziehen, so es denn stimmt, was gemunkelt wird. Wobei der kicker selten nur ins Blaue hinein Personalien verkündet. Mir hat es nicht gefallen, dass Müller entlassen wurde. Man schaue sich mal an, in welches Loch Bremen gefallen ist, als Rehhagel ging, das hat Jahre gedauert, bis der SVW diese Ära verdaut hatte. Müller hat den Übergang von Assauer nahtlos vollzogen, dass es mit der Meisterschaft nichts wurde, ist am allerwenigsten sein Fehler. Dass man bei Südamerikanern im Transfer mal daneben greift, ist schon jedem Verein passiert, selbst Leverkusen, die überdurchschnittlich viel Erfolg mit Südamerikanern haben. Außerdem spielt Farfan kein schlechtes erstes Jahr. Der einzige Mißgriff war in meinen Augen Streit, aber nicht als Transfer, sondern als Bankdrücker. Streit hätte phantatisch zu Schalke gepaßt, eine Art Jermaine Jones, der auch Außenristpässe spielen kann, ein Charakterkopf, der auch mal das Maul aufmacht. Wie Jones, wie Asamoah, wie Wilmots, Höwedes… Aber selbst wenn Müllers Entlassung richtig war, hätte man sich vorher konkrete Gedanken über die Nachfolge machen müssen. Magath ist als Kandidat wesentlich interessanter als Kahn. Dieter Hoeneß ist demnächst zu haben, oder vielleicht Bernd Schuster. Als Sportlicher Direktor könnte er den ruhigen königsblauen Trott der letzten Jahre etwas aufpeppen, dazu Lothar Matthäus als Trainer, wuahahahaharhar.
Ibisevic keine Weltklasse »
Den verschiedenen Leserbriefen im kicker vom Montag kann ich nur zustimmen: Ibisevic ist in der Rangliste nicht als Weltklasse einzustufen, nur weil er eine sehr gute Hinrunde gespielt hat. Hans-Joachim Kulenkampff hat über einen B-Promi der damaligen Zeit einmal gesagt: In Deutschland ist er weltberühmt.
Egal, so wie es aussieht, hat I. einen Kreuzbandriss. Das erledigt den Angriff auf Gerd Müllers Rekord, jedoch keineswegs die Perspektive Meisterschaft für die Hoffenheimer, die die große Erzählung vom alles entscheidenden Ausnahmekönner nicht brauchen, die beim Herbstmeister der Herzen taktische und mannschaftliche Defizite überspielen soll.
Für die einen ist Fußball das Geschäft ihres Lebens, für die anderen die schönste Nebensache der Welt. Läge ich wie einst Isaac Davis...
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