Rob AlefFür die einen ist Fußball das Geschäft ihres Lebens, für die anderen die schönste Nebensache der Welt. Läge ich wie einst Isaac Davis... [weiterlesen]


I werd narrisch, i werd narrisch »

Gomez schießt ein Tor – und dann gewinnt auch noch Lena, das ist ja kaum auszuhalten an einem Abend. Jetzt können uns eigentlich nur noch die Australier stoppen. Oder die Serben. Oder die Ghanaer.

Die Live-Tweets zum Pokal-Finale »

Willkommen zum DFB-Pokalfinale 2010. Werder und Bayern von der ersten Sekunde an extrem präsent, Kampf um jeden Meter Rasen.

8. Riesenchance für Bremen. Pizarro tunnelt Lahm, glaube ich, Butt hält zweimal glänzend, Ein sehr guter Beginn von beiden.

11. Min. Das obligarischere Foul von van Bommel, gelb. – Freistoß Werder abgeblockt, die sehr gut gegenhalten.
Obligatorisches Foul muss es heißen, aber gelb gab es trotzdem. – Bayern versucht das Spiel zu machen, Bremen spielt Pressing.

16. Viele kleine Fouls, keiner will den Anderen ins Rollen kommen lassen. Bayern kommt bis zum Strafraum, Werder nur bis zur Mittellinie.

19. Butt und Wiese beide bisher sehr sicher. Ein 0-0 der besseren Sorte. Ribery tut sich schwer mit der Raumaufteilung.

20. Gelb für Olic, wenn die Fouls Akzente setzen sollen, hat sie Werder bisher ignoriert. Mittelfeldgeplänkel auf hohem Niveau.

24. Robben verdribbelt sich im Bremer Strafraum, kurz danach verpassen Olic und Müller eine scharfe Hereingabe von Ribery.

31. Bayern schnell und nicht besonders einfallsreich, Bremen beim letzten Pass zu fahrig, in der Defensive beinahe italienisch.

34. Handelfmeter für Bayern, Mertesacker gegen Olic, kann man geben. – 1-0 Robben, Wiese in der Ecke, aber unhaltbar.
Die spielen sogar “Tulpen aus Amsterdam” für Robben. Bei Tennis Borussia gibt’s nur Veilchen.

39. Ribery bisher fleißig, aber glücklos. Werder muss sich erst einmal sortieren. Bayern daddelt an der Mittellinie hin und her.

41. Der Kommentator sagt Statistiken auf, Sternzeichen würden mich jetzt gerade besonders interessieren. Das Tuva-Horoskop.

42. Großchance für Müller, weil Ribery seinem Gegenspieler davonläuft. Bremen momentan gut bedient. Hunt vergibt aus 12 Metern.

Halbzeit. Bayern nicht brilliant, aber überlegen, Bremen nicht in der Lage, das Mittelfeld schnell zu überbrücken.
Kahn analysiert, Katrin Müller-Hohenstein souffliert. Ich finde Scholl viel interessanter. Auf geht’s zur zweiten Halbzeit.

49. Auch den zweiten Elfer für Bayern hätte man geben können. Robben springt ein bißchen zu sehr ab.

51. 2-0 Olic staubt ab. Wieder sieht Mertesacker unglücklich aus.

55. Ribery verspringt unbedrängt der Ball. Nicht sein Spiel heute. Jetzt erzeugt er ein Abseits.

57. Freistoss Özil zu lang, Butt hält sicher, im direkten Gegenzug Robben knapp im Abseits.

60. Wird Bremen besser oder nehmen sich die Bayern ein Päuschen? Schon länger keine Großchance mehr.

63. 3-0 Den konnte selbst Ribery nicht versemmeln. Bremen wird eikalt ausgekontert.

64. Pizarro köpft, Butt hält, Ecke. Die führt zum Konter für Bayern. Fritz kriegt Gelb.

70. Jensen kommt für Borowski, Robben hat ihn aufgearbeitet.

73. Schaaf rupft sich die Barthaare einzeln aus. Eine zu harte Strafe nach dieser guten Saison.

76. Rensing knuddelt Gomez. – Und jetzt auch noch Rot für Frings. Bremen und Hansa Rostock kieloben.

80. Klose kommt für Olic. Van Gaal setzt jetzt alles auf eine Karte.

82. Klose tritt über den Ball, für einen Moment dachte ich, es ist Gomez.

84. 4-0 Schweinsteiger, das schönste Tor des Abends.

