Rob AlefFür die einen ist Fußball das Geschäft ihres Lebens, für die anderen die schönste Nebensache der Welt. Läge ich wie einst Isaac Davis... [weiterlesen]


Gruppe A – Prognose und Tipps »

Vor 12 Jahren wurde Frankreich nach einem 3-0 gegen Südafrika Weltmeister. Jetzt hätten die Bafana Bafana die Gelegenheit für die Revanche. Was der Heimvorteil für die afrikanischen Teams bedeutet, kann man nicht einschätzen, er wird sicherlich kein Nachteil sein. 2006 war die Elfenbeinküste in einer zu starken Gruppe, Ghana engagiert, aber im Achtelfinale gegen langweilige Brasilianer zu schüchtern, der Rest war schlapp. Ich gehe davon aus, dass alle afrikanischen Teams über sich hinauswachsen werden. Dass Südafrika keine Stürmer hat, ist bekannt. Aber Pareira hat ein Team geformt, auch das ist zu sehen. Impossible is nothing.

Frankreich wird nicht so lausig spielen wie 2008, aber die Weltmeister-Generation wirft immer noch lange Schatten. Nicht nur für Zidane, auch für Deschamps gibt es keinen Nachfolger. Und der Zauber der Himmelsstürmer von damals ist auch verflogen. Henry lügt (den Ball ins Tor) und stiehlt (den Iren die WM), Ribery allein wird es nicht richten können. Außerdem ist Domenech ungefähr so passend wie Stevens bei Hertha.

Mexiko spielte eine Qualifikation mit Höhen und Tiefen und scheint über seinem Zenit. 2006 waren sie in einer eher dankbaren Gruppe, diesmal wird es schwer, auch weil sie mit der Last des Eröffnungsspiels zu kämpfen haben.

Uruguay hat sich hauchdünn qualifiziert, aber wir wissen auch, dass in Relegationen große Mannschaften geboren werden können. Sie haben gute Stürmer und werden die Tradition nicht mehr weiter pflegen, in jedem Spiel zwei Platzverweise zu kassieren. Die Rückkehr der Uruk-Hai wird ihren schlechten Ruf Lügen strafen.

Südafrika – Mexiko 2-1

Uruguay – Frankreich 0-0

Südafrika – Uruguay 1-1

Frankreich – Mexiko 1-0

Frankreich – Südafrika 1-2

Mexiko – Uruguay 0-2

Gruppensieger: Südafrika

Zweiter: Uruguay

Fehlende Nachwuchsarbeit beim Club »

Während alles mit wachsender Vorfreude gen Südafrika blickt, vollzieht sich so ganz nebenbei, quasi “im Rücken der Akteure” (Marx) die Vorbereitung für die neue Saison. Der Club beginnt zum Beispiel am 3. Juli mit dem Training, an diesem Sonntag finden die letzten beiden Viertelfinalspiele statt.

Bernd Altmann aus Erlangen hat in einem Leserbrief an den kicker am 25. Mai die Leihspielerstrategie beim Club und die mangelnde Nachwuchsarbeit kritisiert. Am Donnerstag darauf gab es eine Übersicht zu den Transfers in der Dritten Liga, und gleich drei Spieler werden den Club verlassen: Trettenbach von den A-Junioren und Valentini aus der Zweiten gehen zu Aalen, Kulabas geht zu Heidenheim. Kulabas ist mit den Amateuren in der Regionalliga hinter Aufsteiger Saarbrücken Zweiter geworden und hat in 30 Spielen 15 Tore geschossen. Pagenburg, der nie eine echte Chance bekommen hat, soll bei Erfurt mittlerweile wieder abgegeben werden, Reinhardt, der eine wirklich gute Pokalsaison gespielt hat, wurde danach ausgebootet und mittlerweile nach Augsburg abgeschoben, Engelhardt vegetiert beim KSC vor sich hin.

