Der Zauberlehrling (Säbener Remix) »
Hat der alte Meistertrainer
Sich im Sommer weg begeben
Und nun sollen seine Spieler
Auch mit mir zu Titeln streben
Trainingsplan und Taktik
Mach ich aus dem Bauch
Mit mentaler Stärke
Tu ich Wunder auch
Balle, balle
Schweini Ecke
Daß zum Zwecke
Toni schieße
Und mit reichem, vollem Schwalle
Tor auf Torflut sich ergieße
.
Rensing komm, du alter Besen
Nimm die neue Trikotage
Bist schon lange Knecht gewesen
Spielst jetzt in der Beletage
Auf zwei Beinen stehe
Nicht zu weit vorm Tor
Eil heraus und gehe
gegen jeden vor
Kralle, kralle
Edler Recke
Manche Ecke
Unterlaufen
Hier und da ein Stellungsfehler
Gegentor zum Haare raufen
.
Seht, da läuft die Viererkette
Wahrlich, sie läuft hinterher
Und mit Blitzesschnelle wieder
Fällt ein Kontertor nicht schwer
Lell und Demichelis
Tanzbären unter sich
Und auch Lahm und Lucio
Gar nicht meisterlich
Butt und Buddha
Leistungszentrum
Täglich wird
Laktat gegessen
Doch, ich merk es, wehe, wehe
Habe Jogi Löw vergessen
.
Ach, der Sport, der schien so simpel
Den man aus dem Ärmel schüttelt
Ihn kapiert nicht jeder Gimpel
Barca hat uns durchgerüttelt
Immer neue Flanken
Brachten sie herein
Meiner Spieler Füsse
Waren schwer wie Stein
Nein, nicht länger
Kurz zu passen
Musst ich lassen
Meisterstücke
Vielleicht frag ich Arsene Wenger
Welcher Spieler, wo die Lücke
.
O du Ausgeburt der Hölle
Klose konnte nicht mehr laufen
Vielleicht würd ich auf die Schnelle
Doch noch einen Neuen kaufen
Ein verstockter Spieler
Der nicht hören will
Poldi, oh mein Poldi
Bist ja gar so still
Willst am Ende
Mich verlassen
Will dich fassen
Will dich halten
Denn als Stammplatzbankverwalter
Bist du einer von den Alten
.
Seht, da kommt van Bommel wieder
Und er foult sogleich mit Verve
Sorgt für Mittelfeldbambule
Krachend trifft der Stollen Schärfe
Wahrlich, brav getroffen
Sechser Nummer zwei
Auf ihn konnt ich hoffen
Der Ze lief für drei
Fummel, fummel
Franck der Dribbler
Freistoßschnibbler
Spielte viel zu eigensinnig
Völlig fertig gegen Schalke
Null zu eins, ich glaub, jetzt spinn ich
.
Und sie spielen, mies und mieser
Wird die Stimmung auf den Rängen
Welcher Trainer? Nur nicht dieser
Management folgt ihrem Drängen
Schwupp, da kommt der Meister
Jupp, die Not ist groß
Unsren Zauberlehrling
Sind wir endlich los
Auf der Strecke
Klinsi Klinsi
Sei’s gewesen
Fußballlehrer
Heißt nicht Ball und Pass und Ecke
Sondern ist bekanntlich schwerer
Der mit der Eckfahne tanzt »
Wußte gar nicht, dass Manuel Neuer auch da war, damals gegen Unterhaching. Aber war ja auch ganz schön voll. Das hat er fein gemacht, mit der Eckfahne. Und so ein lakonisches einsnull nach Standardsituation ist doch viel schöner als eine Gala. Durchschnitt reicht im Moment gegen die Bayern, so lautet die Botschaft. Jetzt kommt Leverkusen, die Mannschaft, gegen die sogar der KSC gewinnt. Das wird schwierig. Und spannend. Und am Ende wird Schalke vielleicht sogar Fünfter. Schönes Ding.
Herr Wieland vom Königsblog schreibt zu Marcel Reif, dem Außendienstmitarbeiter des FC Bayern auf Premiere:
“Insbesondere auch, weil zu triumphieren dann besonders viel Spaß macht, wenn man 93 Minuten lang parteiisches Geblubber ertragen musste. Was Marcel Reif für Premiere leistet ist ein Hohn. Sein Kommentar ist aller FC Bayern-TV-Ehren wert. Und es ist sicher kein Zufall, dass der Mann in einem Werbefilmchen gemeinsam mit Franz Beckenbauer und Luca Toni herumspaßt. In seinen Augen ist der FC Bayern das Maß aller Dinge, also braucht es einen Kommentar aus Sicht derer. Nun aber wird es Zeit, dass sich Herr Reif einem anderen Leitbild zuwendet. Schalke sei dank.”