87. Gomez darf Kräfte für das CL-Finale sammeln. Da muss auf der Bank ein Spielzug in den anderen greifen.

89. Eins ist schon jetzt klar, eine Verlängerung wird es heute Abend nicht geben.

Schlusspfiff. Bayern meilenweit überlegen.

PS: Aber sie brauchten zwei Standards um ins Spiel zu kommen, das 3-0 und 4-0 waren belanglos. Bremen offensiv völlig desolat, defensiv sehr unglücklich.

Saisonrückblick: Die Nachlese zum Nachlesen »

Bayern ist ein verdienter und würdiger Meister. Van Gaal holte Rensing aus dem Tor und machte auch danach fast alles richtig. Nebenbei bemerkt eine ähnliche Situation wie bei Klewer und Blazek bei Nürnberg nach dem Pokalgewinn. Damals überging Meyer die heimliche Nummer Eins Klewer und die Mannschaft fand nicht zusammen. Rensing durfte spielen, er patzte, er wurde abgelöst, und Butt konnte ohne Dauerkritiker allmählich zu einem sicheren Rückhalt werden.

Schalke ist wieder da. Spielerisch kann man noch einiges verbessern, 53 Tore sind schon ziemlich mager, 3-3 gegen Hamburg, 3-1 gegen Gladbach, 3-0 gegen Bochum und 4-1 in Frankfurt, sonst nie mehr als zwei Tore, davon sechsmal ohne eigenes Tor. Aber sie haben die CL ohne Pander und Jones erreicht, und ohne ein einziges Mal darüber zu jammern. Aber in Bremen wurde Magath ja auch nicht gleich Meister.

Bremen zeigt dem HSV wie man kaufmännisches Geschick mit sportlichem Erfolg verbindet. Am meisten erstaunt hat mich am Ende der couragierte Fritz. Man konnte sehen, warum er einst Nationalspieler war. Und natürlich spielten sie phasenweise wieder am schönsten. Hoffen wir, dass Özil seine Sinnkrise endgültig abgeschlossen hat, im Pokal-Finale brilliert und bei der WM konstant spielt. Einen wie ihn könnten die Schalker übrigens gut brauchen, Magath hätte ihn wohl für unverkäuflich erklärt.

Bayer Leverkusen verabschiedet heute Abend den genialen Bernd Schneider. Er ist einer von hundert Gründen, warum das Gerede von der Retortenmannschaft endlich verschwunden ist. Wie bei Schalke wurde auch hier erfolgreich ein Stabilisierungsprozess eingeleitet. Ich sage jetzt nicht, dass Bayer demnächt Meister wird, aber diese Mannschaft hat noch gewaltig Luft nach oben – und einen Trainer, der zu ihr paßt.

Borussia Dortmund, auch die ein echter Aufsteiger. Klopps Vertrauen in die Jugend zahlt sich aus. Zorc hatte einen Lauf bei seinen Transfers, an erster Stelle Barrios. Wenn Kehl noch einmal ganz gesund wird, kann es auch für mehr reichen. Schade, dass der Defensivstratege nie mehr richtig wieder auf die Beine gekommen ist.

Der VfB Stuttgart im Jahr eins nach Gomez kann zufrieden sein. Sie hätten auch unter Gross nicht zwei solche Halbserien gespielt, niemand macht das, Leverkusen, die Ungeschlagenen lange Zeit, auch nicht. Aber auch hier frage ich mich, ob das schon das Ende der Fahnenstange ist. Der VfB produziert reihenweise Nachwuchstalente, Gross ist ein umsichtiger Mann und Heldt hat in seinen jungen Jahren schon viel erreicht als Manager. Neben Stuttgart sehe ich oben auch Schalke und Leverkusen als die Mannschaften, die ihr Potenzial optimal ausschöpften, Bremen blieb dahinter zurück, Bayern und Dortmund spielten über dem Limit.

Der HSV ist neben den Absteigern sicherlich der größte Verlierer der Saison. Im kicker habe ich im Abschiedstext zu Bernd Schneider gerade gelesen, dass Labbadia ihn letztes Jahr im Pokalfinale neunzig Minuten hat schmoren lassen. Das ist extrem instinktlos und ein weiteres Indiz dafür, dass dem großen Motivator Labbadia ein Sinn für Spielerseelen fehlt, den selbst Leute wie Weisweiler, Happel und Magath haben/hatten, die nicht unbedingt Kumpeltypen sind/waren. Die Meisterschaft war illusorisch, aber wie Europa League und Pokal abgeschenkt wurden, war schon extrem arm. Daran konnte auch Ausnahmespieler van Niestelrooy nichts ändern.