Wenn Kießling zu Leverkusen geht, Cacau zu Stuttgart, Kluge zu Schalke, weil sie dort bessere Perspektiven haben oder mehr verdienen, kann der Club nichts machen. Schäfers Rückkehr ist insofern ein absoluter Glücksfall. Aber die selbst ausgebildeten Leute an unterklassige Vereine weiterzureichen ergibt keinen Sinn. Nachwuchsarbeit ist die einzige langfristige Perspektive, auch wenn Leute wie Schieber oder Okotie sicherlich interessant sind, und Bader mit Frantz, Gündogan und Diekmeier sein altes Händchen wieder gefunden hat.

Unser erster Gegner am 13. Juni »

Die wesentlichen taktischen Informationen in Kürze.

Das wird nicht einfach.

Ein neuer Tag – ein neuer Ausfall »

Diesmal Heiko Westermann. Der Fußballgott scheint defensiv vielseitige Spieler – Rolfes, Ballack, Träsch und jetzt den Schalker – nicht sonderlich zu mögen. Vielleicht hat ihn mal jemand getunnelt vor 7000 Jahren, und die verfluchte Seele von damals ist zum DFB weiter gewandert. Außerdem gibt es Sicherheitsprobleme im deutschen Quartier. Nach dem Sommermärchen kommt jetzt der Südhalbkugelalptraum.

Wird es Nachnominierungen geben? Höwedes, Manuel Friedrich, Huth, Ottl oder doch Frings? Bei dem sollte man vorsichtig sein. Wer völlig unleserliche Tribals eintätowiert hat, steht vielleicht auch mit afrikanischen Gottheiten in Kontakt, die auf keiner Dopingliste stehen. “Nur eine Vorsichtsmaßnahme” bei Khedira ist vermutlich nur die Umschreibung für “vorzeitiges Karriereende”, so wie die Dinge sich im Moment entwickeln. Hoffentlich stürzt der Flieger nicht ab, gibt es keine Lebensmittelvergiftungen durch ranzige Weißwürschtl, Bandscheibenvorfälle durch zu straffe Deuserbänder. Die Hoffnung stirbt zuletzt, muss aber wegen einer Adduktorenzerrung die nächsten drei Wochen pausieren.

Philipp I. »

Was ihm bei Bayern bisher verwehrt blieb, Ballacks Ausscheiden macht es möglich. Philipp Lahm ist Mannschaftskapitän. Eine gute Wahl, ist der kleine Verteidiger nicht nur laufstark, sondern auch meinungsfreudig. Er drückt sich nie vor  Interviews und redet nicht drum herum, wenn es schlecht war. Hoffentlich hat er die Gelegenheit, sieben Analysen des eigenen Spiels bei der WM abzuliefern.

Ab heute täglich. »

Morgen in zwei Monaten beginnt die WM, in den nächsten Wochen fallen die Entscheidungen in den nationalen und internationalen Ligen. Zeit, die (An)schlagzahl zu erhöhen . Deshalb, nach längeren Pausen und nur gelegentlichen Bemerkungen an dieser Stelle, ab heute bis zum 12. Juli wieder täglich “Volk ohne Raumdeckung”. Außerdem werde ich Werbung für meine bisherigen drei Romane und andere Texte machen. Möglicherweise hat der tägliche Besucherstrom ja Interesse an dreidimensionalen Publikationsformen und braucht noch etwas Reiselektüre für den langen Flug gen Süden. Es soll sogar Nerds geben, die in einem Buch blättern, weil der Arzt ihnen Bewegung verordnet hat.

Die wichtigste Frage im Moment ist natürlich, ob Löw Kuranyi begnadigt. Meine Gewährsleute in Baiersbronn sagen: Ja, wenn sich Kuranyi rasiert. Wobei Löw wohlwollend vermerkt hat, dass der Kurzhaarschnitt ein Schritt in die richtige Richtung war. Wenn Kuranyi tatsächlich zurückkehrt, wird das auch Michael Ballack freuen, der sich für den verlorenen Sohn stets stark gemacht hat. Der Captain kämpft gerade sehr erfolgreich gegen den Fluch des ewigen Zweiten. In der Champions League vorausschauend frühzeitig raus – niemand findet einen Achtelfinalisten tragisch – in der Premier League auf dem Sprung. Anelka hat, was die Einszunulls angeht, einen sagenhaften Lauf in dieser Saison.