Oben schlägt unten – UEFA heißt jetzt Fischcup »
Alle Mannschaften der ersten Tabellenhälfte bis auf Hoffenheim und Leverkusen haben an diesem Wochenende gewonnen. Rangnicks und Labbadias Spieler werden sich die Champions-League-Radieschen von unten ansehen müssen. Leverkusen verlor gegen den weiterhin entschlossen, wenn auch nicht überzeugend spielendenTabellenführer (knackt Grafite die 30 Tore noch?), Frankfurt verschaffte sich Luft gegen Gladbach. Ansonsten im Duell oben gegen unten nur Siege der Mannschaften, die oben stehen. Unglaublich, dieser Luca Toni. Aber das zeichnet ihn aus, dass er gegen eine Weltklassemannschaft wie Bielefeld jederzeit sein Tor machen kann. Am nächsten Wochenende geht es nach den dankbaren Gegnern Eintracht und Arminia für die Bayern wieder zur Sache. Ich hoffe, die Schalker stürmen in München, und Kuranyi macht gegen seinen Lieblingstrainer sein bestes Saisonspiel. Die Königsblauen haben nichts zu verlieren, so lange alle anderen gewinnen. Hertha könnte in Hoffenheim ins Meisterrennen zurückkehren, Dortmund den dauergestressten HSV stoppen, und Cottbus die Wolfsburger niederringen. Dann hieße der heimliche Sieger Stuttgart, das immer besser in Fahrt kommt. Nebenbei: Jürgen Klopp schafft es wirklich, seine Spieler besser zu machen. Valdez hat jetzt schon sechs Tore, das ist ein Quantensprung.
Der UEFA-Cup am Donnerstag war richtig prima. Manchester City spielte mit Leidenschaft und war in beiden Partien ein ansehnlicher Gegner. Der Unterschied war, dass er HSV im Moment immer in der Lage ist, ein Tor zu machen und dass Rost (ähnlich wie Lehmann in Stuttgart) als alter Sack der entscheidende Rückhalt in den engen Spielen ist. Diesen Erfahrungsvorteil hat bei den Feldspielern nur der Sechser (Frings, Soldo, Galasek), der das Spiel lesen kann.
Bremen kam in Udine zurück, im UEFA-Cup zeigt sich, wie die Mannschaft durch die permanenten Nasenstüber in der CL an Statur gewonnen hat. Ich sehe den HSV wegen des Rückspiels zuhause leicht im Vorteil, allerdings sollte der Bremer Auftritt gegen Hertha kein Maßstab sein. Die zweite Halbzeit war fade und halbherzig, und wir alle wissen, dass dieses sich Schonen für die wichtigen Spiele auch nach hinten losgehen kann. Berlin gewann verdient und mit zwei schönen Toren, die nicht von Voronin und Pantelic erzielt wurden. Wieder ein Sieg für Favre in der internen Hackordnung, die anima candida im Berliner Irrenhaus.
Es ist alles wahnsinnig eng. Nehmen wir an, die ersten drei verlieren am kommenden Wochenende und Stuttgart und Hertha gewinnen, dann sind es zwischen eins und fünf gerade mal drei Punkte. Ein Wimpernschlag, ein Schluckauf, kann die Meisterschaft entscheiden.
Noch enger geht es in der zweiten Liga zu. Nürnberg ist auf Platz zwei, aber Platz fünf ist nur ein Unentschieden weit weg. Und am 10. Mai ist das Derby gegen Fürth, die sich in Wehen ins Aufstiegsrennen zurückgezittert haben.
Was wollen wir trinken, sieben Tage lang… »
Dieses scheußliche Stück, Erfolgshit der berüchtigten Betroffenheitskapelle bots aus den Siebzigern, ist tatsächlich die Tormelodie in Hoffenheim, wie heute in der Sportschau zu hören war. Vielleicht sind die Stürmer ja alle deswegen verletzt, weil sie mehr Geschmack besitzen als das Gremium, das diese Melodie aussuchen durfte. Hoffenheim hat jedenfalls die Seuche seit der Winterpause, heute ging Jaissle mit Verdacht auf Kreuzbandriss raus. Es zeigt sich, dass der angebliche Kaufrausch gar keiner war, und der Aufsteiger mittlerweile ein gravierendes Personalproblem hat. Manchmal blitzt die große Spielkultur noch auf, aber wer auf dem Zahnfleisch geht, hat Schwierigkeiten zu lächeln.
Ein (weiteres) Personalproblem hätten auch die Bayern, wenn Ribery vorschriftsmäßig vom Platz geflogen wäre. Sie hätten gegen die glücklosen Karlsruher auch so gewonnen, aber wenn Diego nach Kinnhaken vom Platz muss, dann doch bitte auch der Hl. Franck. Ist das wirklich nur der Bayern-Dusel? Wer den neuen Spot von Premiere gesehen hat, der braucht sich nicht zu wundern. Da sitzen der Luca, der Franz und der Marcel gemeinsam an der Theke und der Marcel bestellt drei Bier. Der Toptorjäger aus Italien mache eine spassige Witze, der Kolumnist der größten deutschen Zeitung und Präsident hebt das Glas, und sein erster Öffentlichkeitsarbeiter von der Pressetribüne ist froh, dass er Prost sagen darf. Hatte man nicht kürzlich noch die Sorge, dass unter Kirch der kritische Blick auf die Bundesliga verloren gehen könnte? Zum Glück ist das bei Premiere ganz anders. Früher hat mal ein gewisser Hajo Friedrichs das Aktuelle Sportstudio moderiert. Der sagte über seinen Beruf: „Einen guten Journalisten erkennt man daran, dass er sich nicht gemein macht mit einer Sache, auch nicht mit einer guten Sache; dass er überall dabei ist, aber nirgendwo dazugehört.“ Bestimmt hat auch er sich nicht immer dran gehalten, aber er saß auch niemals beim Kaiser auf dem Schoß, weil man da eine größere Spielübersicht hat. Der Qualitätsreporter Reif dagegen kennt keinerlei Berührungsängste und gehört dazu, wenn es darum geht, den FC Bayern als einzig relevante Mannschaft in Deutschland zu inszenieren. Wenn er also beim nächsten Spiel wieder vermeint, einen Klassenunterschied festzustellen, die Weltklasse von Ribery verkündet oder eine Leistungssteigerung bei Bastian Schweinsteiger gesehen haben will, können wir vermuten: er hat zu tief ins Glas geschaut.