Wolfsburg hat die Meisterschaft erstaunlich gut verkraftet. Was auch an der mutigen Entscheidung lag, Köstner zum Chef zu machen. Es war kein Glanz auf dieser Saison, Dzeko war zu sehr Einzelkämpfer. Dadurch dass mit Leverkusen, Schalke und Dortmund gleich drei Hinterbänkler durchstarteten, war Europa zu weit weg.

Mainz hat eine überragende Saison gespielt. Van Gaal hin, Magath her, Thomas Tuchel ist Trainer der Jahres. Als Neuling mit einem Aufsteiger taktisch so ausgefuchst zu agieren, Favoriten zu Hause reihenweise aufs Kreuz zu legen und dann noch ahnsehnlichen Fußball mit Herz und Hirn zu spielen, ist sensationell. Eine echte Bereicherung, alles andere als ein niedlicher Exot, dieser Karnevalsverein.

Eintracht Frankfurt unter Skibbe hat sich ebenfalls erstaunlich entwickelt. Rein punktemäßig war es nicht viel besser als in den letzten Jahren, aber es sieht schon anders aus. Besonders gefallen hat mir Köhler, solche Haken hat in der Liga zuletzt Mehmet Scholl geschlagen. Ohne Verletztenseuche könnten es demnächst sogar 47 Punkte oder mehr werden.

Das zweite Jahr ist für einen Aufsteiger immer das Schwerste, so auch für Hoffenheim. Allerdings kämpfte die TSG von Anfang an gegen die irrsinnigen Erwartungen. Ibisevic erzielte nach seinem Kreuzbandriß 12 Tore und wird jetzt mehr oder weniger als Versager abgestempelt. In der Hinrunde war Hoffenheim Siebter. Ich hoffe, Rangnick kriegt die Kurve und kann in Ruhe weiterarbeiten.

Gladbach, noch ein Gewinner der Saison. Endlich ein Trainer, der paßt, endlich spielen sie ab und zu wenigstens schönen Fußball. Eine No-Name-Truppe hat einem großen Verein eine Menge Anerkennung zurück gebracht. Und Dante hat bei mir schon wegen seiner Frisur einen Stein im Brett. Schade, dass Neuville so wenig spielen konnte. Löw würde sagen: In unserem Frisurenprofil ergänzt er sich nicht optimal mit Dante.

Köln im ersten Jahr nach Daum und im ersten Jahr mit Podolski durchwachsen, also im Rahmen seiner Möglichkeiten. Auch hier eine Riesenkluft zwischen Anspruch und Wirklichkeit. Köln ist immer noch eine potenzielle Fahrstuhlmannschaft, es wird noch ein Weilchen dauern, bis der ambitonierte Präsident Overath zufrieden ist. Dass Soldo ein Jahr Klüngel überstanden hat, ohne geistig Schaden zu nehmen, spricht für ihn.

Freiburg behält die Nerven, behält den Trainer und hält die Liga. Für keinen waren die Fußstapfen des Vorgängers so groß wie für Robin Dutt, er hat die Herausforderung bestanden. Dieses Freiburger Team ist noch keine Kultmannschaft wie das große Team mit Cardoso, Heinrich, Schmadtke, noch keine Breisgau-Brasilianer. Sie werden immer gegen den Abstieg spielen, und ab und zu einen Etablierten hinter sich lassen.

Hannover: Ende gut, aber nicht alles gut. Der Tod von Robert Enke bleibt die große Katatrophe dieser Spielzeit. Rechtzeitig kehrten Kampfgeist und Spielfreude zurück, es freut mich, dass 96 der Gang in die Zweite Liga erspart bleibt. Auch für Slomka, der auf Schalke unter Wert verabschiedet wurde. Wenn Hanke so weiter trifft, waren die letzten beiden Spiele der Auftakt zu einer wunderbaren neuen Saison.

Der Club macht es wieder einmal spannend. Sollte die Relegation erfolgreich sein, könnte man das sportliche Modell perfektionieren. 10 Leihspieler, 10 Juniorennationalspieler, Schäfer, Wolf, Pinola, fertig ist der Klassenerhalt. Bader hat gezockt und bis jetzt noch nicht verloren, aber nächstes Jahr bitteschön vielleicht noch ein paar mehr Spieler jenseits der 25 mit mehrjährigen Verträgen. Und eine faire Chance für Mintal.