Eigentlich bin ich sehr skeptisch, was diese WM angeht. Eine starke Gruppe, Leistungsträger reihenweise außer Form, der DFB leistet sich eine neverending Palastkrise, keine eindeutige Nummer Eins im Tor und kein Vertrag für Löw. Aber vielleicht ist das nach dem Laktatperfektionismus der Klinsmannjahre krampflösend und schafft Raum für die Inspiration, die eine erfolgreiche Mannschaft braucht. Wenn es dann noch gelänge, eine Ecke so zu platzieren, dass Gefahr entsteht, dann kann er einköpfen, der Kevin, weil er mit dem glatt rasierten Kinn weniger Luftwiderstand hat und eine Tausendstel Sekunde schneller am Ball sein wird als sein direkter Gegenspieler.

An der alten Hängeregistratur aus bräunlichem Metall klebte eine Postkarte mit dem Tafelberg: Greetings from South Africa. Eine Erinnerung an die vorletzte Tourismusbörse. Keiner der drei war jemals in Südafrika gewesen. Nicht einmal Nordafrika. Tunesien, dachte Zabriskie. In einer dämlichen Bettenburg am Strand liegen und Drinks schlürfen, das wäre es jetzt. Aber da wurde ja gefoltert. Also doch nur Baden an der Plötze. (Rob Alef, Bang Bang stirbt, 2005)

Löw und die Qual der Wahl »

Es gibt Länder, die beneiden den deutschen Fußball vor allem um seine Torhüter. Selten jedoch nur ist es einem Bundestrainer so schwer gefallen wie in diesem Frühling, die Stürmer für eine WM auszuwählen, drängt sich doch Ausnahmespieler neben Ausnahmespieler in der aktuellen Torschützenrangliste der Bundesliga.

Ganz vorne finden wir Edin Dzeko mit bereits wieder 16 Treffern, der mit seinen Toren in Mainz einmal mehr bewiesen hat, dass seine überragende letzte Saison kein Zufall war. Dzeko, ein sturm- und erdverwachsener Niedersachse, wie er im Notizblock des Bundestrainers steht, begann in seiner dörflichen Heimat beim TSV Ölper, ehe er mit 14 Jahren zum VfL Wolfsburg wechselte. Er  durchlief alle DFB-Jugendmannschaften und scheint pünktlich zum Weltturnier die richtige Mischung aus jugendlicher Dynamik und routinierter Abgebrühtheit zu erreichen. Dzekos großes Plus ist seine Zuverlässigkeit. Bereits zum zweiten Mal hintereinander trifft er in einer Saison zweistellig, eine außergewöhnliche Leistung in einer Zeit, in der gehypte Pseudostars ein Jahr lang groß aufspielen, um dann wieder in der Versenklung zu verschwinden.

Ihm auf den Fersen ist der klassische Strafraumstürmer Lucas Barrios: wendig, explosiv, zweikampfstark. Dabei hatte der DFB großes Glück, denn Barrios war schon in den argentinischen Kader für ein A-Länderspiel gegen Paraguay berufen worden. Dann erlitt er eine schwere Beckenprellung, musste passen, und die einfühlsamen und lobenden Worte des DFB-Trainerstabs führten zu einem Umdenkprozess, an dessen Ende eine Berufung in das Team von Joachim Löw bei der Südostasienreise stand. Der kann sich froh schätzen, kein anderer deutscher Spieler, der auch nur annähernd so kopfballstark ist wie der Dortmunder.

Gute Chancen kann sich auch noch das Verfolgertrio Bunjaku, Derdyiok und Pizarro mit jeweils zwölf Toren ausrechnen. Bunjaku harmonierte in der zweiten Halbzeit gegen Argentinien prächtig mit Dzeko. Dem deutschen Angriffswirbel hatten die Gauchos irgendwann nichts mehr entgegenzusetzen. Derdyiok gelang es durch eine Klausel im Freihandelsabkommen für das Dreiländereck Basel-Lörrach-Mulhouse die deutsche Staatsbürgerschaft zu erwerben, weshalb er sich gegen Ottmar Hitzfeld und für den DFB entschied. Claudio Pizarro ist, wie wir alle wissen, der Nachkomme sächsischer Silbersucher, die nicht nur vor 400 Jahren nach Peru auswanderten, um dort ihr Glück zu machen. Sie inspirierten Karl May auch zu seinem Weltbestseller “Der Schatz im Silbersee”, den er nur auf Anraten seines Agenten in den nordamerikanischen Kontinent verlegte. Zum Glück ist Löw nicht nachtragend, ohrfeigte Pizarro doch einmal im südamerikanischen Überschwang den Vermieter des Schwagers des Platzwarts der TuRu Wermelskirchen. Eigentlich ein schwerer Verstoß gegen den von Matthias Sammer entwickelten DFB-Ehrenkodex, nur eine Entschuldigung Pizarros bei allen Einwohnern von Wermelskirchen per Handschlag verschafften ihm eine zweite Chance.