Zu tief ins Glas geschaut hat am Mittwoch eventuell auch Patrick Ebert, weshalb Hertha heute in die Röhre gekuckt hat. Obwohl, es waren zwei Simunic-Fehler, die das Spiel entschieden haben, nicht zu wenig Ideen nach vorne. Aber die Erfolgsmannschaft der letzten Wochen war gesprengt. Was den durchaus begabten jungen Mann reitet, immer wieder Extratouren zu fahren, weiss vermutlich nur Paul Gascoigne. Ebert darf morgen mit Hertha II gegen den 1. FC Magdeburg ran. Dann ist Länderspielpause, und er kann sich der Frage widmen: Was wollen wir trinken, vierzehn Tage lang?
Hertha, still und leise auf Platz Zwei »
Das Tor von Luca Toni nicht zu geben, war eine einsame Entscheidung von Schiri Kircher. Ich habe jedenfalls kein Abseits gesehen, nur einen festen Schubser gegen den Bauch von Reinhardt, kurz vor dem Torschuß, aber da war die Fahne schon längt oben. In jedem Fall war der Sieg des HSV verdient, ganz an die Leine legen lassen sich die Bayern über 90 Minuten nicht. Und wer einen Rost auf der Linie hat, darf auf den Flügeln auch mal ein bißchen schlampen. Ihre Einfallslosigkeit im Spielaufbau kompensierten die Münchner mit großem Einsatz in Halbzeit zwei. Die Niederlage erinnert an das 1:0 in Hannover von heute, nur hat Schalke deutlich weniger Punkte auf dem Konto als die Bayern. Hannover, Frankfurt, Cottbus und Gladbach spielten stärker als in der Hinrunde, trotzdem standen drei Teams mit leeren Händen da. Bei Gladbach hatte ich das Gefühl, sie hätten auch in drei Stunden kein Tor geschossen, Friend ist jedenfalls kein Knipser. Cottbus schlug sich wacker und hatte bei Sanogos 2:0 auch ein bißchen Pech. Nicht jeder Schiri gibt das Tor. Jedenfalls zeigten der Leihbremer und Hildebrand, warum sie verpflichtet wurden. Und Enke, warum er vor seiner Verletzung die Nummer eins war. Bin gespannt, wie lange das “knallharte Leistungsprinip” beim DFB vorhält, wenn Enke weiter so spielt. Dortmund gelang es wieder nicht, zu Hause zu gewinnen und Leverkusen ist nach dieser Leistung – trotz des erfreulichen Transfers von Kroos – aus meiner Sicht aus dem Meisterschaftsrennen ausgeschieden. Wer solche Spiele nicht gewinnt, der wird nicht oben stehen am Ende. In Köln erfüllte sich Radu den Herzenswunsch, Wolfsburgs Trainer Magath ein Tor einzuschenken. Überhaupt sprachen die Leistungen der Neuverpflichtungen eher für gezieltes Agieren mit Augenmaß und nicht so sehr für Winterpanikkäufe. Spieler des Tages ist Doppeltorschütze Marco Pantelic von Hertha, der den siebten Heimsieg in Folge sicher stellte. Und die Bayern, Dortmund und Schalke müssen noch nach Berlin. Ohlala, würde Lucien Favre sagen, genießen und schweigen.
Gestern zu HSV – Bayern zum ersten Mal einen Liveblog auf Twitter geschrieben. Am Anfang kam ich kaum hinterher, aber in der zweiten Halbzeit ging es recht gut. Ich frage mich, was schwieriger ist: ein Spiel, in dem sehr viel passiert, oder ein Spiel in dem gar nichts passiert. Im Nachgang dann allerlei Jubel- und Trauerge*zwitscher*, sowie die Aufforderung eines HSV-Unterstützers, zum Bahnhof zu gehen, um die St-Pauli Fans aus Osnabrück in Empfang zu nehmen. Eine Tracht Prügel für den Lokalrivalen als Nachtisch? Hoffentlich nicht.
Für die einen ist Fußball das Geschäft ihres Lebens, für die anderen die schönste Nebensache der Welt. Läge ich wie einst Isaac Davis...
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