Auf Wiedersehen, VfL Bochum. Selbst die vier Trainer, selbst das 1-0 in Nürnberg hat nicht gereicht. Wer im Endspiel zu Hause so auftritt, der muss sich mindestens ein Jahr lang im Stahlbad Zweite Liga regenerieren. Vielleicht hätte man Koller nicht feuern sollen, was hilft es dem gemeinen Fan, dass Wosz Kult ist und die letzten beiden Spiele so ausgehen.

Last and least – der Problembär aus Berlin. Nicht Hoeneß, sondern Gegenbauer ist der Verantwortliche für das Desaster. Und angesichts der Tatsache, dass es keinerlei Opposition gegen ihn gibt, ist auch in Liga Zwei wenig Gutes zu erwarten. Es war klar, dass nach der Überfliegersaison ein Krisenjahr kommt. Und anstatt den erfahrenen Krisenmanager Hoeneß in Würde zu verabschieden, legt man das Schicksal in die Hände eines Trainers, der das Team gerade mal zwei Jahre betreut hatte. Und der arme Preetz – sympathisch, unerfahren, überfordert – wußte nicht, wie ihm geschieht.

Ballack endlich im Titelfieber »

Es war ein Abseitstor, dass den Knoten für Chelsea platzen ließ, aber auch die muss man erst einmal verwandeln. Und ein 8-0 ist nicht gerade ein Zufallsergebnis. Ballack hat den Fluch des ewigen Zweiten nunmehr offiziell besiegt, was die Titelchancen für die deutsche Mannschaft sprunghaft steigen läßt. Ballack ist und bleibt die Leitfigur des Teams, auch wenn es wohl keine Ersatzbank beim ganzen Turnier geben wird, die so gut eingespielt sein wird wie kongenialen Münchner Klose und Gomez. Ballacks Titelgewinn wirft die Frage auf, ob es doch an den Leverkusenern an und für sich lag, als sie dreimal Zweiter wurden. Butt Meister, Ballack Meister, und die Bayer warf die Chance auf Platz Drei am letzten Spieltag einfach weg. Vielleicht könnte der runderneuerte Ballack ja dorthin zurückkehren, wenn ihn Chelsea nicht mehr will.

Bayerische Blockbildung »

Gegen Müller in der Startelf ist ja nichts einzuwenden, gegen Gomez auf der Bank auch nicht. Aber ich fürchte, der Jogi wird das unsympathische Jahrhunderttalent gleich mal zum Stammspieler machen, und Kießling hat das Nachsehen. Und Butt? Kann sich im Pokalfinale und im CL-Finale auf die Nummer Eins spielen. Oder im Geiste Kahns noch mal so richtig einen Zinken reinlassen. Neuer wird es jedenfalls nicht, das kommt überhaupt nicht in Frage. Bin gespannt, was passiert, wenn sich noch ein Stürmer oder ein Sechser verletzt. Choupo-Moting vielleicht, der spielt bei Nürnberg ja eine richtig große Saison, oder Fabian Ernst.

Herrn Jogis Gespür für Personalentscheidungen »

Wirklich elegant, wie der Bundestrainer die Causa Kuranyi erledigt hat. Dass Kuranyi mit Löws kombinantionsbetontem Spiel Schwierigkeiten hätte, mag sein. Dass es einer deutschen Mannschaft in einem Turnier nicht schaden kann, einen Stürmer zu habe, der die Bälle am eigenen Strafraum holt und nach Ecken Tore schießt, ist auch unstrittig, aber Herr Löw hat andere Pläne. Fragt sich nur, welche.

Wenn Gomez wirklich zur WM mitfährt, dann ist das Leistungsprinzip endgültig passé. Er war im Van Gaalschen System immer ein Fremdkörper und hat zwar einige Tore geschossen, eins mehr als Farfan in seinem ersten Jahr auf Schalke, als dieser dort noch als Fehleinkauf abgestempelt worden war, um genau zu sein, aber die Vereinigten Arabischen Emirate sind halt nun mal nicht dabei in Südafrika. Klose würde ich auch auf einer Trage im Ganzkörpergips mitnehmen, er ist ein besonderer Spieler und kann den Unterschied machen. Helmes fällt mit Sicherheit raus, er war auch ohne Verletzung nur Ergänzungsspieler. Kießling wird seine Chance bekommen, er hat in der obligatorischen Leverkusen-Krise Steherqualitäten bewiesen, außerdem ist er vielseitig, ein Ballschlepper und Vorlagengeber. Bleibt die Frage Cacau oder Podolski. Blogger probek hatte bereits in der Hinrunde erhebliche Einwände, als ich Podolski das Potenzial attestiert habe, ein zweiter Zidane zu werden. Und der Verlauf der Saison hat dem Kollegen aus München vollumfänglich recht gegeben. Allerdings war Podolski dann wenigstens besser als schlecht, wenn er nicht nur Stürmer spielte, sondern das ganze Spielfeld zu seinem Terrain machte, im Mittelfeld defensive Zweikämpfe gewann, von hinten anschob, also sich ganz wie ein drittklassiger Zidane benahm. Trotz der mißratenen Saison würde ich ihm wegen seiner Vielseitigkeit den Vorzug vor Cacau geben, außerdem hat er in der Nationalmannschaft eine ganz andere Vita als im Verein, quasi ein umgekehrter Ulf Kirsten.