Der lange Atem bei der Nachwuchsarbeit, die wunderbaren Wege des Einbürgerungsrechts und das von Joachim Löw stets streng objektiv angewendete Leistungsprinzip , das weder Pfründe noch Platzhirschen kennt, lassen in Südafrika ein Torfeuerwerk erwarten. Aber es können nur vier mitfahren. So unerbittlich ist Weltklassefußball, aber deshalb auch so ehrlich.

Mr. Zweistellig grüßt von oben »

Wer hätte das gedacht? Schalke ist vorn und hat nach dem 2-1 gegen Dortmund die nächsten Big Points geholt. Und Kuranyi trifft wie ein Uhrwerk. Ob da noch Luft nach oben ist? Die Bayern sind zwar in der Champions League kühl bis ins Mark (van Bommel), gegen Köln und Nürnberg haben sie sich jedoch gleich zwei Nervenwackler geleistet. Dass der nächste zu Hause gegen Freiburg kommt, ist nicht zu erwarten, man kann die Punkte auch auswärts liegenlassen. Für Nürnberg wäre es kein Schaden, wenn Freiburg heute verlöre. Bei einem Sieg in Berlin – das Spiel sehen Hertha-Fans und Clubberer heute friedlich in der Bluesgarage in Schöneberg, der Autor ist anwesend – könnten sie sich ein wenig absetzen. Wobei Hannover jetzt die zweite Luft kriegen wird. Die haben mit HSV, Schalke, Bayern, Leverkusen nur ein besonders knüppelhartes Restprogramm.

Kevin Kuranyi zieht als Mr. Zweistellig weiterhin einsam seine Kreise, hat viermal mehr Tore geschossen als Podolski und Klose zusammen. Podolski, der nach seiner Ohrfeige für Ballack angeblich auf Bewährung spielt, hatte nach dem Länderspiel gegen Argentinien den nächsten kleinen Ausraster. Gegen Bayern hat Kuranyi im DFB-Pokal-Halbfinale die Möglichkeit, dass er es auch in k.o.-Spielen kann. Die Sturheit Löws in dieser Frage ist nur ein weiteres Indiz dafür, dass der DFB völlig von der Rolle ist. Diese WM könnte tatsächlich zum Desaster werden. Starke Gruppengegner, schwache Stürmer und im Verband ist der Teufel los. Aber bitte, dann geht Kuranyi eben bestens ausgeruht in die neue CL-Saison. Das muss kein Schaden sein.

Abwarten und Jogi-Tee trinken »

Oh weh, gibt es jetzt etwa eine Führungskrise beim DFB? Das ist ja, wie wenn bei Toyota die Bremsen versagen.

Nachdem uns die schwarz-gelbe Koalition über Nacht neue Dimensionen eröffnete, Hoffnung implantierte und eine konservative Wertegesellschaft buk – nur aus ein bißchen Eischnee und dem, was im Shredder der Hypovereinsbank übrig blieb – scheint sich Deutschland auf seinem Weg zurück zur Weltgeltung die Adduktoren gezerrt zu haben.