Die Fröttmaning-Tweets, ungekürzt »

Mein Ausflug nach München am 1. Mai 2010. Dies sind die Original-Tweets, kleine Rechtschreibfehler habe ich korrigiert.

Die Operation Fröttmaning läuft nach Plan. Im Flugzeug in der Reihe vor mir drei Bayern-Fans, aber wir sind auf dem kleinen MUC gelandet. 9:50 AM

Ohne Hallbergmoos nichts los: Auf dem Weg in die Weltstadt Rapsfelder, Aushubhügel und fruchtbare Äcker und Wiesen. 10:14 AM

Schon wieder drei Bayern-Fans. Hier muss irgendwo ein Nest sein. Der eine mit einem Aufnäher “FCN Fans on Tour Richtung Meppen”. Lustig. 10:28 AM

Die drei Bayern-Fans sind ohrenscheinlich Pfälzer. Daran sind nur die 68er schuld: Die jungen Leute haben alle keinen Nationalstolz mehr. 10:43 AM

“Ein Hund fraß einen Knorpel, am Sendlinger Torpl.” (Fredl Fesl) 10:52 AM

Ich Weisswurst, was soll es bedeuten, dass ich so launig bin, aber der Paulaner Bräu ist eine Reise wert, die Kellner tragen Lederhosen. 11:49 AM

Das Stadion sieht richtig gut aus. Wer hätte gedacht, dass ein Kalbsrollbraten aus der Nähe so zarte Eleganz entfaltet. 1:03 PM

Elvis has entered the building. 1:23 PM

Vier Ticketkontrollen, fünf Rolltreppen und jetzt stehen wir in der T-Home VIP-Lounge und starren hinunter in den grünen Schlund. 1:39 PM

68 Minuten bis zum Anpfiff, mittlerweile Nieselregen statt zarter Maisonne. Holy shit, die Sitze in der Loge sind gepolstert, surreal. 2:23 PM

Gerade hat Gerd Müller mal kurz vorbeigekuckt. 2:34 PM

Die T-Home-Präsentation war interessant, aber zu kompliziert für einen Tweet. 3:21 PM

Das Stadion ist voll, die Spieler werden aufgerufen, darunter – wie überall – ein wummernder, nerviger Lärmteppich. 3:22 PM

Wir sitzen im Mitteldeck, vor uns die VIP-Tribüne. Schräg links (!) unter mir Eddy “Adria” Stoiber. 3:26 PM

Carmina Burana als Startmusik. Alle Dauerkartenbesitzer haben Triangeln. – Der Club und Schalke brauchen hier ein Unentschieden. 3:28 PM

1. Bochum in weiss stösst an, Ecke für Bayern, sicher geklärt. 3:32 PM

4. Verhaltener Beginn, viele Fehlpässe. Die Trapezkamera (Vogelperspektive) ist faszinierend. – Zwei Großchancen Bayern. 3:36 PM

7. Bochum jedenfalls nicht wie das Kaninchen vor der Schlange, mit Mavric und Sestak offensiv aufgestellt. 3:39

12. Rechts (!) vor mir Paul Breitner, der von hinten verblüffende Ähnlichkeit mit Paul McCartney hat. 3:44 PM

18. Bochum kriegt den Ball nicht weg, Lahm scharf und flach von rechts – 1-0 Müller. 3:49 PM

20. Schon wieder ein Tor des Monats, diese Angeber. Einmal links geflankt, einmal rechts 2-0 Müller. 3:51 PM

23. BiFi widmet das 2-0 einem Fan aus Rostock. Möchten sie von BiFi etwas gewidmet bekommen? 3:54 PM

28. Erste Chance für Bochum, Butt pariert. Nürnberg liegt 3-0 hinten, Hannover führt 3-0. Läuft ja richtig super heute. 3:59 PM

32. Die Frau neben mir kuckt mit T-Home BVB-WOB auf dem iPhone. Nicht ganz ruckerlfrei, kann aber auch am Dortmunder Spielaufbau liegen. 4:05 PM

39. Riesenchance für Bochum, das nie aufsteckt. Bayern verwaltet den Vorsprung, lässt es behutsam angehen. 4:10 PM

42. Selbst Schweinsteiger mit Stockfehlern, die Bochumer setzen Nadelstiche, aber sie sind zu harmlos. 4:14 PM

51. Wie in der Oper. Köche, Kellner, Logen, Cohibas für 64 eu in der Davidoff Lounge. Götterdämmerung wird heute aber nicht gegeben. 4:40 PM

55. Immerhin, die Tradition wird auch berücksichtigt. Auf dem Pissoir muss man anstehen, im Mai riecht es nach Spargel. 4:43 PM

60. Bremen führt, die Allianz Arena ist aus dem Einfamilienhäuschen. 4:47 PM

63. Freiburg führt in Köln, hier geht La Ola um. Es bleibt einem nichts erspart. 4:50 PM

68. 3-0 für Bayern. Torschütze Müller. Nürnberg hält die Tordifferenz gegenüber Bochum. 4:56 PM

78. Ecke für Bochum und Gomez kommt für Olic. Kippt das Spiel noch? Nürnberg liegt 0-4 hinten. 5:06 PM

83. Gomez an die Latte, er ist bereits in WM-Form. 5:09 PM

85. 3-1 für Bochum. Schön geschlenzter Freistoss von Fuchs. 5:12 PM

Schlusspfiff in München. Und wir können sagen: Wir sind dabei gewesen. 5:18 PM

In der vollbesetzten U-Bahn kommt meine Schalke-FCN-Fanfreundschaft-Anstecknadel besonders gut zur Geltung. 6:09 PM

Selten so entspannte Fans erlebt. Das war 1991 beim 3-1 mit Zarate und Wück auch schon so. Geschlagen, aber manierlich zogen sie nach Haus. 6:54 PM

Wie bei Asterix auf Korsika hier: Unterföhring, Fröttmaning, Garching, Machdeinding, Burgerking, Nasenring. 7:01 PM

Im Flieger. In der S-Bahn ein Ehepaar, das sich morgen live Doppelpass ansieht. Ein Tag mit durchwachsener Ökobilanz geht dem Ende zu.

Zurück in der Stadt der tausend Derbys: Hertha gegen Union, Cottbus, Rostock, Aue und vielleicht auch Jena. TeBe und Dresden fehlen noch.

ManU – Bayern. Der Live-Tweet vom 7. April im Schnelldurchlauf »

Ausausaus. Nach 0-3 noch 2-3. Die Bayern arbeiten hart für den vierten Bundesligaplatz in der Champions League.

90. 3 Minuten Nachspielzeit, Abstoß ManU.

88. Ribery knapp am Tor vorbei, im Moment alles sehr zerfahren.

86. ManU wieder am Drücker, aber reicht die Zeit?

83. Evra geht, und jetzt kommt Giggs. Auch Pranjic für Olic.

80. Hurra, Giggsy kommt, jetzt geht’s lohos.

80. Dimitar Vizetov kommt, ist das ein schlechtes Omen?

78. Kann ManU noch einmal Geschwindigkeit aufnehmen? In der zweiten Halbzeit gab es vor allem Einzelaktionen.

76. Altintop für Robben. Feuer im Münchner Block, wie wär’s mit einer Stadionsperre?

74. 3-2 Robben nach Ecke Ribery, Volleyschuß ins lange Eck.

67. Lahm jetzt immer offensiver über rechts, aber Robben hat ManU bisher gut im Griff. – Gomez köpft knapp drüber.

65 1/2. Carrick verdaddelt Riesenchance, aus 8 Metern 8 Meter drüber.

65. Zwei Ecken für ManU, sie sind wieder da.

63. ManU nicht mehr so dynamisch, aber mit herzhafter Defensivarbeit.

59. Weltklassereflex von van der Saar nach Volleyschuß von Ribery von der Strafraumgrenze. Und die nächste Ecke für Bayern.