Am Donnerstag war alles noch harmonisch bis an die Kitschgrenze – Theo, wir fahren nach Lodz, gab sich Manager Bierhoff optimistisch bezüglich der EM-Teilnahme 2012.  Mit einem Mal gibt es möglicherweise häßliche nicht zu überbrückende Differenzen bezüglich der künstlerischen Arbeit, wie das damals auch schon hieß, bei der Scheidung von Pat und Patachon, bei der Trennung von AC und DC, bei all diesen gescheiterten Traumbeziehungen. Solche Widersprüche zwischen ausdrucksstarken Persönlichkeiten sollte man nicht hochsterilisieren, sie lassen sich aber auch nicht einfach wegondulieren. Wahrscheinlich hat einer der erfolgsorientierten jungen Sportstrategen sich im Konferenzraum auf den Boden geworfen und geschrien: Ich kann so nicht arbeiten, ich kann so nicht arbeiten. Und Zwanziger hat gesagt: Probier’s doch mal mit hinsetzen.

Löw gegen Sammer, Ballack gegen Bierhoff, und dieser Flick, war mit dem nicht auch mal was, was ganz Fieses, in den Achtzigern? Dabei sieht er noch so jung aus. Was es wohl für unerfüllbare Forderungen waren, die da laut wurden? Pocher ins DFB-Präsidium? Lebenszeitvertrag für Bierhoff? Dass die beide Oliver heißen riecht ja schon mal verdammt nach Verschwörung. Hat es jemals einen Oliver beim DFB gegeben? Oliver Vogts, Oliver Herberger? Und jetzt gleich zwei. Oder war es ein lukrativer Werbevertrag von Marlboro für Joachim Löw? Aber RAUCHEN GEFÄHRDET IHRE LAKTATWERTE.

Auch wenn mir Bierhoff nicht besonders sympathisch ist, einen Teamchef Sammer brauchen wir am allerwenigsten. Dann doch lieber Magath, selbst wenn er beim Gepäck nachzahlen muss, mit den ganzen Medizinbällen im Flugzeug nach Johannesburg. Borussia Dortmund mahnt uns alle. Nach der Zufallsmeisterschaft haben die schwarz-gelben sechs Jahre gebraucht, um sich von Sammer zu erholen. Löw könnte in der Zeit so viel Gutes tun. Warten wir mal ab, wann Ballack die Schnauze voll hat. Erst wird sein Kumpel Frings gemobbt, und jetzt diese miesepetrige Zwischeneinlage. Darauf erst mal ein Schlückchen von dem echten Jogi-Tee, mit der Kraft der zwei Herzen und dem Karma der acht Chakren.

Als Kevin Kuranyi gehört hat, dass es Stunk gibt beim DFB, hat er übrigens gleich einen Südafrikanisch-Kurs gebucht an der Volkshochschule Gelsenkirchen: Afrikaans, iek kanns, Dankje voor de Flankje. Man weiß ja nie.

Das linke Dings mit Frings »

So jetzt mal rein menschlich, von den Umgangsformen her, war das eine wirklich miese Kiste mit Frings. Ihm schnell noch zu sagen, dass er nicht fit ist, bevor er im Fitnesstest den netten Herrn Löw Lügen strafen kann, zeugt von wenig Selbstbewußtsein. Immerhin sind der Bundestrainer und sein nicht minder netter Kanarienvogel Hansi extra nach Bremen gefahren, um es Frings mitzuteilen. Nicht einfach so per SMS Schluß gemacht, extra nochmal mit Schleifchen verpackt und den Abschiedsgruß persönlich vorbei gebracht. Egal, ob Hitzlsperger und Podolski außen vor sind, wer beim DFB nicht brav ist, der muss ohne Nachtisch ins Bett, auch Kuranyi kann rackern und Tore schießen wie er will.

Andererseits frage ich mich gerade, wer 1974 und 1990 der älteste Feldspieler war, der in einer deutschen Anfangself stand. Ein 33jähriger war es glaube ich nicht. Also ist doch was dran an dem Verjüngungsprogramm? Aber dann wäre Ballack ja eigentlich auch schon zu alt. Sollte Ballack von dem Ringelpietz jemals genug haben und einfach zurücktreten, aus Solidarität mit Frings und weil er keine Werbeaufnahmen mehr machen möchte und Oliver Bierhoff nicht mehr sehen kann und es nicht mag, wenn Podolski ihm vor vier Millionen Zuschauern eine Maulschelle gibt, dann sähe Löw älter aus als Frings jemals werden wird.

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