56. O’Shea gegen Robben, hoffentlich ist er schnell genug.

55. Rooney raus, O’Shea als Defensivspezialist rein.

55. Frustfoul von und Gelb für Bastuber. An Valencia.

53. Das sieht nach Abwehrschlacht aus. Entweder die Bayern mit dem Lucky Punch oder ManU mit dem Konter.

50. Rote Karte für Rafael nach einem Rupfer gegen Ribery. Eine sehr harte Entscheidung.

48. Bayern mit mehr Ballbesitz, und jetzt mit einer Ecke von links.

2. Halbzeit: Gomez für Müller, Bayern mit zwei echten Stürmern.

Halbzeit, ManU braucht noch zwei Tore, verwalten geht schief. Bayern als Team desolat, kann sich einmal mehr bei Löwenherz Olic bedanken.

45+1. Bayern macht Druck, arbeitet weiter an der Verabreitung des Nachspielzeittraumas.

45. Beckenbauer hat noch Hoffnung. 3 Minuten Nachspielzeit.

43. 3-1 Olic nach Kopfballvorlage Müller, erster guter Spielzug der Bayern.

41. 3-0 Nani, nach einem Einwurf auf rechts vernascht Rafael alle und paßt auf den völlig freien Nani quer durch den Strafraum.

39. Olic schön frei gespielt von Müller (!), aber van der Saar klärt perfekt.

37. Müller wirkt überspielt und überfordert, aber damit ist er nicht allein.

36. Ribery ohne Stich gegen Rafael (19), der gerade die Chance zum 3-0 versemmelt hat.

34. 4000 Bayern-Fans warten aufs Christkind – sehen jetzt die erste Flanke Robbens von der Grundlinie.

32. Bayern verteidigt jetzt besser, aber immer noch alptraumhafte Fehlpässe in der Vorwärtsbewegung.

30. Gibson ist übrigens nordirischer Nationalspieler, kam mit 17 zu ManU. Die kaufen nicht nur ein, die bilden auch aus.

28. Gelb für van Bommel. ManU zieht sich zurück, lockt die Bayern und kontert dann in Höchstgeschwindigkeit.

26. Schweinsteigers Schuß aus 30 Metern geblockt, erste Aktion der Bayern mit Torbezug.

24. Schweinsteiger und van Bommel zumindest defensiv nicht völlig neben sich.

22. Rooney humpelt, Demichelis rumpelt.

20. Zeit zum Durchpusten, ManU hat einen Gang herunter geschaltet. Bayern kontrolliert den Mittelkreis.

18. Valencia macht mit Badstuber das, was Messi letztes Jahr mit Lell veranstaltet hat. Was er will.

16. Ecke für ManU von rechts. Rooney köpft den zweiten Ball drüber.

14. ManU gewinnt praktisch jedes Kopfballduell, ist laufstärker, wacher, schneller.

12. Lahm holt einen Freistoß am eigenen Strafraum raus.

10. Beckenbauer bilanziert: Es muss ein Ruck durch diese Mannschaft gehen. Bundespräsident war er ja noch nicht.

8. Die einzige Weltklassemannschaft südlich von Augsburg und nördlich von Pasching sucht noch ihre Form.

6. 2-0 Nani, Hackentrick aus kurzer Distanz nach scharfer Hereingabe von Valencia. Mach mir den Madjer.

3. 1-0 Gibson, ein schöner Konter über fünf Stationen, Butt erinnert ein wenig an Rensing in dieser Situation.

1. Anstoss für ManU, van Bommel nietet nach Ballverlust gleich mal Fletcher um.

ManU zaubert Rooney aus dem Hut, aber auch die Bayern lassen es krachen: Jancker für Klose, Breitner auf der Bank.

Hallo, liebe Fußballfans. Willkommen im Old Trafford Stadion in Manchester. Heute Abend wieder einmal Live-Twitter: ManU gegen Bayern.

Dreimal 2-1 »

Seit Jahren wollte ich diesen Kalauer schon mal machen, jetzt ist mir gestern Hansi Küpper auf Sat 1 zuvorgekommen: Standard Lüttich heißt so, weil sie bei Standardsituationen so gefährlich sind. Und nicht nur bei Standardsituationen. Dieser Lupfer-mit-Kopfball kurz vor Schluß wäre ein Tor wert gewesen. Das Rückspiel wird eine ganz heiße Nummer, wobei der HSV reichlich kassieren kann, s0 lange er nur reichlich trifft. Eine knappe 4-3 Niederlage und alle wären zufrieden. Außer vielleicht Bruno Labbadia, der sich ärgert, dass sein Team nach neun Monaten nicht spielt wie Barca, Inter und Arsenal zusammen.

Wolfsburg hat kurz vor knapp das kostbare Auswärtstor geschafft, wieder einmal war es Madlung. Der sieht zwar aus wie ein Grobmotoriker, wird aber chronisch unterschätzt, sogar von Magath, dem Talenteversteher, Juniorenentdecker, Hirnhexer. Angeblich sind englische Teams ja auswärts viel schwächer, aber die chronisch löchrige Abwehr der Wolfsburger wird eine Sternstunde brauchen. Einfacher noch, Dzeko schießt vier Tore, das könnte reichen.

Die Bayern haben mal wieder Revanche genommen für 1999. Wie beim Audi-Cup vergangenen Sommer. Ein Sieg für die Scheck Geschichtsbücher. Und im Rückspiel ManU ohne Rooney, Bayern ohne Rensing, es wird ganz eng. Warum Olic immer draußen sitzt, ist ein Rätsel, er war in Turin der entscheidende Mann, am Dienstag war er es wieder. Ob es da eine Stallorder gibt, Klose und Gomez spielen zu lassen. Von Löw?

Die europäischen Spiele sind spannend wie lange nicht, und die Europa League (warum nicht European Liga, das klingt doch viel internationaler) hat eine gute erste Saison. Platinis Reform hat gewirkt.

Ohne Övrebö habt ihr keine Chance »

Der Club hatte eine und machte sie rein, fertig war ein Unentschieden für die engagierten und kompakten Defensivkünstler in rot-schwarz. Und dieser kostbare Punkt wird noch schöner, weil er glücklich war, weil man sich hinterher nicht anhören musste, gegen diese Bayern an diesem Tag wäre mehr drin gewesen. Eine Chancenauswertung von 100%, eine geschlossene Mannschaftsleistung mit einem unermüdlichen Pinola und einem eiskalten Breno, und ein Raphael Schäfer, der die eine, die tausendprozentige Gelegenheit von Mario Gomez perfekt entschärfte. Und kein Schiri, der einfach mal so ein Abseitstor durchgehen ließ, wie gegen Dortmund, wie gegen Florenz.

Ich weiss nicht, was mich bei der Champions League mehr wundert: Dass der Bruchpilot Övrebö tatsächlich noch einmal pfeifen durfte, oder dass die Bayern ernsthaft vom Titel reden. Sie stehen da, wo sie in den Jahren seit 2001 meistens standen, im Achtelfinale mit dem Auswärtsauftritt im Rückspiel. Und nach dieser einfallslosen Offensivleistung vom Mittwoch erscheint es unwahrscheinlicher denn je, dass sie diese Saison auch nur in die Nähe des Endspiels kommen.

Wenn man sich die angeblich so tolle Siegesserie einmal ansieht, stellt man schnell fest, dass die meisten Gegner entweder schwach oder mitten in einer Krise waren. Dass man gegen Haifa, Hannover, Gladbach, Hertha, Mainz und Fürth gewinnt, sollte eigentlich kein Anlass sein, sich selbst auf die Schulter zu klopfen. Hier stehen auch die drei Zu-Null-Spiele der Serie zu Buche. Die grossen Namen Juventus, Hoffenheim, Bremen und Wolfsburg standen zum Zeitpunkt der Begegnung gerade mehr oder weniger neben sich: Juve ist überaltert und der arme Buffon humpelte sichtlich durch seinen Strafraum, Hoffenheim hat zu viele Verletzte, Bremen den bekannt schlechten Start und Wolfsburgs Abwehr ist schlechter als die von Hertha. Drei eher durchschnittliche, gute eingestellte Mannschaften mit aufsteigender Tendenz reichten, um die Bayern ins Straucheln zu bringen: die laufstarken Dortmunder, die taktisch klugen Florentiner Hörnchen und die mutig verteidigenden Clubberer. Bis 10. April heissen die Gegner auswärts Florenz, Leverkusen, Frankfurt und zweimal Schalke, zuhause geht es gegen den Angstgegner HSV und die bestens aufgelegten Stuttgarter.

Der wie immer beflissene Marcel Reif beeilt sich heute im Tagesspiegel zu versichern, die Bayern können sich nur selbst um den Erfolg bringen, und das Spiel in Nürnberg sei der Beweis dafür gewesen. Ich habe das Gefühl, dass van Niestelrooy, Cacau, Gilardino, Köhler, Kuranyi, Kroos und die anderen den Bayern diese Aufgabe nicht konkurrenzlos überlassen werden.

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